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Freitag, Juli 27, 2018

Elektronisch bestellen, "fast" kein Problem

Erlebnisse bei einer realen Bestellung

In diesem Blog will ich mal berichten, wie es mir ergangen ist, als ich einen Laptop elektronisch bestellen wollte.
Es sind vermutlich Erfahrungen, die jeder mal in der einen oder anderen Form nachen muss. 

Ein neuer Notebook

Seit gepflegten sieben Jahren schreibe ich auf meinen Lenovo T420s nicht nur meine Blogbeiträge sondern fast alles, was täglich anfällt. Zudem macht der Notebook viele Reisen mit, insbesondere auf dem Fahradgepäckträger, daher ist er jetzt langsam etwas altersschwach.

Ein neues Modell ist nach einiger Zeit gefunden, es soll ein Lenovo Yoga werden, der aktuell ausgestattet ist. Die Bestellung soll über die Hochschule erfolgen und da ich in der Wirtschaftsinformatik bin sollte all das folgende kein Problem sein, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Am 28. Juni 2018 schreibe ich meine erste E-Mail um Anzufragen wie das mit der Bestellung genau geht.

Wie geht bestellen?

Direkt online Bestellen geht natürlich nicht, das muss über die elektronische Bestellseite der Hochschule laufen. Aber dort gibt es eine Nummer, welcher Haushaltstitel für die Bezahlung in Frage kommt. Nach wenigen Mails an den Dekan, ist klar, die Mittel sind da, ich kann gerne bestellen.
Nur noch schnell im Rechenzentrum nachgefragt, ob denn der Rechner zulässig ist und über welchen Händler die Bestellung erfolgen soll.
Da der Rechner etwas über 2000 € kostet, ist das eigentlich ein Problem, da aber ohne Mehrwertsteuer der Betrag unter 2000 € liegt ist es doch kein Problem, ich muss nur drei Angebote einholen und das Billigste wählen. Netterweiese ist im Rechenzentrum bekannt, wie die teueren Anbieter heißen. 

Jetzt geht's endlich los

Online Bestellformular der Hochschule aufgerufen und alles eingetippt, insbesondere Haushaltsnummer und die URL der verschiedenen Rechnerhändler. Nur noch ein Klick und ich habe die Bestellung abgeschlossen, puh war doch nicht so schwer wie gedacht. In der Liste meiner Bestellungen sehe ich schon den Eintrag meiner aktuellen Bestellung.

Nach einer Woche dann doch mal einen Kontrollblick, warum die Lieferung auf sich warten läßt. Ach je, bei der Eingabe wurde ein falsches digitales Zertifikat verwendet. Ok, kann passieren, kurz zum Rechenzentrum laufen, nachfragen wo das Problem liegt. Kein Problem, man kann selbst ein neues Zertifikat über den Browser beantragen.

Digitales Zertifikat

In jeder Vorlesung erwähne ich, wie wichtig digitale Zertifikate sind, daher erneuere ich gerne mein digitales Zertifikat. Mein bisheriges Zertifikat hat zwar immer gute Dienste geleistet, insbesondere für das Eintragen der Noten auf dem Hochschulsystem, aber was tut man nicht alles für eine Bestellung. Doch leider geht Beantragen eines Zertifikats neuerdings nicht mehr, wenn man Google Chrome verwendet. Also Internet Explorer mit der passenden URL aufgerufen und, geht auch nicht. Man muss, wie ich nach Rückfrage erfahre, den Firefoxbrowser installieren. Kein Problem, nach weiteren zehn Minuten Arbeitszeit habe ich jetzt einen weiteren Browser auf meinem alten Laptop und tatsächlich ich kann damit ein DFN Zertifikat erneuern.
Nur noch das Zertifikat in den Browser importieren und die Bestellung abschließen. Doch leider geht das nicht, da das Zertifikat ungültig ist. Jetzt ist guter Rat teuer oder besser einige Telefonate sind nötig.
In der Bestellabteilung ist das schwer zu verstehen, daher wieder an das nette Rechenzentrum gefunkt, dort gehts weiter zur Programmverwaltung, letztendlich liegt das Problem in der Schreibweise meines Namens, der muss in Großbuchstaben im Zertifikat vorliegen.
Ok, nochmal das Zertifikat beantragen, aber das geht nicht, da jetzt ja ein anderer Name vorliegt. 

Digitales Zertifikat 2. Runde

Ich muss jetzt ein Papierformular ausfüllen und dieses unterschrieben ins Rechenzentrum bringen, dort werde ich dann an einen Menschen weitergeleitet, der mir bestätigt, dass ich ich bin und er für mich ein neues Zertifikat anfrägt.
Tatsächlich erhalte ich eine E-Mail mit einer passenden URL, kann über den Firefoxbrowser das Zertifikat herunterladen und muss bei der Neuinstallation des Zertifikats einige sehr heikle Fragen beantworten, etwa: Wenn Sie das alte Zertifikat entfernen, können sie alle alten Dokumente nicht mehr lesen! Will ich das wirklich? Zum Glück kann man das umgehen und mehrere Zertifikate einspielen so dass ich nicht von meiner digitalen Vergangenheit abgeschnitten bin.

Bestellung 2. Versuch

Routiniert gebe ich jetzt meinen Bestellwunsch in das digitale Bestellwesen ein und tatsächlich, Bestellung wird als angenommen angezeigt.

Ein kleiner Auszug aus der Kommunikation. Was wohl in der E-Mail im Anhang war weiß man erst wenn man alles geöffnet hat. Auch hier, neben dem Font, gibt es Verbesserungspotential.

Wenige Tage später bekomme ich die Mitteilung der Bestellabteilung, dass die Bestellung an den Versandhändler ausgesendet wurde und ich freue mich auf meinen neuen Laptop.
Doch auch nach einer Woche keine Mitteilung aus der Verwaltung, dass mein Rechner angekommen ist.
Da muss ich doch nochmals nachfragen. 

Hotline Öffentliche Aufträge 

Eine große Überraschung für mich ist, als ich den Händler anrufen will, dass es dort sogar eine eigene Hotline für öffentliche Auftraggeber gibt. Bei dieser Hotline gibt es erstaunlicherweise keine Wartezeit und eine nette Dame aus Sachsen versucht mein Problem zu verstehen. nach einigen Rückfragen stellt sich heraus, dass die Bestellung, die per E-Mail eingegangen ist offensichtlich verloren ging. Was das jetzt immer für einen Grund hat, Spamfilter? Datenschutz? Letztendlich muss ich nochmals bestellen.

Dritter Versuch

Zurück in der Bestellabteilung der Hochschule, dort ist man überrascht, aber verspricht mir, sofort die Bestellung wieder abzusenden und sogar telefonisch zu klären, ob alles laäuft. 
An dieser Stelle wirklich mein Dank an unsere sehr nette Verwaltung, die sich offensichtlich viel Mühe gibt. Ich hoffe jeder hat derart nette Kollegen.
Doch leider ist die Geschichte jetzt nicht zuende, denn der Preis des Laptops hat sich inzwischen um 40 Euro erhöht. Ein nach meiner Ansicht seltener Vorgang, aber wer die Speicherpreisentwicklung kennt, auch nicht ganz verwunderlich.
Zum Glück ist der Preis nicht über die magische Grenze von 2000 € Netto gerutscht, sonst würde der Blog zu lange werden. 
Also die Preiserhöhung ist ok, die Bestellung kann nochmals ausgelöst werden. 

Ende

Die Geschichte ist jetzt gut ausgegangen, am 26.7.2018 erhalte ich die E-Mail, dass mein neuer Rechner zur Abholung bereit ist. Ich halte den Rechner X1 Yoga von Lenovo in meinen Händen und schreibe diesen Satz bereits auf meinem neuem Rechner. Hierbei möchte ich allerdings anmerken, dass bei der Installation meiner gewohnten Umgebung noch einiges zu tun ist, insbesondere Microsoft drängt sich immer wieder dazwischen. Aber das kennen wir ja.

Digitales Deutschland

Wir reden viel über Industrie 4.0 und autonomes Fahren, aber selbst einfache Prozesse, wie die Bestellung eines Laptops sind nicht digital abgebildet. Es gibt viele Schnittstellen und an jeder kann es haken. 
Eine Lösung könnte sein, dass man selbstverantwortlich digital direkt bestellt, die erhaltene Rechnung digital in der Verwaltung aufschlägt und dort dem Konto des Verantwortlichen zugeordnet wird. Im Fall von Missbrauch wird der Verantwortliceh zur Rechenschaft gezogen, was er ja auch heute wird, aber ansonsten wäre durch solch einen Prozess viel Zeit und Nerven gespart. 
Digitale Welt muss man wagen und nicht über alte Prozesse verzagen.

Ähnliche Betrachtungen habe ich in meinem Blogbeitrag "Papierbelege Digitalisieren" dargestellt.

Dienstag, Dezember 26, 2017

Produkte, die verschwunden sind

Vom Aussterben von Produkten

Im Lauf meines Lebens sind schon viele Produkte, die mal richtig wichtig waren, nahezu vollständig verschwunden. Ich will in diesem Nachruf auf meine kleine Geschichte zu dem jeweiligen Produkt hinweisen. Die Reihenfolge entspricht meiner unsortierten Liste der Erinnerungen.

Wählscheibe

Unser erstes Telefon, das wir nach langen Diskussionen in der Familie über die Kosten und Nützlichkeit, in den 1970er-Jahren bekommen haben, hatte eine Wählscheibe und war grün. Die Farbe Grün kostete einen Aufpreis von 1 DM im Monat! Das Telefon gehörte auch nicht uns, sondern der Post. Wollte man jemanden erreichen, steckte man den Finger in eine Scheibe mit zehn Löchern, drehte die Scheibe im Uhrzeigersinn bis zu einem metallenen Anschlag, nahm den Finger heraus und wartete bis sich die Scheibe wieder in die Ausgangsposition zurückgedreht hatte. Dann kam die nächste Nummer!
Zum Glück waren die Telefonnummern früher kürzer, unsere hatte nur drei (!) Stellen und Ferngespräche, insbesondere internationale, waren wegen der Kosten sehr selten.

Als Kinder hatten wir schon vor dem Eintreffen des echten Telefons das Wählen an einem Spielzeugtelefon geübt, sodass uns das Ganze völlig normal vorkam.

Telefonhäuschen

Als ich ein kleines Kind war, ging man zum Nachbar, der ein Unternehmen hatte und telefonierte dort. Das geschah aber höchstens einmal im Quartal. 
Dann gab es ein Gerücht, am Bahnhof soll eine Telefonzelle gebaut werden, zunächst sah man nur einen Betonsockel, aber innerhalb von einem Jahr stand da tatsächlich eine "moderne" gelbe Telefonzelle. Telefonieren ohne den Nachbarn zu nerven, welch ein Traum. Meine Tante schenkte mir mal eine Mark, damit ich Sie von dieser Telefonzelle aus anrufe. 
An vielen Orten fand man dann die gelben Häuschen, insbesondere beim Postamt. Während des Studiums war jede Woche ein Besuch in der nächstgelegenen Telefonzelle angesagt, um Zuhause den letzten Stand der Dinge durchzugeben, aber wie stand so schön an der Glaswand: "fasse Dich kurz" was ich aufgrund von Geldmangel immer gerne eingehalten habe.

Zwei Telefonzellen in Gelb am Titisee
Mit der Einführung der Magenta Telefonpunkte der Telekom war der Höhepunkt dieser Zelle überschritten. Bald rochen sie immer strenger und waren immer öfter kaputt, und inzwischen sind sie aufgrund des Smartphones ausgestorben.

Telefonbuch

Wer telefonieren will, muss die Nummer des Teilnehmers kennen. Dafür gab es ein Telefonbuch. Interessanterweise standen dort nur die Telefonnummern aller Menschen im Landkreis, Ferngespräche erforderten eine Anfrage bei der Auskunft. 
Aber in München, am Hauptpostamt neben dem Hauptbahnhof, gab es alle Telefonbücher Deutschlands (Westdeutschlands, versteht sich). Dort standen dann immer viele Menschen und blätterten nach Nummern, die sie in kleine Notizbücher, sogenannte Telefonbüchleins, eintrugen. 
Es gab auch Menschen, die konnten sich hunderte von Nummern merken, ich glaube dazu gehörte meine Mutter, als sie noch arbeitete.

Fahrplanbuch

Ein weiteres Buch, das Daten lieferte, war das Fahrplanbuch. Nach einem sehr speziellen Schema standen da die Abfahrtszeiten aller Züge der Region, etwa Oberbayerns. Wollte man eine Reise antreten, musste man mit viel Geschick eine Route finden und passende Anschlüsse.
Gab es eine Fernreise ging man zum Bahnhof, dort waren weitere größere Fahrplanbücher verfügbar und man konnte eine Deutschlandreise planen. 
Da die Bundes-Bahn alle sechs Monate die Fahrpläne änderte, war man gezwungen, halbjährlich, gegen eine Schutzgebühr von einer Mark, einen neuen Fahrplan zu kaufen. 
Mit dem nahezu sensationellem Erscheinen der Fahrplan CD war dieses Buch am Ende. 

LP

Für Langspielplatten soll es ja wieder Anhänger geben, aber das ist schon ein Zeichen, dass es nicht mehr der Mainsteam ist. Das gilt sogar für alle drehenden Datenspeicher. Weder CD, DVD noch Festplatte werden dieses Jahrzehnt überleben. Aber es wird immer Nischen geben und immer Freunde von Oldtimern.
Die LP ist gestorben, weil besserer Klang und einfachere Handhabung der CD alle überzeugt hat. Für mich gab es nie eine LP, da ich von Anfang an, will sagen von meinem Musikalter an, überzeugt war, dass die LP verschwindet und die CD kommt. Daher habe ich eine gewisse CD Sammlung, aber noch nie eine LP besessen.

Kassette

Die Musikkassette war eine merkwürdige Übergangstechnologie. Auf der einen Seite hat sie das Spulen Tonband beerbt, weil sie weniger Platz benötigt und einfach zu handhaben war, andererseits war sie nicht digital, wie der Nachfolger der LP, die CD. 
Originellerweise war mein erster Datenspeicher aber doch eine Musikkassette, auf den mein Sinclair ZX80 seine Daten unter erstaunlichem "Gejaule" überspielt hat. Also eine liebenswerte Zwischentechnologie auf dem Weg ins Digitalzeitalter.
Für die Musikindustrie hatte die MC den großen Vorteil, dass die Aufnahmequalität eher schlecht war, sodass keiner eine 2. oder gar 3. Generation kopierte. 
Mit dem Walkman war die MC aber auch ein Fingerzeig auf unsere Smartphones. Ich hatte dereinst einen Walkman mit eingebautem Radio und Lautsprecher (ca. 1983). Damit war man "online, wenn man Nachrichten hörte, und autonom, wenn man sich seine Musik aussuchte.

Röhre

Mit der Erfindung der Elektronenröhre begann das elektronische Zeitalter. Damit war es erstmals möglich, hochfrequente elektrische Signale zu verstärken, was insbesondere dem Telefon, dem Rundfunk und später der Digitaltechnik sehr half.
Technisch bedingt brauchen Elektronenröhren viel Strom und viel Platz, sodass sie nur für stationäre Geräte infrage kommen und immer erst vorgeglüht werden müssen.
Zu Hause hatten wir zwei Röhrenradios, die erst nach einige zehn Sekunden nach dem Einschalten Töne von sich gaben. Besonders faszinierend war für mich das "Magische Auge", eine Elektronenröhre, die mit Phosphor beschichtet war und mit der man erkennen konnte, wie gut ein Sender im Radio eingestellt war.
Außer in der Szene der Hi-Fi Fetischisten findet man heute praktisch keine Elektronenröhre mehr.

Röhrenmonitor

Die Braunsche Röhre war der Gipfel der Elektronenröhre. Sie kann Bilder auf einem Bildschirm erzeugen, damit kam das Fernsehen, zuerst s/w dann in Farbe. Bis zu massiver Größe von fast einem Meter ist der Röhrenmonitor auch ein echtes Dinosaurier der Röhrentechnik.
Mein erster Fernseher, s/w, wurde im Studium zu einem Computermonitor umgebaut, indem ich einen 5 MHz Eingang angebaut habe. Damit hatte ich ein viel besseres Bild, als alle die per HF Signal eingespeist hatten. Doch das Problem des Flimmerns und der unscharfen Pixel blieb bis zum Eintreffen der Flachbildschirme. Mein erster Flachbildschirm war wieder ein Computermonitor, jetzt an einem Laptop ca. 1990 und in s/w.

Glühbirne

Wenn es ein Symbol für Erfindungen gibt, dann ist es die Glühbirne. Daniel Düsentrieb hatte immer ein Helferlein, das mit einem Glühbirnenkopf rumlief. 

Bis heute ist bei Powerpoint das Symbol für Idee eine Glühbirne, auch wenn das bald keiner mehr versteht. Ähnlich wie die Diskette für "speichern" unter Windows als Symbol verwendet wird.
In meiner Kindheit gab es immer zwei Gründe, wenn es im Zimmer plötzlich dunkel wurde, entweder ist die Glühbirne kaputt gewesen oder es gab Stromausfall. Ja, man hatte früher nur eine Glühbirne pro Raum und sonst hat nichts ständig geleuchtet, Ausnahme, der Radio, wenn er eingeschaltet war.

Nickel-Cadmium Akku

Strom und Batterien gab es schon lange, als die Nickel-Cadmium Akkus auftauchen. Ein Traum für den jugendlichen Batterie-Benutzer. Die Batterien waren sehr teuer, man hatte immer mit dem Memory Effekt zu kämpfen und am Schluss wusste keiner wohin, da sich langsam herumgesprochen hatte, dass Cadmium eigentlich nicht gesund sein sollte.

Holzbefeuerter Küchenherd

Meine ersten Erinnerungen in der Küche waren ein Holzofen, in dem kurze Holzstücke geworfen wurden und dann alles so heiß wurde, dass ich nicht in die Nähe durfte. Manchmal wurde das weiße Türchen geöffnet und weiteres Holz eingeworfen. Ganz rechts war ein großer Wasserbehälter, der nach dem Kochen voll mit warmen Wasser für das Abspülen war. 
So ähnlich sah wohl unser alter Küchenherd aus.

Bald kam aber ein Mann und brachte einen Elektroherd mit Eisenplatten, montierte kompliziert am Sicherungskasten und erklärte all die neuartigen Funktionen des Herds. Die Frontseite war immer noch weißes Email, aber kein Ofenloch mehr, sondern nur noch ein Backrohr. 
Der alte Ofen blieb in der Küche, bekam eine große Holzplatte als Abdeckung und war damit eine gute Arbeitsfläche. In Betrieb wurde das "Back-up" nie wieder genommen.

Zimmer-Ölofen

Wärme gab es in unserer Wohnung bald mit Ölöfen. Ein sehr seltsames Gebilde aus heutiger Sicht. 
Im Schuppen stand ein Ölfass, das voll mit Diesel war, ja früher gab es da keine rote Farbe. Dieses Öl wurde in eine Gießkanne, ähnlich der für das Wasser im Garten, gefüllt. Dann trug man die Kanne unter mehr oder weniger Geklecker in die Wohnung und füllte die 10 Liter im Zimmer in den Ofen.

Das richtige Abenteuer war aber das Anzünden! In der Frühe kam immer meine Mutter ins Zimmer, schaltete den Ofen an, genaugenommen floss jetzt etwas Öl in den Brennraum. Nach etwa zwei Minuten öffnete man den Deckel des Brennraums, lies dann geschickt ein Zündholz in das Öl fallen und nach einigen Minuten wurde der Ofen spürbar warm.
Wehe, man hatte zu lange mit dem Anzünden gewartet, dann stand das Öl etwa fünf Millimeter hoch im Brennraum, nach dem Anzünden, das dann nur noch mit einem Knäuel Zeitungen gelang, begann das Feuer so stark zu brennen, dass das Ofenrohr rot glühte.

Nach dem Umzug in eine neue Wohnung gab es Heizkörper in jedem Zimmer und ich glaube, die alten Zimmer-Ölöfen sind inzwischen sehr rar geworden.

Fensterladen

Da Heizen teuer war, wurden die Fenster in der Nacht mit einem Fensterladen verschlossen. Fensterläden sind ein sehr guter Wärmeschutz, wenn sie gut schließen. 
Die Mühe bestand aber darin, die Läden zu schließen, dazu müssen die Fenster ganz geöffnet werden, ein Haken, der den Fensterladen an der Wand fixierte, gelöst werden und der Laden nach Innen gezogen werden. Dass das eine echte Gymnastik war erlebte ich, als meine Mutter sich einmal einen Hexenschuss bei dieser Übung holte. 
Das Rollo ist zwar hässlich, aber übernimmt heute fast immer die gleiche Funktion. 

Wäscheschleuder

Waschen mit der Waschmaschine ist eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts, nach Rosling vermutlich eine der Ursachen, dass Frauen heute nicht mehr zu Hause sein müssen und damit die Gleichberechtigung erlangt haben. 

Eine Waschmaschine kam bei uns auch früh ins Haus, aber auch eine Wäscheschleuder. Das war ein zylinderförmiger Behälter, den ein Elektromotor auf hohe Drehzahl brachte, sodass die Kleidungsstücke darin vorgetrocknet wurden.  
Ich weiß noch wie ich immer bewundernd von oben in die rotierende Wäsche sah und beobachtete wie das Wasser unten in einen kleinen Eimer lief. Es gab da keine Sicherheitstüre, ich hätte jederzeit mit meinem Arm in die Schleuder greifen können. Habe ich aber nicht, da (früher?) alle Kinder etwas schlauer waren.
Heute ist die Schleuderfunktion in die Waschmaschine integriert und das Umladen in die separate Schleuder entfällt. 

Leiterwagen

Vor der Zeit des Autos und des dazugehörigen Kofferraums mussten die Menschen Ihre Sachen auch nach Hause bringen. Fast niemand hatte dafür eine Kutsche, sondern fast jeder einen Leiterwagen.
Wir hatten natürlich auch einen und ich erinnere mich, wie wir damit zum Bahnhof gefahren sind und an der Güterhalle an der Laderampe die Stückgutsendung "Kinderschaukel" abzuholen. Das lange Paket kam auf den Leiterwagen und wurde heimgezogen. 
Das war wohl der letzte produktiver Einsatz unseres Leiterwagens

Den letzten Leiterwagen im "produktiven" Einsatz habe ich in Tübingen 1988 gesehen, dort ist ein alter Mann damit durch die Stadt gezogen, um altes Eisen zu sammeln. Leider ist auch er aus dem Stadtbild längst verschwunden.

Telefonkabelverlängerung

Eine der unglaublichsten Erfindungen war das Telefonverlängerungskabel. In jeder Wohngemeinschaft war das ein Pflichtzubehör zum Telefon. Immer wenn das Telefon läutete, fragte man, wer wird gewünscht und hat dann das Telefon in das passende Zimmer getragen und die Türe geschlossen. Nach einiger Zeit hatte dieses Kabel viele Knicke und neigte zum Verdrillen, wie auch die Schnur zum Telefonhörer.
Unglaublich ist aber, dass das Stück von 5 Meter Länge jeden Monat eine Mark Miete gekostet hat. 
Funktelefone und Handys haben hier das Kabel völlig abgelöst.

Telefonimpuls-Zähler

Da Telefonieren teuer war und in meiner Wohngemeinschaft Mitte der 1980er-Jahre sorgfältig abgerechnet wurde, gab es ein kleines graues Kästchen, in dem ein Zählwerk arbeitete und die Telefonimpulse, die je nach Entfernung des Gesprächspartners unterschiedlich häufig eintrafen, zählte. Am Ende eines Telefonats trug man in die Liste den Anfangsstand, den Endstand und die eigenen Impulse des Zählers ein, am Monatsende wurde dann in der Wohngemeinschaft abgerechnet. 

Flatrate? Das gab es noch nicht. Skype und Handy waren reiner Science Fiction.

Filterkaffeemaschine

Sicher noch nicht ganz ausgestorben und wer noch das Wort Melitta kennt weiß, Kaffeefilter.
Der Traum meiner Mutter war immer eine Kaffeemaschine. Dieser ging in Erfüllung, als sie für eine Lehrerin die Zulassungsarbeit in die Schreibmaschine eingetippt hatte. Der Lohn für die wochenlange Arbeit war eine Krups Kaffeemaschine!

Im Zeitalter von Latte Macchiato, Espresso und zwanzig andere Varianten von koffeinhaltigen Gebräu ist die alte Filtermaschine im Speicher verschwunden und dient nur als Back-up bei seltenen Gelegenheiten.

Transmission mit Lederriemen

Eine sehr gefährliche Form der Energieübertragung erinnere ich noch aus der Kindheit. Wenn der Nachbar sein Holz sägte, dann stand da ein Traktor mit einem großen Eisenrad und die Sägemaschine. Dazwischen lief ein Lederband und trieb die Säge an. Wer seinen Arm in diesen Mechanismus bekommen hatte, war arm dran, da Arm ab. 
Wir Kinder durften einfach herumstehen und zusehen.

Heute sind Elektromotoren so billig, dass jede Säge einen eigenen Motor hat und die sehr gefährlichen Transmissionsriemen sind zum Glück verschwunden. 

Fernsehantenne

Mit dem Fernseher kam früher auch die Fernsehantenne auf das Dach. Da wir aber in einem altem schönen Haus wohnten, verbat sich das. So montierte der Elektroinstallateur die Antenne einfach im Dachstuhl unter dem Dach. 
Viele Häuser hatten jedoch eine Antenne auf dem Dach, ein Anblick der in einer Altstadt nicht wirklich schön war. Ich erinnere mich noch an einen Artikel im Stern, der beschrieb, dass man durch Kabel das Problem lösen könnte und eine Fotomontage zeigte eine Stadt ohne Antennen.

Diese Vision ist heute Wirklichkeit, fast 50 Jahre nach dem Artikel.

Milchkanne

Milch war für mich als Kind sehr wichtig und so natürlich auch die Milchkanne. Wir hatten sogar zwei, eine aus Aluminium-Blech und eine "moderne" aus Plastik. Sicher aus einem Material, das heute nicht mehr für Lebensmittel zulässig wäre.
Mit den Kannen ging meine Mutter fast jeden Tag zum Krämerladen, der füllte die Kannen mit einem Schöpflöffel, für heutige Hygiene unvorstellbar, aus einer offenen, großen Milchkanne, die er vom Bauern hatte. Zu Hause gab es dann frische Milch und der Rest wurde abgekocht oder zu Pudding verarbeitet, was ich die beste Verwendung von Milch fand.

Die Ablösung der Milchkanne war nicht einfach, Milchtüten, aber auch Milchschläuche aus Plastik waren im Handel. Beim Öffnen gab es immer ein Problem, erstaunliche Aufklapp- und Schneidetechniken machten die Runde, bis alle Milchtüten einen kleinen Schraubverschluss bekamen.

Tonbandgerät

Tonbandgeräte sind Kassettenrekorder, bei denen es keine Kassette, sondern Spulen gibt. Mein Vater hatte ein solches Gerät von Grundig und zeichnete damit unsere Kinderstimmen, und selten auch mal Musik, auf. Die Bedienung war für einen Nichttechniker wie meinen Vater sehr mühsam, aber es wurden doch einige Aufnahmen erfolgreich aufgezeichnet. Auch, wenn die Bänder leider verloren gingen.

In Sendestudios fristeten diese Bandgeräte noch lange hin, bis sie von moderner Digitaltechnik abgelöst wurden.

Floppy Disk

Eine flexible Scheibe aus Tonbandmaterial konnte früher 128 kByte Daten speichern. Sony brachte dann eine Floppy Disk mit 3 1/2 Zoll in einem Kunststoffgehäuse heraus, die 1,44 MByte speichern konnte. Ob man jemals so viel Daten benötigen wird, da der Hauptspeicher bei meinem Computer nur 48 kByte hatte?

Überlebt hat die Floppy in folgendem Witz: Der Sohn sieht eine Floppy Disk in Vaters Zimmer und sagt; "Cool, du hast das Speichern-Icon von Windows im 3D-Drucker ausgedruckt!"

Armbanduhr

Ein Kindheitstraum war der Besitz einer Armbanduhr. Auf meiner Kellogs Packung wurde eine wasserdichte Uhr angepriesen, die ich dann für 42 DM erworben habe. Immer am Arm, selbstverständlich auch in der Nacht, denn sie hatte ja Leuchtzeiger!
Die Technik wechselte dann zu LED, eine Quarz-Uhr bei der man einen Knopf anklicken musste, um die Zeit zu sehen, zu einer LCD Uhr mit Stopptaste bis zu einer Uhr mit Höhenmesser von Casio. 
Diese besitze ich noch immer, aber dank Smartphone und anderer elektronischer Geräte mit Zeitanzeige ist die Armbanduhr nur noch höchst selten am Arm.
  

Dampflok

Zum Schluss noch die Erfindung, die das Industriezeitalter eingeleitet und dominiert hat, die Dampfmaschine und insbesondere die Dampflok.

Museums-Dampflok in Silverton, USA.
Da ich am Bahnhof aufgewachsen bin, waren mir Dampfloks sehr vertraut. Auf der Fußgängerbrücke gab es manchmal die Möglichkeit, direkt durch den Dampf, der aus dem Kamin der Dampflok kam, zu gehen. Ein Erlebnis, das ich noch aus meinem ersten Schuljahr erinnere und auch ein Erlebnis, von dem ich noch weis, dass ich dachte, das könnte das letzte Mal sein, dass ich das erlebe ("This could be the last time"). Das lag daran, dass mir mein Vater sagte, in zehn Jahren wird es nur noch Dieselloks geben.

Heute gibt es nur noch Museumseisenbahnen, außer in Nordkorea, wie ich gehört habe.
Abgelöst wurde die Dampflok von vielen anderen Verkehrsmittel und Antriebsformen, neben ICE und Düsen-Flugzeug, Diesel-Pkw und Elektrolok auch einigen Dieselloks.

Fehlt was? Einfach Kommentar schreiben.

Es gibt auch viele Wörter, die verschwunden sind, zuweilen weil die Produkte verschwunden sind: Artikel in der Welt.


Donnerstag, März 30, 2017

Die Milchpackung

Komplexitätszunahme in unserer Welt

Das einfachste Produkt, das ein Mensch zu sich nehmen kann, das jeder kennt, ist Milch. Neben der Muttermilch, die alle Menschen kennen, trinken viele Menschen seit etwa 8.000 Jahren Milch von Kühen und einigen anderen Tieren.
Als ich ein Kind war, war die Welt noch sehr einfach, es gab eine Milchkanne, mit der ging meine Mutter zum Krämerladen, der Krämer schöpfte aus einer großen Kanne drei Liter mit einer Schöpfkelle und die Milch wurde nach Hause getragen. Dort, je nach Bedarf abgekocht und getrunken.

Und warum heute so komplex

Ich werfe jeden Tag beim Frühstück einen Blick auf die Milchpackung und staune, was da alles steht. Ich habe geradezu das Gefühl, die Packung zeigt in einem Mikrokosmos die Komplexität unseres Alltags und die Spitze der Bürokratie.

Frische Vollmilch

Eigentlich geht es nur um frische Vollmilch, oder frische Milch wie wenige Zeilen später steht, aber was meint man eigentlich mit frisch? Eine Milch, die schon mehrere Tage alt ist, was man aber nicht merkt, weil sie pasteurisiert wurde und daher länger (als was?) haltbar ist, also immer noch frisch?

Wenn auf der Packung auf einer Seite dreimal frisch steht und einmal FRISCHE in Großbuchstaben, entgegen schreit, so muss die Milch einfach frisch sein!

Allerdings steht da, mindestens haltbar bis zu einem Datum das noch eine Woche in der Zukunft liegt. Und damit man die Präzision der Frische besser versteht: Bis um 12:54 am 03.04.17, danach droht Unheil, kurz nach dem Mittagessen ist es dann, minutengenau, wohl mit der Frische vorbei.

Die Milch wurde aber noch weiter gequält, insbesondere pasteurisiert und homogenisiert und länger haltbar gemacht.

"Die frische Vollmilch (3,5% Fett sind eigentlich nicht die 3,8%, die die Kuh geliefert hat!) wird durch ein spezielles Verfahren kurzzeitig hocherhitzt und ist dadurch länger haltbar." Lese ich, gekocht, pasteurisiert, was auch immer da gemacht wird, toll.

Was unsere Eltern noch ahnten

Milch gehört in den Kühlschrank, aber das weis heute natürlich niemand mehr, daher "Bei unter +8°C mindestens ..." und an anderer Stelle auf der Packung "Bei unter +8°C mindestens haltbar bis: siehe Oberseite" und dann der 'überraschende' Hinweis: "Auch nach dem Öffnen kühl aufbewahren".

Meine Mutter sagte immer Milch ist gesund, aber mit so einfachen Worten kann man niemanden mehr überzeugen, schon besser mit exakten Angaben, so steht da hervorgehoben, was von 38% des Calciumbedarfs eines Erwachsenen

Ich gehe mal davon aus, dass Männer und Frauen, Junge und Alte, Sportler und Büromenschen jeweils anders sind aber wichtig ist die Präzision, mit der die Kuh wohl das Calcium eingelagert hat.

Und schon geht es weiter mit der Gesundheit und dem durchschnittlichen Nährwert. Es genügt nun nicht, einfach Fett, Eiweiß und Kohlehydrate aufzuführen, nein, wir lernen rechnen. 

Wenn 100 ml (ich hoffe jeder weis was ml ist!) 3,6 g Fett enthalten, dann enthalten 250 ml 5,3 g Fett.
Ein Glas sind 250 ml und das ist eine Portion = 1 Glas (250ml), was schon oben stand. Da es jetzt sehr exakt wird, gibt es Fußnoten, erst mal ** und dann * aber die Lesereihenfolge ist ja bei jedem anders. Wir lernen jedenfalls, dass (8.400kJ / 2.000 kcal) die Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen ist (Alter, Geschlecht, Gewicht? Egal).

Selbstverständlich geht es jetzt nochmals um das Calcium, wovon 120 mg in 100 ml sind. Wie viel unser Durchschnittsmensch braucht, erahnt man schon, wird aber nie erwähnt.

Und jetzt geht es bei der Rechenübung weiter: Die Packung enthält 4 Portionen, wer hätte das gedacht bei einem Liter, vermutlich wissen doch nicht alle was ml bedeutet.

An zentraler Stelle steht dann noch "Ohne Gentechnik" was will uns das sagen, dass die 40 Liter Kühe von heute die gleichen sind wie vor 8000 Jahren als man Rinder erstmals eingepfercht hat? Ich gehe jede Wette ein, dass die Gene gezielt vom Menschen durch Zucht verändert wurden, aber wen interessiert das. Mich schon und ich finde es ja gut, dass wir preiswerte Milch kaufen können dank erfolgreicher Genveränderung, aber "ohne Gentechnik" steht wirklich auf der Packung, siehe Foto.

Ein Liter

Ein Liter ist ein Liter, aber das genügt natürlich nicht, daher lese ich "1 LITER e"

Ist das jetzt ein spezieller europäischer Liter, keine Ahnung, aber das e scheint so wichtig zu sein, dass es immerhin viermal auf der Packung steht unter anderem als 1 L e, und ich dachte, dass bei uns das gesetzliche Maßsystem metrisch ist und damit eigentlich alles klar ist? (Netterweise hat mich Bernhard Schmalhofer aufgeklärt, dass das tatsächlich eine EWG Festlegung der genauen Menge ist, siehe Kommentar)

Achtung Werbeblock

Eine Packungsseite ist jetzt ein Werbeblock, im Internet würde man sagen Banner, in dem ich erfahre:

Super Verpackung, bekomme ich auf, kann ich leer machen und die Vitamine bleiben drin. Allerdings, welche Vitamine? Davon war erstaunlicherweise nie die Rede und das Element Calcium wird wohl in jeder Verpackung überleben, wie es sich für ein stabiles Element gehört.

Als Nächstes meldet sich ein Grüner ® Punkt und eine FSC Karton, der aus "verantwortungsvollen Quellen" stammt. Noch einige weitere ® registrierte Zeichen wie ein missglücktes Schaf  (oder ist das ein Baum?) erscheinen.

Rätselseite

Jetzt kommen die Informationen, die eher als Rätsel für den Frühstückstisch gedacht sind. Da steht DE BY 77723 EG soll das bedeuten, in Deutschland gibt es Bayern das auch in der EG (war das nicht EU?) ist. Und die Nummer 2213015, Jackpot?

Oder die Angabe "Pure-Pak classic", wie sieht Pure-Pak gold aus? Darüber in allen Farben des Regenbogens weitere geheime Zahlen und Zeichen.

 Und jetzt ab in den Untergrund, die Packungsdesigner haben natürlich keine Fläche ausgelassen, auch der Packungsboden ist bedruckt

 Da gibt es auf schwarzem Hintergrund ganz viele XXXXXX und weitere Codes. Was bedeutet die "gelbe Fahne" Pinkelstrahl Kuhstall?
Und ein QR-Code den zumindest mein Smartphone nicht lesen kann. 
Zur Abrundung noch dreimal der Barcode für die ALDI Kasse. Und damit ist jetzt Ruhe in der Milchbar.
Ich hoffe, ich habe Sie mit dieser Expedition in die Welt der Umverpackung nicht gelangweilt.

Noch gibt es Milchpackungen, aber viele Dinge sind verschwunden, die ich auch beschrieben habe.

Dienstag, September 22, 2009

Second Buy



Second Buy
 Wenn ich bequeme gute Schuhe gefunden habe, dann halten diese mehrere Jahre. Nach fünf Jahren wollte ich meine gut abgelaufenen Sandalen wieder kaufen, im größtem Outlet Center bei San Francisco ist mir dies nicht gelungen. Völlig anders im Internet: Hier ist es mir gelungen, aber es war mühsam. Mit den Stichworten "Magnetverschluss" und "Clarks" hatte ich glücklicherweise sehr spezifische Suchbegriffe. Mit der Bildersuche bei Bing.com sah ich nach einiger Zeit auch fast genau das Produkt das ich wollte. Die Bestellung und Lieferung der Schuhe lief dann problemlos.

Wenn jeder Artikel wenigstens eine eindeutige Nummer, ähnlich der ISBN bei Büchern hätte, könnte man im Internet einen Service für "Second Buy" einrichten. Wichtig ist natürlich, dass die Nummer auch noch nach Jahren lesbar ist, möglicherweise ist hier RFID sinnvoll. In der Internet Website von "Second Buy" wird der Artikel, oder das ähnlichste Nachfolgemodell in einer Datenbank bereit gehalten. Erstaunlicherweise eine Geschäftsidee, die noch nicht umgesetzt wurde.
Wann wird diese logistische Innovation Fuß fassen?

Anmerkung 2013/11
Inzwischen ist es schlimmer geworden, vorhandene Produkteigenschften werden in Echtzeit entfernt
https://www.linkedin.com/today/post/article/20131121160440-95015-when-product-features-disappear-amazon-apple-tesla-and-the-troubled-future-for-21st-century-consumers