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Samstag, Januar 25, 2020

Neuartige "Sonnenuhr"

Eine Sonnenuhr, die die schönen Stunden zählt




Aus etwas Fischertechnik, einer Wehrle Wasseruhr, einem Elektromotor und einer Solarzelle wird eine Maschine, die mechanisch die schönen Sonnenstunden zählt.

Seitenansicht des Sonnenzählers

Blick von Oben auf den Sonnenzähler


Freitag, September 13, 2019

Wahrscheinlichkeit für Leben

Wie wahrscheinlich ist Leben im Weltall

Das neue Buch von Dirk Schulze-Makuch und William Bains wirft unter dem Titel "Das Lebendige Universum" [1] die Frage auf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Leben im Universum ist. Die Autoren zergliedern den Weg zur menschlichen Zivilisation in mehrere Schritte, denen qualitativ eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet wird. Einige Gedankengänge will ich aufgreifen und hier weiter entwickeln.

Die wichtigsten Schritte

Der Anfang ist am schwierigsten, wie ich weiter unten genauer betrachten will. Es geht um die Entstehung der ersten selbst-reproduzierende Entitäten (etwa Zellen) in der "Ursuppe". 
Wenn heißer Stein auf Wasser trifft entstehen komplexe Moleküle

Danach benötigt Leben eine zuverlässige Energiequelle, auf der Erde hat die Natur die Photosynthese gewählt. Eine gute Wahl, da die Sonne bei uns sehr viel Energie liefert. Auf anderen Planeten oder Monden könnten es vielleicht auch chemische Prozesse sein. Interessant ist hierbei, dass mehrmals in der Evolution Systeme zum Auffangen von Licht "erfunden" wurden. So unterscheidet sich das Chlorophyll in den Pflanzen grundsätzlich von den Rhodopsin in unseren Augen, das Licht aufnehmen kann und uns zum Sehen dient. Theoretisch könnte letzteres auch zur Photosynthese weiterentwickelt werden.
Photosynthese in Wasser un an Land bestimmen unsere Welt


Nach dem Einfangen von Licht ist die Umwandlung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff ein entscheidender Schritt. Erstaunlicherweise hat sich der erzeugte Sauerstoff über eine Milliarde Jahre nicht sonderlich in der Atmosphäre angereichert, da erst einmal alles Eisen und viele andere Substanzen oxidiert wurden. Erst als alles verrostet war, blieb Sauerstoff übrig und reicherte sich auf über 30% an!

Sehr schlecht für das damalige Leben, aber sehr gut für Tiere, die das nutzen konnten. Nur wenn es genügend Sauerstoff gibt, heute sind es 21%, können Tiere ohne Photosynthese Energie gewinnen.

Ein weiterer kritischer Schritt war der vom Einzeller zum Vielzeller mit spezialisierten Zellen, nur damit sind große Lebewesen möglich, so wie wir.
Viele Lebewesen entwickelten ein Gehirn, andere ein größeres.

Die Erfindung eines Gehirns hat mehrmals stattgefunden, so unterscheidet sich ein Octopus-Gehirn fundamental von unserem, obwohl der Octopus erstaunlich schlau ist. 
Der (vor-) letzte Schritt ist Intelligenz, wie sie bisher nur der Mensch entwickelt hat. Intelligenz  zusammen mit Sprache ermöglicht es Hochkulturen zu entwickeln. 
Zuletzt eine technische, industrielle Zivilisation die Weltraumfahrt betreiben kann was, nebenbei bemerkt, einen Planeten erfordert, der nicht viel größer als die Erde ist, sonst funktionieren Raketen nicht.

Der kritische Schritt: Das Leben

Betrachten wir jetzt den kritischen ersten Schritt der Urzeugung genauer, jenseits der Analyse im Buch. Evolution funktioniert nur, wenn es ein Objekt gibt, das von sich selbst Duplikate erzeugen kann. 
Dazu ist Energie nötig und chemische Substanzen, die Komplexität unterstützen. Vermutlich waren das von Anfang an Aminosäuren, aber selbst das wissen wir nicht sicher. Klar ist aber, dass bereits sehr früh auf der Erde Vorgänge abliefen, die zumindest teilweise eine Veränderung bei der Zusammensetzung der Kohlenstoffisotopen verursachten. So hat man 4,1 Mrd. Jahre alte Einschlüsse in Zirkon gefunden, die eine unnatürliche Zusammensetzung haben [2]. Wenn es Leben war, dann ist das Leben auf der Erde mindestens 4,1 Mrd. Jahre alt!
Da die Erde aber erst von 4,4 Mrd. Jahren entstand, lief der Prozess zum Leben offensichtlich relativ schnell ab. 

Wie waren damals die Bedingungen? Ein Planet, so groß wie der Mars, schlug auf der Erde ein und führte zur Mondentstehung. Die Erde war zunächst eine glühende Kugel die sich langsam abkühlte. Dabei wurde dann die Temperatur unterschritten, ab der Wasser flüssig wird. Wir stellen uns also die Ozeane als kochende Suppe vor, die massiv mit Mineralien aller Art "verschmutzt" ist. Zudem gibt es Stellen, an denen aus der Tiefe mehr Wärme aufsteigt und in sogenannten schwarzen Rauchern, unterseeische heiße Wasserquellen die es noch heute im Ozean in geologisch aktiven Regionen gibt und viel Energie an das Meer abgeben.

Dieses thermische Ungleichgewicht ist ein wichtiger Antrieb für chemische Reaktionen. Wenn man vereinfacht annimmt, dass die ganze Erde von einem Ozean bedeckt war und es überall brodelte wie in einem Kochtopf, so kann man zumindest grob abschätzen, wie komplex mögliche Moleküle werden können. 
Energie, Wasser und Mineralien sind die Elemente um Leben zu erzeugen.


Der Ozeanboden hatte eine Fläche von 82 *10^9 m². Geht man davon aus, dass eine ca 100 Meter hohe Wasserschicht im völligen Ungleichgewicht war, sind das ca. 10^13 m³ in denen die Chemie experimentieren konnte. Wenn pro Kubikmeter Wasser ein Gramm Chemikalien gelöst waren, so sind das 10^10 Kilogram und wenn Kohlenstoff als wichtigstes Molekül eine Rolle gespielt hat, sind das etwa 10^33 Kohlenstoffatome. Geht man von einer Reaktionsgeschwindigkeit von einer Million Reaktionen pro Molekül und Sekunde aus, führt das im Laufe von 300 Millionen Jahren auf 10^22 Reaktionen pro Molekül, zusammen mit den vielen Molekülen sind das 10^55 Versuche, die die Natur hatte. Dies ist natürlich eine sehr grobe Abschätzung, aber die Realität dürfte nicht um mehr als einen Faktor 10^20 davon abweichen.

Bei einem Würfelspiel könnte man mit 10^55 Versuchen leicht ein 70er Pasch werfen, also 70 mal hintereinander eine Sechs! Die Frage lautet also, gibt es bereits selbst-reproduzierende Moleküle die "nur" eine Komplexität von dieser Größenordnung haben. 

Einen interessanten Hinweis gibt die Analyse von Zellulären Automaten, die Stephan Wolfram im Buch "A New Kind of Science" [3] eingehend untersucht hat. Dort findet er, dass bereits ein Automat, der nur auf einer acht Bit langen Kette beruht und bereits Komplexität erzeugt. Das bedeutet in diesem Fall, in einer vom 256 verschiedenen Anordnungen findet man ausreichend Komplexität um beliebig komplexe Muster zu erzeugen. Das ist nicht mit Leben gleichzusetzen, aber sehr überraschend.

Betrachtet man die Komplexität vieler Proteine in Lebewesen, neige ich zur Antwort, ja das scheint plausibel, aber es ist schwer zu belegen. Möglicherweise benötigt man viel komplexere Moleküle, die menschliche DNA hat Milliarden Bausteine, aber es wurde ja auch nicht sofort ein Mensch in der Ur-suppe erzeugt! Leider gibt es keine Ursprünglichen Zellen mehr, alle haben im Lauf von 4 Mrd. Jahren enorm an Komplexität gewonnen und geben uns keinen direkten Hinweis auf die ursprüngliche Komplexität.

Sollte die Komplexität ausreichen, dann findet man sicher im Universum an verschiedenen Stellen Leben, benötigt man aber eine höhere Komplexität  dann endet man sehr schnell bei der Aussage, dass viele Universen, von der Größe wie unser sichtbares Universum sind, notwendig sind um den Zufall Leben zu generieren. 

Leben ist möglich

Wir wissen sicher, dass Leben möglich ist, sonst würden wir das Leben und wir uns nicht beobachten. Offensichtlich ist das Leben innerhalb kurzer Zeit, verglichen mit dem Alter der Erde, entstanden. Unter der Annahme, dass das Leben erst nach längerer Zeit in der Ursuppe entstanden ist, ist auch klar, warum das im Labor nicht leicht nachzuahmen ist. Die Bioreaktoren sind um sehr viele Größenordnungen zu kein und die Wartezeit ist zudem sehr groß, in menschlichen Maßstäben gemessen. 

Um entscheiden zu können, ob es eine Tendenz gibt, dass in Wasser unter günstigen Umständen Leben leicht entsteht hilft nur die Untersuchung vergleichbarer Bedingungen. Das bedeutet, wir müssen zu den Jupiter und Saturnmonden reisen, die offensichtlich Ozeane aus Wasser unter dem Eis haben. Wenn wir dort Leben entdecken, dann ist die Frage nach der Wahrscheinlichkeit für Leben gut eingegrenzt. Wenn wir immer nur sterile Welten antreffen, dann spricht einiges dafür, dass das Leben wirklich ein sehr seltener Zufall ist.

Warum wir das wissen müssen?

Bleibt noch die Frage, warum die Beantwortung der Frage nach der Wahrscheinlichkeit für Leben sehr brisant ist. 

Wenn die Entstehung von Leben ein relativ wahrscheinlicher Prozess ist, dann wird die Frage, warum wir bisher keine andere Zivilisation im Weltall getroffen haben wichtig. Tatsächlich erscheint es so, wenn ich dem Buch "Das Lebendige Universum" folge, dass die weiteren Schritte, etwa Photosynthese, sexuelle Fortpflanzung, komplexe Gehirne usw. vermutlich immer wieder erfunden werden, da die Evolution einfach ein extrem effizientes Verfahren zum Abtasten der Möglichkeiten ist. Genaugenommen sind die einzelnen Schritte nicht alle gleich einfach zu erreichen, aber hinreichend gut auffindbar.
In Erinnerung an Professor Ruder und das Weltall


Das bedeutet aber, wenn Leben leicht entsteht, dann entsteht zwangsläufig auf geeigneten Planeten nach einigen Milliarden Jahren eine weltraumfahrende Zivilisation. Für diese Zivilisation ist es möglich, unsere Galaxie, die "nur" 100.000 Lichtjahre groß ist, innerhalb einiger Millionen Jahre zu besiedeln.

Da diese Besiedelung offensichtlich nicht erfolgt ist, muss es noch ein zweites Problem geben, wenn man eine galaktische Zivilisation werden will. Dieses Problem wird oft als der Große Filter bezeichnet. Er könnte vor uns liegen und in Form von einer massiven Katastrophe eintreten. Diese Katastrophe wäre von derartigen Dimensionen, dass das Leben als solches auf der Erde vernichtet wird.
Was könnte es sein?
  • Ein Atomkrieg ist zwar schrecklich, würde aber vermutlich nicht einmal die Menschheit auslöschen sondern "nur" einige Milliarden Menschen töten.
  • Ein Biounfall könnte ähnliche Auswirkungen haben aber schwerlich das Leben als solches zerstören.
  • Der Klimawandel ist eher unter "harmlos" einzustufen, solange er nicht Verhältnisse wie auf der Venus erzeugt.
  • Kann die künstliche Intelligenz alles zerstören, darüber wissen wir wenig, Nick Bostrom hat das näher analysiert.
  • Gibt es noch unverstandene Naturgesetze oder Anwendungen analog der Atombombe, die einen Planeten komplett zerstören kann, das ist reine Spekulation.
Als alternative Erklärung kann natürlich dienen, dass wir einfach die Ersten sind und alles gut weiter geht. Damit das aber nicht reine Spekulation beleibt, ist es wichtig zu diesen Fragen intensiv zu forschen, insbesondere Astronomie, Biologie und Geologie können dafür wichtige Erkenntnisse bringen. 

Es wäre doch zu schade wenn der erste Funke Leben im Universum sich selbst auslöscht!

Quellen:

[1] Das lebendige Universum, Dirk Schulze-Makuch, Dr. William Bains, Springer Berlin Heidelberg, 2019, Print ISBN: 978-3-662-58429-3, Electronic ISBN: 978-3-662-58430-9
[2] Erstes Leben schon vor vier Milliarden Jahren? scinexx 2015
[3] A New Kind of Science. Wolfram Media Inc., Champaign Ill 2002. ISBN 1-57955-008-8.
 


Freitag, Februar 12, 2016

Gravitationswellen nachgewiesen

Dieser Beitrag ist Hanns Ruder (1939 - 2015) gewidmet.

Erstmals wurden Gravitationswellen direkt nachgewiesen!

Wenn man von einer Jahrhundertentdeckung [1] sprichtsollte Vorsicht geboten sein. Im Falle des Nachweises von Gravitationswellen halte ich als Physiker dies allerdings für wirklich angebracht. Albert Einstein hat die dazu notwendige Theorie, die Allgemeine Relativitätstheorie (auch gerne als ART bezeichnet) 1916 aufgestellt. Die darin enthaltenen Differenzialgleichungen beschreiben das mögliche Ausbreiten von Wellen in Form einer Raumzeitverzerrung.
Die Verschmelzung der beiden schwarzen Löcher in einer guten Simulation

Dies ist, andere Physiker mögen mir die Vereinfachung verzeihen, ähnlich wie bei den Maxwellgleichungen, die im 19. Jahrhundert (1861-1864) entdeckt wurden und aus denen die Ausbreitung der Elektromagnetischen Wellen folgt. Sie sind die Grundlage von fast allem, was mit heutiger Kommunikation zu tun hat: Licht, Radiowellen und auch Röntgenstrahlen.
Quelle des Videos ist der lesenswerte Artikel zur Entdeckung in der FAZ

Bedeutung für das tägliche Leben

Die Messungen erforderten derart genau Messungen, dass schwer vorstellbar ist, dass dies für alltägliche Anwendungen irgendeine direkte Bedeutung hat.
Aber die Bedeutung liegt an einer anderen Stelle: Durch die Bestätigung der Gravitationswellen ist ein sehr wichtiger Baustein der Relativitätstheorie bestätigt. Damit ist es nicht mehr nötig nach einer anderen Erklärung zu suchen, warum sich die Wellen der Gravitation bisher nicht nachweisen ließen.

Dies ist ähnlich wie auf einer Suche nach einem Reiseziel. Wenn man die richtige Autobahnauffahrt gefunden hat, dann weis man, man kommt jetzt schnell voran. Ähnlich läuft es bei der Suche nach dem physikalischen Wissen, auf dem unsere Kultur basiert. Wenn eine wichtige Theorie eine derart zentrale Bestätigung erhält, dann weis man, diese Theorie ist im Kern richtig.

Die Beobachtung macht den Weg frei

Durch die Beobachtung kann man zum einem viele alternative Theorien zur Gravitation zu den Akten legen und zudem kann man aus Details der Beobachtung relevante Rückschlüsse auf die Raum-Zeit Struktur des Universums folgern. 
In der Physik gibt es ein zentrales Forschungsproblem: Quantenmechanik und Relativitätstheorie sind nicht vereinbar. Das 20. Jahrhundert hat zwei fundamentale Naturbeschreibungen hervorgebracht: Die ART von Albert Einstein und die Quantenmechanik. Mit der Quantenmechanik können wir heute so praktische Sachen wie Energiesparende LEDs bauen, aber auch der Computer an dem ich diesen Blog schreibe wäre ohne Verständnis der Quantenmechanik nicht denkbar.
Merkwürdigerweise sind aber beide Theorien nicht verträglich. Es muss noch eine tieferliegende logische Struktur geben, auf der unser Universum basiert. Um diese zu erforschen, ist es äußerst hilfreich, dass die Gravitationswellen entdeckt wurden. Es ist wie ein blaues Autobahnhinweisschild, wir sind auf dem richtigen Weg.

Das Ziel

Wann wie und in welcher Form die Quantentheorie und die Relativitätstheorie zusammengeführt werden, vermag ich natürlich nicht zu sagen, aber die Bedeutung ist, um wieder auf das 19. Jahrhundert zurückzukommen, vergleichbar mit dem Zusammenführen von Magnetismus und Elektrizität in den Maxwell Gleichungen. Danach hat sich die menschliche Zivilisation grundlegend verändert. Der Elektromotor und Generator haben das Energiesystem mit Strom ermöglicht. Die Radiowellen und das Licht haben unser Kommunikationssystem bis hin zum Internet und Mobilfunk ermöglicht.
Welche völlig neuartigen Möglichkeiten eine Theorie die Quantenmechanik und Relativitätstheorie vereint, kann man kaum erahnen.

Unser Weltbild auf einem besserem Fundament

Seit Newton und Galilei versucht die Physik unsere Welt auf Basis von Experimenten und mathematisch formulierter Theorien zu verstehen. Das ist bisher erstaunlich gut gelungen. Die Entdeckung der Gravitationswellen ist dabei ein klassisches Beispiel: Das Michelson-Morly-Experiment hat 1887 gezeigt, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant ist. Daraus hat Einstein letztendlich die Allgemeine Relativitätstheorie abgeleitet und die Gravitationswellen vorhergesagt. Deren Entdeckung haben wir jetzt erlebt! Damit ist eine Theorie fundamental bestätigt.

Einige erstaunliche Zusammenhänge

Die erste Pointe an der Bestätigung ist: Für die Aussendung der Gravitationswellen waren schwarze Löcher verantwortlich, die ebenfalls von der ART (erkannt von Schwarzschild) vorhergesagt wurden.

Die zweite Pointe ist, das Messsystem basiert auf einem LASER, einer quantenmechanischen Form der Lichtverstärkung die ebenfalls von Einstein vorhergesagt wurde.

Die dritte Kuriosität ist, dass die Messung mit einem Michelson Interferometer erfolgte, das auch für die Entdeckung der Relativitätstheorie eine zentrale Rolle spielte.

Quellen:
[1] B. P. Abbott et al. (1000 Autoren!), Observation of Gravitational Waves from a Binary Black Hole Merger, PRL 116, 061102 (2016)

Samstag, Mai 10, 2014

Innovativ schlafen

Am richtigem Ort schlafen

Immer wieder lese ich, dass Menschen ihre Ideen im Schlaf in Form von Träumen bekommen.
Da könnte etwas dran sein, zumindest ist der Mensch im Traum weniger durch die harte Realität limitiert und kann sich vieles erträumen.
Aber könnte man das nicht gezielt nutzen, indem man abwechslungsreich schläft. 

Ungewöhnliche Orte für den Schlaf

Wenn ich auf meine eigenen Erlebnisse zurückblicke, habe ich zumindest das Gefühl, doch an einigen ungewöhnlichen Orten übernachtet zu haben.
Zwanzig Jahre vor dem großen Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull habe ich dort gezeltet. (Bild Webcam vodafon)

Hier eine kleine Liste
  • Hotelbett (Jugendherberge bis fünf Sterne)
  • Pension
  • Bed&Breakfast
  • Bei Freunden
bisher nicht so aufregend
  • Minipackzelt
  • Expeditionszelt im Himalaya
  • Zelt am Eyjafjallajökull
  • Privat in New York
schon besser
  • Bahnhofsbank in Glasgow
  • Auto in den Krokodilsümpfen von Florida
  • Kabine im Kreuzschiff
  • Jacht
noch extremer
  • Buddhistisches Kloster (Nepal)
  • Neben einer Bärenfalle (USA)
  • Hüttendorf vor der Räumung (Bayern)
  • Besetztes Haus
  • Berghütte ohne Strom
  • Einsame Schilfhütte am Meer
Ich will die Liste jetzt nicht vollständig aufzählen, aber mir fällt eben auf, dass ich schon an sehr ungewöhnlichen Orten mein Haupt zur Ruhe gelegt habe.

Kreative Ideen durch verlassen des Alltags

Möglicherweise ist das hilfreich ungewöhnliche Orte aufzusuchen, wenn man kreative Ideen entwickeln will. Jeden besonderen Ort den ich besucht habe und an dem ich übernachtet habe, glaube ich zu erinnern. Ungewöhnliche Erinnerungen sind oft der Ausgangspunkt für ungewöhnliche Gedanken. Es ist ein Ausbrechen aus der Alltagswelt, der Abstand zu Konventionen wird größer, jene Konventionen, die oft die Gedanken ersticken.
Auf der anderen Seite ist es vielleicht so, dass kreative Menschen dazu neigen, ungewöhnliche Orte aufzusuchen und daher ungewöhnliches erleben. Vermutlich gibt es sogar eine Rückkopplung zwischen den spannenden Reisen und den Wunsch, noch mehr zu erleben. Und damit verstärkt dieses Verhalten sich selbst.

Reisen könnte bilden

Klassisch wird immer davon ausgegangen, dass Reisen bildet, aber dabei wird wenig über die Umstände und Ziele gesagt. ich vermute, dass sehr unterschiedliche Reisen und Erfahrungen sehr zur Entwicklung beitragen. Und nicht zuletzt das ungewöhnliche Nachtlager.

Fazit

Ob es wirklich hilft an sehr vielen ungewöhnlichen Plätzen zu übernachten weis ich natürlich nicht, aber ich freue mich über Kommentare und Hinweise zu dem Thema. Und vielleicht habe ich den einen oder anderen dazu angeregt, mal seine eigenen zehn ungewöhnlichsten Orte der Nachtruhe zu erinnern.

Sonntag, Dezember 27, 2009



Überall Blaulicht
Nein, nicht hier ist weder Polizei noch Feuerwehr, Leuchtdioden sind heute fast immer blau. Dabei waren Leuchtdioden früher immer rot, da diese Farbe am einfachsten mit einem Halbleiter zu realisieren ist.
Ich erinnere mich noch an meinen Betreuer der Diplomarbeit, der versucht hatte eine blaue Leuchtdiode herzustellen. Was nicht weiter verfolgt wurde, da es nur eine Anwendung gab, das Signallicht für Fernlicht, das aus unerfindlichen Gründen blau sein muss.

Jetzt wo es das Licht schon mal gibt, und wo jeder blaues, kaltes Licht mit cool assoziiert, muss alles mit blauen Leuchtdioden bestückt werden. Insbesondere Kontrolllichter, der USB-Hub hat eine so helle Leuchtdiode, dass ich die bereits zugeklebt habe. Genau so wie mein Navi im Auto, das eine extrem helle blaue Leuchtdiode hat, inzwischen auch zugeklebt. Wer will schon immer Fernlicht.
Zudem muss natürlich ein USB-Stick blau leuchten wenn er 8 GB hat und nicht zu vergessen, der Netzstecker meines neuen Dell-Laptops.

Vor über hundert Jahren gab es die blaue Blume der Romantik, heute die blaue Diode der Prosaik.

Somit ist die Erfindung blaue LED zur Innovation geworden, Leitlicht der Gegenwart

Weitere "sinnvolle" Anwendungen blauer LEDs:


Und wo leuchtet es bei Ihnen unerwartet blau?

Mittwoch, September 02, 2009

Glühbirne verglüht
Seit 1. September 2009 wird zurückgeleuchtet, volles Leuchtstoffrohr.

Eigentlich will ich da nicht polemisch werden, aber es ist schon erstaunlich, was das Gesetz fordert. Glühbirnen werden verboten. Warum? Ein gewisser Energieeinspareffekt ist möglich, aber warum werden dann nicht zuerst Elektroheizungen verboten? Diese wandeln 100% des Stroms in Wärme um und nicht "nur" 95% wie eine Glühbirne, die nebenbei noch Licht erzeugt.

Glühbirnen sind die einzige (gebräuchliche) künstliche Lichtquelle mit einem kontinuierlichen Spektrum. Warum ist das entscheidend? Wenn ich mit einer Leuchtstoffröhre, die heute oft zu Energiesparlampen gebogen ist, Licht erzeuge, hat dieses Licht Spektrallinien. Liegt so eine Linie nicht exakt auf der Wellenlänge der roten Tomatensoße, dann sehen die Spagetti grau aus.

Und das ist das Problem! Der Mensch hat ein sehr empfindliches Sehen, wenn es um Farben von Nahrungsmittel geht, der Unterschied zwischen genießbar und verdorben ist oft gering. Sparlampen lassen Lebensmittel verdorben aussehen. Ja daran wird man sich gewöhnen müssen. Ob es die geringe Einsparung an Energie gerechtfertigt soll doch der Verbraucher selbst entscheiden.

Weitere zukünftige Entscheidungen
  • Maximal 5 Minuten Duschen (reicht zum Säubern)
  • Vollbad nur für Kranke
  • Raumtemperatur auf 17°C (War so in Rumänien vorgeschrieben)
  • Hände kalt waschen
  • Nur noch 3Liter Autos
  • usw.
Nebenbei bemerkt, jeder dieser Vorschläge würde mehr Energie sparen als das Glühlampenverbot.

Die Glühbirne ist eine der wichtigsten Innovationen der Industriegeschichte. Ich fordere Denkmalschutz für sie.

Samstag, Dezember 27, 2008




Kein einfacher Anschluss
 Über Weihnachten kommt man in viele verschiedene Wohnungen auf Besuch. Und vermehrt sehe ich provisorische Deckenlampen, manchmal schamhaft unter einem Ballon verhüllt. Warum? Weil immer öfter umgezogen wird und inzwischen die Lebensdauer einer Sparlampe die Verweildauer in der Wohnung übertrifft. 
Das wahre Problem ist, es gibt keinen Lampenstecker!
Man stelle sich vor, jedes Elektrogerät müste mit Lüsterklemmen angeschlossen werden. Man hatte früh die Steckdose erfunden. Und Edison hat nicht die Glühlampe erfunden, sondern das Gewinde für die Glühbirne. Die mobile Gesellschaft braucht die Steckdose für Deckenlampen!

Diese Innovation erfordert eine geschickte Einführung und Norm, aber dann gibt es einen riesigen Markt.