Sonntag, April 07, 2013

War der Mondflug echt?

Apollo 11 und die Wissenschaft

Im Internet findet man 22 Millionen Seiten die der Frage nachgehen, ob Apollo 11 mit Neil Amstrong und Buzz Aldrin wirklich auf dem Mond gelandet sind. Eigentlich genug Information für alle, aber ich will meine Ansicht trotzdem hinzufügen.
Wo sind die Beweise für die Mondlandung?

Wissenschaft ist nämlich ein Unterfangen, das immer mit der Frage der Belege für Informationen konfrontiert wird. Und hier haben wir einen sehr interessanten Fall vor uns, der zum Einem allgemein bekannt ist, andererseits durch seine spezielle Struktur Raum für Diskussionen lässt.

Historisches Ereignis

Die Mondlandung ist ein historisches Ereignis, das bedeutet, wie alle historischen Ereignisse bieten sie keine direkte Anschauung. Anders als physikalische Gesetze, die man jederzeit durch ein Experiment überprüfen kann oder geographische Gegebenheiten die der unmittelbaren Anschauung zugänglich sind. 
Newtons Behauptung, der Apfel fällt nach unten, kann jeder überprüfen und niemand hat bisher reproduzierbar das Gegenteil gesehen. 
Der Bericht von Columbus, er habe die Küste von Indien entdeckt und nicht die eines neuen Kontinents, kann wiederlegt werden, wenn man eine entsprechende Reise durchführt.
Die Behauptung, man hat ein UFO gesehen muss als vergangenes Ereignis belegt werden, da erstaunlicherweise niemand bisher verkündet hat, ein UFO parkt seit Tagen im Garten. 
Historische Ereignisse unterliegen dem Verfall des Wissens. Bis heute können wir nicht verstehen warum in Stonehenge ein Steinkreis steht, obwohl das für die Menschen zu jener Zeit sicher leicht erklärbar war. Aber die Information ist nicht tradiert, aufgeschrieben oder gar gefilmt worden. Auch in der näheren Vergangenheit liegende Fakten, wer war etwa Shakespeare, lassen sich nur begrenzt sicher belegen.

Entferntes Ereignis

Die Sache mit dem Mondflug hat aber eine spezielle Wendung. Die Tatsache, dass der Ort des Geschehens im Gegensatz zu allen bisherigen historischen Ereignissen nicht auf der Erde liegt, verbietet es den Interessierten durch direkten Augenschein primäre Belege, etwa die Fußabdrücke auf dem Mond, anzusehen.
Damit haben wir eine doppelte Problematik, das Ereignis liegt in der Vergangenheit und die Spuren sind nicht zugänglich. Eine solche Konstellation ist bei anderen Ereignissen, die von einigen angezweifelt werden, nicht vorhanden, man denke nur an das Leugnen des Holocaust oder die Verschwörungstheorien im Umfeld des 11. Septembers. In diesen Fällen kann man alle Belege direkt auf der Erde finden. Seien es die Gebeine der Ermordeten oder, im Fall des World Trade Centers, zudem unzählige Augenzeugen, die noch leben.

Ebenen der Belege

Im Fall von Apollo 11 gibt es zunächst viele Menschen, die das Ereignis erinnern, aber Vorsicht, im Gegensatz zu nahen historischen Ereignissen erinnern die Augenzeugen, abgesehen die Astronauten, nicht das Ereignis sondern die mediale Aufbereitung des Ereignisses. 

Direkte Zeugen

Die Zahl der Astronauten die den Mond betreten haben, liegt bei zwölf, zufällig die Zahl der Apostel die mit Jesus beim Abendmahl saßen. Inzwischen (2013) sind vier davon verstorben und in einigen Jahren gibt es keine lebenden, direkten Zeugen mehr. Und einige Jahre später wird es auch keine Menschen geben, die das Ereignis direkt medial verfolgt haben. Aber im Gegensatz zum Untergang der Titanic, ein jüngeres Ereignis dem alle Augenzeugen verloren gegangen sind, gibt es keine direkten Belege auf der Erdoberfläche. Die Titanic liegt zwar auf der Erdoberfläche, genauer auf dem Ozeanboden in 4000m Tiefe, ebenfalls schwer zugänglich, vielleicht auch daher derart mystifiziert.

Materielle Belege

Wenn es keine Zeugen gibt, dann wird immer die Beweislage zuerst von den materiellen Belegen abhängen. Davon gibt es nur das Mondgestein. Alle technischen Geräte, die auf dem Mond gelandet sind, sind entweder dort verblieben oder in der Erdatmosphäre verglüht. Die Wiedereintritts-Kapsel existiert noch, jedoch kam sie nicht in Berührung mit dem Mond. Mondgestein kann man aufgrund seiner Zusammensetzung  in entsprechend ausgestatteten Labors eindeutig als solches identifizieren. Eigentlich ein Beweis erster Klasse, wäre da nicht eine russische Mission gewesen, die mit einem Automaten Mondgestein zur Erde geholt hat. Es gibt damit nur einen Beleg, dass Gestein vom Mond geholt wurde, aber nicht, dass es von Menschen vom Mond geholt wurde. Allerdings ist die schiere Menge an Mondgestein, das die Astronauten eingesammelt haben (sollen?), etwa 382 kg gegenüber 326 g, die automatische Missionen geholt haben, beeindruckend.

Spuren auf dem Mond

Die Landung der Apollo Landefähren auf dem Mond haben zahllose Spuren auf dem Mond hinterlassen. Zum einem all das technische Gerät, das auf der Oberfläche verblieben ist, unter anderem mehrere Mondautos, bis bin zu den Abdrücken der Stiefel der Astronauten. Leider haben diese Belege die unpraktische Eigenschaft, dass sie nicht von der Erde aus beobachtet werden können. Die Atmosphäre der Erde erlaubt es nur, Objekte ab etwa 100 m auf der Mondoberfläche aufzulösen. Mithin kann man keine direkte Spur von der Erde aus erkennen.
Inzwischen sind allerdings mehrere Raumsonden zum Mond geflogen, die mit hochauflösenden Kameras die Spuren der Astronauten zur Erde gefunkt haben. Obwohl man selbstverständlich mit digitalen optischen Belegen immer vorsichtig sein sollte, jedem sind inzwischen Fälschungen durch Bildbearbeitung bekannt, liegt hier doch ein sehr starker Beweis vor. Es ist zum einem sehr schwierig eine perfekte Bildbearbeitung durchzuführen, die auf alle physikalischen Nebeneffekte Rücksicht nimmt, zum anderen wurden die Sonden von unterschiedlichen Nationen, USA und Japan, in die Mondumlaufbahn befördert.
Und es steht inzwischen jeden hinreichend finanziell ausgestattetem Unternehmen, Menschen, Land, frei, eine vergleichbare Sonde zum Mond zur Überprüfung der Spuren auszusenden.

Wo liegen die Grenzen

Im Fall der Mondlandung können letztendlich immer noch Beweise herbeigeschafft werden, die die Landung eindeutig belegen. Dass diese Beweise nicht jeden Überzeugen, liegt dann eher an mangelndem naturwissenschaftlichen Wissen über die Herbeibringung der Belege als an unmittelbaren Beweisdefiziten. Doch wird das in Zukunft auch immer gelten? Wer kann heute belegen, dass auf dem Saturnmond Titan die europäische Sonde Huygens [1] gelandet ist? In diesem Fall ist der Ort derart unzugänglich, dass kaum jemand die Mittel für eine entsprechende Mission aufbringen kann.
Einmal ausgesendete Information an Ausserirdische

Aber es gibt noch schwerer zu beweisende Ereignisse: Am 16 November 1974 wurden gezielt eine Nachricht an Ausserirdische versendet [2]. Diese Nachricht bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg und kann daher nicht gemessen werden[3]. Problemlos kann man anzweifeln, dass die Nachricht jemals versendet wurde, denn ein definitiver Beweis ist nicht zu erbringen. Dagegen ist die Mondlandung noch ein sehr leicht belegbares Ereignis.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Motive Ereignisse anzuzweifeln. Und es gibt sicherlich viele unwahre Geschichten. Erst das Wissen um wesentliche naturwissenschaftliche Gesetze und die Fähigkeit Wahrscheinlichkeiten richtig einzuschätzen erlaubt es einen kritischen Menschen das tatsächliche Geschehen richtig zu beurteilen. Mögen in Zukunft immer mehr Menschen diese Fähigkeiten erlangen, denn der Glaube an gefälschte Geschichten kann schreckliche Konsequenzen haben, man denke nur an den Beginn des 2. Weltkriegs[4]!

Über Kommentare freue ich mich immer!

[1]www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Cassini-Huygens/Titan_first_images_-_slideshow
[2]en.wikipedia.org/wiki/Arecibo_message
[3]Die Nachricht kann nur von außerhalb gemessen werden, theoretisch könnte sie dann wieder an die Erde zurückgesendet werden, wenn es denn entsprechende Zivilisationen gibt.
[4]de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz

Samstag, April 06, 2013

E-Mail Statistik mit Google Mail

E-Mails als Verhaltensmuster

Wer eine E-Mail versendet, der hat immer auch eine Mitteilung zu machen, aber die will ich heute nicht betrachten. Interessant ist, dass wir alle ein bestimmtes Verhalten beim Schreiben und Beantworten von E-Mails zeigen. Nur bisher war es sehr schwer, sein eigenes Verhalten zu messen, obwohl wir alle ahnen, dass Google das längst weis. Jetzt bin ich allerdings auf eine sehr interessante Software gestoßen, von der ich berichten will:

Gmail Meter

Die Software Gmail Meter erlaubt es, einfach eine Statistik über die eigenen Verhaltensweisen bei der E-Mail-Nutzung zu erstellen.

Wöchentliche Aktivität

Meine erste erstaunliche Erkenntnis war, dass an einem Samstag extrem wenig E-Mails eingehen. Ich hatte mich zwar schon mehrmals gewundert, warum ich an einem Samstag relativ wenig mit E-Mail zu tun habe, aber der Unterschied überraschte mich doch:
Wöchentliche Mail-Aktivität
 An einem Samstag bekomme ich weniger als ein Viertel der Mails von einem normalen Arbeitstag, und noch erstaunlicher, ich schreibe wohl fast nie E-Mails am Samstag. Dies zeigt, wir werden oft von den eintreffenden E-Mails getrieben, viele Eingangsmails aktivieren uns, so schreibe ich am Mittwoch sogar mehr (relativ) Mails als ich erhalte.

Länge der Threads

E-Mail-Schreiben ist ja immer ein bisschen wie Ping-Pong, da der Aufwand zu antworten nicht sehr groß ist, gehen oft viele E-Mails hin und her, die Überraschung ist, wie regelmäßig das in der Statistik aussieht.
Länge der E-Mail "Ketten" (Threads)
Offensichtlich liegen die Werte, bei doppelt logarithmischer Darstellung, auf einer Geraden. Es gibt also ein Gesetz, dass man mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit antwortet, egal, wie oft man schon geantwortet hat. 

Länge der E-Mails

Es gibt sicher Menschen, die schreiben nur lange oder kurze Mails, bei mir ist das sehr unterschiedlich:
Länge der E-Mails in Worten
Empfangene E-Mails tendieren dazu sehr lang zu sein, selbst geschriebene sind zumeist kurz, 25% aller Mails die ich schreibe haben weniger als 10 Worte, das hat mich etwas überrascht, aber in letzter Zeit bin ich aufgrund der vielen Anfragen dazu übergegangen oft nur sehr kurz zu antworten, ich hoffe es wird mir verzeihen, dafür antworte ich wohl sehr schnell:
Antwortzeit für E-Mails
Fünf Prozent aller Mails beantworte ich bereits innerhalb von 5 Minuten und nach vier Stunden haben fast alle eine Antwort. Nur zwölf Prozent müssen länger als einen Tag warten, das liegt sicher oft am Inhalt, der in diesen Fällen eine sofortige Antwort nicht erlaubt. Damit erreicht man aber auch, dass man nicht einen schrecklichen Berg unbeantworteter Mails hat, was ich bei manchen Menschen beobachtet habe, analog zum vollen Schreibtisch. 
Bemerkenswert ist natürlich, dass mir andere Menschen mir schneller antworten, als ich selbst, dafür darf ich mich an dieser Stelle bedanken!

Zugang zu den eingenen Verhaltensdaten

Interessant werden die Statistiken natürlich erst, wenn man das über einen längeren Zeitraum verfolgt. Werden alle Mails immer kürzer, antworten die Menschen schneller? Für mich ist es faszinierend, endlich wenigstens über mein eigenes Verhalten mehr zu wissen. Ähnliche Statistiken könnte es ja auch in anderen Lebensbereichen geben, wie und was kaufe ich ein, Aldi hat in Verbindung mit meiner EC-Karte da sicher mehr Wissen als ich. Das gleiche gilt für die Bahn, die Tankstellen, usw. 
Ehrlich gesagt, fände ich es gut, wenn nicht nur andere genau über mein Verhalten bescheid wissen, sondern wenn ich selbst meine Daten auswerten kann. Dann habe ich keine Probleme mit dem Datenschutz.

Vielleicht auch von Interesse: Lesen macht klug, Schreiben klüger

Verwendete Software für die E-Mail Statistik: http://www.gmailmeter.com/

Samstag, März 02, 2013

Nexus 10 leben mit dem Pad

Seit einigen Wochen habe ich einen nexus 10 Pad Computer. Was ändert sich in den Nutzergewohnheiten wenn man nicht nur einen Laptop mit Zusatzmonitor nutzt?
nexus 10, Bild: Wikipedia

Der Arbeitsplatz 

Der Arbeitsplatz, an dem man den Rechner nutzt wandert zum Sessel oder zur Couch. Diese Plätze hatte ich bisher für das Lesen optimiert. Das bedeutet eine helle Lampe war immer an. Jetzt läßt man die ausgeschaltet, da es nur unnötig blenden würde. Sollten das sehr viele Menschen so machen, könnte es sogar zu einer gewissen Energieeinsparung führen.

Die Benutzerfeundlichkeit

Die Oberfläche ist so intuitiv zu bedienen, dass sogar meine Schwiegermutter, völlig Computernovize, den Pad nutzt um die Heimatnachrichten online zu lesen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass man die Schrift beliebig zoomen kann. Weiterhin ist das Pad so gut im erkennen der Finger, dass die Interaktion gelingt. Mein vierjähriger Sohn hat dem Ding auch schon einen Namen gegeben: Brettcomputer. 

Orientierung 

Eine alte Frage bei Rechnern ist, soll der Monitor hoch oder Querformat haben. Bei der täglichen Nutzung fällt mir auf, dass ich im Internet Hochformat bevorzuge. Allerdings drehe ich oft bei Bildern., Grafik oder Film in das Querformat. Dies ist mit einem Laptop unmöglich. Auch die Haltung des Brettcomputer auf dem angewinkelten Bein ist anders als mit Laptop auf dem "lap". 

Zoom

Ein sehr wichtiger Vorteil ist das einfache zoomen mit zwei Finger. Auf vielen Webseiten ziehe ich den Satzspiegel heran, so dass ich nicht von der ablenkenden Werbung gestört werde. Zudem zoome ich öfter in Grafiken, speziell bei wissenschaftlichen Artikeln im PDF Format.

Blättern oder scrollen 

Eine weitere Frage ist, blättert man besser durch ein langes Dokument oder soll man scrollen? Ich bevorzuge momentan noch das scrollen, das könnte aber auch an der Gewohnheit mit Webseiten liegen. Auf jeden Fall ist es bequemer als in einem Buch zu lesen! Und damit sehe ich für das Papierbuch definitiv das Ende kommen. 

Schreiben 

Zumindest diesen Beitrag habe ich jetzt am Pad geschrieben. Das war nur möglich mit der Software SwiftKey, die sofort errät was man eingeben will und damit erreicht man mit zwei Finger fast 10–Finger Geschwindigkeit, zumindest ich, der kein guter 10–Finger Schreiber ist. 
Alternativ kann man auch diktieren. die Diktierfunktion ist besser als bei früheren Systemen, allerdings fühle ich mich wohler wenn ich tippe. 

Handling 

Die Batterie reicht mühelos den ganzen Tag, Nachts wird immer aufgeladen. Da der nexus 10 nicht wie ein Laptop zugeklappt werden muss kann man ihn einfach weglegen etwa auf das Bücherregal. Nach zwei Minuten geht er bei mir in den Standby-Modus, eine Minute ist zu kurz da geht er manchmal beim Lesen aus. Wiedereinschalten geht in Sekunden, kein Vergleich zum Festplattenrechner. 

Wirklich toll 

Zusammengefasst ist der nexus 10 eine echte Bereicherung, ich hätte nicht gedacht, dass ich so oft das Brett nutze. Also eine echte Innovation

Dienstag, Februar 12, 2013

Die stille Revolution

Tsch Tsch so sagt mein Sohn

Und mit Tsch Tsch ist die Dampflok gemeint, die es eigentlich nicht mehr gibt. Die industrielle Revolution hat uns ein charakteristisches Geräusch hinterlassen, das in unseren Köpfen weiterlebt. Es ist das eigenartige Stöhnen der Maschine.

Brum Brum das Auto

Hundert Jahre später hat das Auto mit seinem Motorgeräusch nur noch Lärm geliefert. Fast jeder wünscht sich diesen Lärm weg, ob das der Elektromobilität gelingt ist aber noch ungewiss. Es gibt sogar Ideen, dass ein Elektroauto gezielt Geräusche verursachen soll, damit man es bemerkt.

Stille Nacht, Stille Solarenergie

Erstaunlicherweise ist die nächste Revolution still!
Noch nie wurde eine Technik entwickelt, die eine derartige Größenordnung wie die Photovoltaik erreicht, 100 GW Solarzellen produzieren heute Strom, die völlig still ist.

Computer kamen mit lauten Festplatten und legendär lauten Lüftern,
Mühlen klapperten am rauschenden Bach,
Windkraftwerke müssen die Lärmschutzverordnung einhalten,
Düsenflugzeuge sind der Inbegriff von Lautstärke geworden, zumindest endet die Lautstärkeskala zumeist dort.

Still und heimlich

Möglicherweise bemerken viele Menschen die Revolution der Photovoltaik nicht, weil sie so Leise erfolgt. Inzwischen gibt es für jeden Erdenbürger 15 Watt Solarzellen, das reicht schon für eine Lesebeleuchtung.

Dankbar für Stille

Ich bin für die neue Stille sehr dankbar, ich bin wirklich froh, dass diese technische Revolution auf leisen Sohlen kommt und es gibt Hoffnung dass das ein Trend wird.
Mein Nexus 10 hat weder einen Lüfter noch eine Festplatte,
Eine LED Lampe surrt nicht wie eine Leuchtstoffröhre,
Das Elektrofahrrad ist leiser als der Fahrer,
Wenn jetzt noch die Motorräder mangels Nachwuchs verschwinden, dann beginnt vielleicht die neue Stille.
Innovationen können geräuschlos kommen. 

Montag, Januar 21, 2013

Lesen macht klug, schreiben klüger

Buch=Lesen

Seit Erfindung des Buchdrucks sind Bücher so billig geworden, dass die Zeit (umgerechnet in Arbeitszeit) ein Buch zu lesen immer teurer ist, als der Preis des Buches. Dadurch, und durch die Einführung günstiger Beleuchtung, haben viele Menschen das Lesen angefangen und damit eine Menge gelernt.
Die Zahl der Bücher ist zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert um das Hundertfache gestiegen. (Bild:Wikipedia)
Die Entwicklung der Industriegesellschaft ist wesentlich durch das Lesen angetrieben worden.
Die Menschen haben sicherlich auch das Schreiben gelernt, aber vermutlich nur begrenzt genutzt. Geschrieben haben immer die "Gelehrten", die Autoren der Bücher. Schreiben ist aber ein sehr wertvoller Vorgang, durch die Reflexion beginnt man die Gegenstände besser zu verstehen. Ganz nach dem Motto, das, was ich einem anderem erkläre, habe ich selbst am besten verstanden.

Web 1.0=Lesen 

Mit dem aufkommen des Internets begann der Lesestoff plötzlich eine völlig neue Form anzunehmen.
Es gibt keine letzte Seite mehr, das Internet ist ein unendlicher Lesestoff. Es ist sicher auch eine unendliche Film, Audio und Bilderwelt, aber das ist ein anderes Thema. 
In der ersten Phase des Internets, vielleicht in den ersten 10 Jahren bis 2005, war der Internetnutzer im wesentlichen ein Rezipient der Information. Das lag zum einem an der Mühe, HTML zu lernen und an vielen weiteren Problemen bei der aktiven Internetnutzung auftreten, Stichworte wie FTP, Webserver, Schreibrechte usw., verdeutlichen dies.

Web 2.0=Schreiben und Lesen

Mit dem Web2.0, mit seinen neuen Formen des sozialen Netzes, Wikis, Blogs, Kommentaren, Leserbriefen, Beiträgen aller Art, haben sich viele Nutzer zu Autoren gewandelt. Nicht nur lesend sondern auch schreibend das Internet nutzend.
Die Anzahl der Blogger hat sich in  den fünf Jahren von 2006 bis 2011 um den Faktor 5 vergrößert! (Gefunden auf dem Blog XITE)
Sicherlich sind sehr viele Texte nicht von höchster literarischer Güte, aber das müssen sie nicht sein. Für den Autor ist jede Zeile nützlich, die er schreibt, denn Schreiben macht klüger. Oft auch durch die andere Wahrnehmung, das Abrufen von Wissen und das Zitieren von anderen Quellen.
Letztendlich bin ich der festen Überzeugung, dass das Web2.0 die Menschen weiter bildet, als man auf den ersten Blick vermuten mag. 
Nicht die scheinbar geringe Qualität der Texte ist entscheidend, die Vielzahl der Autoren verändert die Gesellschaft. Damit wird der berühmte Flynn Effekt, das merkwürdige Ansteigen der Intelligenz der Menschen, wieder einen Schub erhalten.
Dies steht sehr im Gegensatz zu der Meinung, die Manfred Spitzer unter dem Stichwort "Digitale Demenz" vertritt.
Ich bin zuversichtlich, dass viele neue Ideen, Innovationen, durch das Web2.0 erst möglich werden. 

Samstag, Dezember 15, 2012

Die Erfindung Gott

Alle Jahre wieder

Sieht man in den Kalender, dann sticht der 24. Dezember heraus, Weihnachten. Die Geburt eines Gottes?
Das sollte man genauer betrachten.
Wir Menschen leben auf einem Planeten, den wir in jedem Winkel erforscht und fotografiert haben, das war vor 2012 Jahren noch anders, niemand hatte die Welt bereist. Doch auch in diesen Tagen haben Menschen über ihr Dasein nachgedacht. Woher kommen sie, wohin gehen sie, jenseits der kleinen bekannten Welt.

Kennen wir die Welt

Unser kleiner Planet wurde von Kopernikus aus der Mitte der Welt gerückt, die himmlischen Sphären, aufgespannt von den Planetenbahnen, wurden etwas umsortiert.
Die Sonne ist Teil der Milchstraße, Hubbel hat das im 20. Jahrhundert für uns entdeckt, eine Sonne von 100 Milliarden Sonnen in unserer Milchstraße, und unsere Milchstraße eine Galaxie unter 100 Milliarden Galaxien. Keiner von uns ist je durch die intergalaktischen Räume gereist. Und keiner wird je so weit reisen, unsere Naturgesetze erlauben es nicht.

Unsere Naturgesetze?

Unsere Naturgesetze sind die Gesetze, die wir durch mühsames Beobachten entschlüsselt haben. Noch nicht vollständig, aber eine gewisse Vorstellung was in unserem Universum Gesetz ist haben wir vermutlich schon. Unser Universum hat eine merkwürdige Eigenschaft, es erlaubt Leben und es erlaubt Lebewesen mit Selbstreflektion. Dabei würden kleine Änderungen der Gesetze und der Naturkonstanten schnell zu Universen führen, die kaum die Chance einer selbstorganisierten Informationsverarbeitung erlauben. Und damit wären es auch nicht mehr unsere Gesetze.
Die Tatsache, dass es wohl bereits in unserem Universum selten zu Leben kommt, kann uns vermuten lassen dass es in anderen Universen wesentlich stiller ist, "Stille Nacht".

Anthropozentrischer Gott

Für die Entwicklung der Kultur ist der Kult wichtig. Nur wer nicht nur an die eigene Ernährung und Vermehrung denkt, denkt an anderes. Kult ist ein Speicher für Information, der kulturelle Informationsspeicher hebt die Kultur die Kult betreibt auf eine Stufe höherer Organisationsfähigkeit, damit verbesserter Ernährung und letztendlich Vermehrung.
Diese eigenartige Rückkopplung ist die tieferliegende Ursache, dass ein Gott in unserer Kultur ernst genommen wird, obwohl er offensichtlich selten gesehen wird. Dieser Gott ist ein Abbild unserer Kultur, bis hinein in die Kunst, die Gott dem Menschen ähnlich darstellt, damit auch Ursache der Kultur. 
Aber in unserer Zeit, der Zeit der elektronischen Bilder wird Sein Bild nicht aufgezeichnet, Gott wird Abstrakt, er hat Fähigkeiten, Gefühle aber wir haben kein Bild mehr von Ihm.

Der wissenschaftliche Gott

Wer hat unser Universum erschaffen, offensichtlich ist unser Universum für uns Menschen gemacht, wie das Paradies, wenn auch nicht ganz so nett. 
Eine Argumentationskette geht in diese Richtung, alle Naturkonstanten optimal, also ist das Universum präzise für uns gebaut, erstaunlich genau, Wunder!
Doch diese Kette hat eine sehr schwaches Glied. Der große Kreator muss sich das ausgedacht haben. Damit hat er eine Möglichkeit zur Informationsverarbeitung, die unser Gehirn sicher übertrifft. Wir haben unser Gehirn im Lauf der Evolution erworben und mit Wissen im Lauf unseres Lebens gefüllt. Beides Prämissen, ohne die das nicht funktionieren kann. Jeder weiß, wie mühsam der Wissenserwerb geht, insbesondere benötigt man dafür Sinne für die Welt, wer keine Welt hat kann kein Wissen erwerben, und ohne Wissen ist ein Gehirn nutzlos. 

Allwissende Eltern

Setzt man Gott an den Anfang, dann hat man einen weiteren menschlichen Fehler gemacht, wir haben nie bemerkt, wie wir bewusste, denkende Menschen wurden, daher haben wir das als gegeben vorausgesetzt. Insbesondere haben wir immer unseren klugen, nahezu allwissenden Vater (oder/und Mutter) gesehen. Dieser Irrtum ist allen Menschen zutiefst eingeprägt, unsere Umgebung suggeriert uns, jeder Mensch ist klug, niemand ist ein totaler "Kasper Hauser". Doch der von uns gedachte Gott ist der totale Kasper Hauser, totaler als man sich das je vorzustellen wagt.

Wunder der Welt

Das Universum ist im wahrstem Sinn ein Wunder, ich wundere mich, wie es in die Welt kam, aber ich versuche es zu verstehen. Eine Erklärung muss zumindest im Grundsatz nachvollziehbar sein, die Hypothese Gott ist es für mich nicht.
Und bald erzähle ich meinen Söhnen wieder die schöne Geschichte, die so gut zu uns Menschen passt und meinen Sohn glauben lässt, dass es ein Wunder gibt, bis er sich wundern wird, warum das alles doch nicht so einfach ist, wie man auf den ersten Blick glauben will.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!  



  

Samstag, Dezember 01, 2012

Die 2. Neolithische Revolution

1. Neolithische Revolution

Die Menschheit durchlebte vor 10.000 Jahren eine grundlegenden Wandel. Zu dieser Zeit begannen die Menschen Vieh zu züchten und Ackerbau zu betreiben.
Dies führte zu einer grundlegenden Umstellung der Ernährung und zu einem massiven kulturellen Wandel. Wer Viehzucht betreibt, muss nicht mehr dem Wild folgen, er kann sesshaft werden. Wer Ackerbau betreibt, benötigt Getreidespeicher. Ackerbau ist viel Arbeit und das Wort "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.." aus der Bibel (Moses, der Sündenfall) könnte als Hinweis auf die Erinnerung an eine "bessere Zeit" im Paradies gedeutet werden.
Vertreibung aus dem Paradies, Giovanni di Paolo (1445)
Blicken wir jetzt in unsere Zeit.

Die 2. Neolithische Revolution

Wir jagen nach Energie, fast wörtlich sucht die Zivilisation nach Lagerstätten von Öl, Gas und Kohle, so wie dereinst die Menschen dem Wild gefolgt sind. Bis an die Eisgrenze, bis in die Wüste und trotzdem sind die Ressourcen endlich.
Wir sind gezwungen, nach dem Peak Oil, selbst Energie anzubauen. Nein ich will hier nicht von Maisfeldern berichten, die unter ökologisch fragwürdigen Umständen, zur Ethanol oder Methangewinnung verwendet werden.
Es geht um das Ernten von Energie ganz allgemein. Die Mammuts der Energieversorgung, sprudelnde Ölquellen, müssen durch Energieernteflächen wie Solarfelder oder Windparks ersetzt werden. Energie kommt nur in geringer Dichte von der Sonne bei uns an, ein Liter Öl pro Quadratmeter und Tag. Nicht wirklich eine sprudelnde Quelle aber ein steter Tropfen.
Erstaunlicherweise sind die Zahlen für Wind sehr ähnlich, aber beide kommen leider eben nicht in Form von Öl, sondern können mit viel Aufwand, der Pflug und der Schweiß lassen grüßen, in Strom umgewandelt werden.
Kaum gewonnen schon verloren, von Mäusen gefressen, von Pilzen zerstört, von Bakterien vergiftet, war das Korn das in der Scheuer landete. Jenem Speicher, der zwingend ist, will man dauerhaft vom Ackerbau leben.
Und genau so ist es mit dem Strom, wir können ihn nicht gut Speichern, wir haben uns damit auch nie wirklich beschäftigt, da wir die nächste Ölquelle erbeutet haben, sozusagen als Steinzeitjäger im energie hungerigem Industriezeitalter.

Fläche Und Speicher

Die Neolithische Revolution hat zwei Wesensmerkmale, Fläche ist wertvoll, Speicher müssen geschützt werden. Der Wert von Fläche hat zur Grenze geführt, letztendlich zum Staat. Speicher können ausgeraubt werden, der Schutz hat zur Stadt, zu Eigentumsgesetzen und letztendlich auch zum Staat geführt.
Gewinnt man Energie aus Flächen, dann bekommt alles was Fläche hat einen Wert, erstaunlicherweise genügen bereits die Dachflächen um ausreichend Energie zu ernten. Doch diese Flächen sind meist im individuellen Privatbesitz, kein Konzern hat darauf Zugriff. Völlig anders als bei dem Mammut, das vom Häuptling verteilt wurde, ist die Kartoffel, das Korn, im eigenem Feld und wurde nicht verteilt.
Speicher, Bildquelle: Wikipedia
Doch der Speicher, der Speicher erfordert viel Aufwand, ein trockenes Gebäude, je größer um so besser, denn damit sinkt der relative Aufwand für die Bewachung vor Ungeziefer und Dieben. Alle bringen in die Kornkammer, in den Haberkasten, in das Kornhaus, den Fruchtkasten, das Getreide. Nach Abzug des Zehnten wird es wieder zurückgegeben, ein erheblicher Verwaltungsaufwand, aber auch Sicherheit vor Hunger.
Und wie lösen wir heute das Problem des Speichers für unsere Energie, wir haben den Hunger noch nicht gespürt, der Blackout genannt wird, wenn die Stromquelle nicht liefert. Eine Lösung wäre der Fruchtkasten für Strom, der von allen Strombauern den Überschuss aufnimmt und ihn dann wieder verteilt. Jede Kultur hat eine andere Form der Speicherorganisation hervorgebracht, doch es wurde immer organisiert, da andernfalls alle gelitten hätten.

Folgen

Die Verschiebung der Energieproduktion in die Fläche und damit zum Bürger hat einschneidende Auswirkungen auf die Struktur der Stromversorger. Die Energieversorger sind nicht mehr die Eigentümer der Energiequellen. Doch die Versorger könnten sich um die Speicherung sorgen, das haben diese jedoch noch nicht bemerkt. Weil sie noch nicht den tiefgreifenden Wandel in der Energieversorgung wahrgenommen haben oder wahrnehmen wollten. Aber sie, oder andere, die schneller sind, werden die Lösung der Speicherorganisation übernehmen.
Am Ende des Weges wird es die Legenden von einem Paradies geben, aber alle werden feststellen, dass die Menschheit noch an jedem Problem gewachsen ist.

mehr zur Energiespeicherung im eigenem Energiespeicher-Blog.