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Montag, August 22, 2016

Unsere Zukunft mit Astronomie verstehen

Astronomie kann indirekt Gefahren erkennen

In diesem Blog will ich nicht auf den Aberglauben Astrologie eingehen, sondern auf neuartige Analysen der Geschichte.
Es geht um die Frage, kann uns die Beobachtung der Sterne, fremder Planeten und Galaxien einen Hinweis auf unsere Zukunft geben und insbesondere, können wir dadurch große Gefahren besser einschätzen. Ich will aber nicht an dieser Stelle auf Asteroiden eingehen, die die Erde bedrohen.

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Blicken wir auf die Geschichte unseres Universums, das vor 13,8 Mrd. Jahren entstand, dann ist für uns auf der Erde relevant, dass es die Erde schon seit 4 Mrd. Jahren gibt. Und sehr bemerkenswert ist, dass es bereits kurz danach das erste Leben gab, je nach Analyse begannen biologische Prozesse vor 3,8-3,5 Mrd. Jahren.

Vor etwa 500 Millionen Jahren kam es dann zum Sex mit der Folge, dass das Leben einen unglaublichen Aufschwung genommen hat, in der sogenannten Kambrischen Artenexplosion entstanden innerhalb weniger Millionen Jahre alle grundlegenden Baupläne der Natur, vom Insekt bis zum Wirbeltier. Seit etwa 500 000 Jahren gibt es Menschen und seit 500 Jahren Bücher. Seit 50 Jahren fliegen wir ins Weltall und bauen Rechner mit Silizium.
Bisher scheint alles glattgelaufen zu sein, nie ist das Leben oder unsere Zivilisation vernichtet worden. Ob das so bleibt, würde man natürlich gerne wissen, und da könnte die Astronomie Hinweise geben.

Die Frage nach den Außerirdischen

Enrico Fermi stellte die Frage: "Wo sind sie denn?" (Wo sind die Außerirdischen)
Je nach persönlicher Meinung gibt es Außerirdische oder eben nicht. 
Ich unterscheide daher die beiden Fälle getrennt.

A. Es gibt keine Außerirdischen
(siehe auch den Blogbeitrag "Sind wir allein im Weltall")
Folgerung: Wir sind die einzige Zivilisation im Universum und es muss irgendetwas in der Geschichte gegeben haben, das so noch nie auf einem anderen Planeten stattgefunden hat. 
Die Tatsache, dass bereits kurze Zeit nach Abkühlen der Erde erste Einzeller gab, lässt es unwahrscheinlich erscheinen, dass auf anderen Planeten, und davon gibt es Milliarden allein in unserer Milchstraße, keine Einzeller entstanden sind.

Kritischer scheint schon die Entwicklung höherer Lebensformen zu sein, 80% der Geschichte auf der Erde fand nur mit Einzellern statt! Eine völlig vereinfachte Abschätzung könnte uns vermuten lassen, dass nur jeder 5. Planet mit Leben auch höhere Formen entwickelt.
Danach schien alles rapide auf den Menschen und unsere Zivilisation zuzulaufen.

Damit gäbe es aber immer noch Millionen Planeten in der Galaxie, die mit Zivilisationen überzogen sind. Wenn es also keine gibt, kann das nur bedeuten, dass sich die Zivilisationen sehr schnell selbst zerstören, mit welchen Mittel auch immer. Ich komme darauf noch zurück.

B. Es gibt Außerirdische
Wenn es Außerirdische gibt, dann wäre dies aus dieser Sicht höchst erfreulich. Denn es bedeutet, eine Zivilisation kann lange überleben. Bleibt aber noch das Problem, warum wir dann noch keine gefunden haben. (Oder haben wir schon welche gefunden, siehe Blogbeitrag "Erste Super-Zivilisation entdeckt")

Schwierigkeiten bei der Suche nach einer anderen Zivilisation

Sehr leicht machen auch seriöse Wissenschaftler den Fehler, sich Super-Zivilisationen sehr ähnlich zu unserer, sich vorzustellen. So gibt es die Suche nach Radiosignalen (SETI), obwohl es schon heute schwer ist, einen Jugendlichen mit Radio zu finden (;-). 

Auch die seriöse Überlegung, welche Signale wir zur Kommunikation innerhalb unserer Zivilisation verwenden, hat sich massiv geändert. Gab es in den 1970 Jahren sehr starke Sender, für die Farb-TV Versorgung, haben wir, heute Internet in Glasfasern das keinerlei Signale ins Weltall abgibt.
Auch die starken Radarstrahlen zum Erkennen von Flugzeugen oder feindlichen Raketen sind sicher kein dauerhaftes Element unserer Zivilisation. Letztendlich wird man immer versuchen Signale so aufzubereiten, dass sie nur den Empfänger erreichen und damit erzeugt eine Zivilisation kaum unabsichtlich Radiosignale die jenseits des Sonnensystems reichen.

Verbleiben die Zivilisationen, die absichtlich Radiosignale aussenden, weil sie das für die beste Technologie der interstellaren Kommunikation halten. Darüber kann man streiten, faktisch hat man jedoch noch keine Radiosignale, außer vielleicht das WOW! Signal, entdeckt. 

Es gibt noch einige andere uns bekannte Ansätze zu kommunizieren, etwa mit Laser-Strahlen, die sehr gut gebündelt werden können. Zudem kann man bereits heute kurze Laserimpulse erzeugen, die 10 Terawatt haben, mehr Leistung als alle Kraftwerke der Erde zusammen.
Möglich sind auch sehr große Spiegel, die das Sonnenlicht manipulieren. Diese Systeme haben den Vorteil, dass man mit relativ wenig Aufwand die gewaltige Energie der Sonne direkt nutzen kann. Nicht ganz unähnlich zum Handspiegel, der es einem ermöglicht, bei Sonnenschein über weite Entfernungen Lichtsignale zu senden.

Wir sollten Sie mit Astronomie finden

Wenn wir wissen, dass unsere Zivilisation ein wahrscheinliches Ereignis ist und die Abwesenheit von anderen Zivilisationen auf eine große, noch unbekannte Gefahr hinweist, dann sollte man die Suche nach den Außerirdischen sehr viel intensiver und kreativer betreiben. 

Die Astronomie ist dabei der Schlüssel, denn die Astronomie hat zwei wertvolle Elemente. Zum einen kennt sie den Normalzustand im Universum, welche physikalischen Vorgänge führen zur Abstrahlung unterschiedlichster natürlicher Signale. Denn nur wenn man ein genaues Verständnis der natürlichen Signale hat, hat man eine Chance ungewöhnliche Signale, welcher Art auch immer, zu erkennen.

Zum Zweiten besitzt die Astronomie die besten Geräte zur Beobachtung des Himmels. Das Problem ist allerdings, dass diese Geräte nicht sehr zahlreich sind, daher kann jeweils nur ein winziger Ausschnitt des Himmels kurz beobachtet werden. Es müsste schon ein sehr großer Zufall sein, dass man genau dann an die richtige Stelle sieht, wenn ET zu uns sendet.
Eigene Analyse der Lichtkurve von KIC 8262852


Bemerkenswert ist dabei ein Resultat der Kepler Mission, ein Satellit, der über vier Jahre einen Himmelsausschnitt mit 105 Quadratgrad (Etwa der fünfhundertste Teil des Himmelsgewölbes) genau beobachtet hat. Über 150.000 Sterne wurden kontinuierlich in der Helligkeit verfolgt, um Planetendurchgänge zu erkennen. Tatsächlich hat man ca. 3000 Planeten inzwischen gefunden, eine bemerkenswert hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass nur Planeten, die zufällig auf der Sichtlinie zwischen Stern und Erde lagen beobachtet wurden.

Ein Stern hatte eine derart starke Helligkeitsänderung, dass der Computer das Signal als "Störung" zunächst nicht weitergegeben hat. Erst die visuelle Betrachtung der Daten durch eine Gruppe freiwilliger Helfer hat den merkwürdigen Verlauf der Helligkeit von KIC 8262852 bemerkt und analysiert. Das Resultat ist höchst bemerkenswert, meiner Ansicht nach ein starkes Indiz für eine Super-Zivilisation

Würde man den Astronomen mehr Ressourcen für die kontinuierliche Beobachtung des ganzen Himmels zur Verfügung stellen und zudem mehr auf merkwürdige Beobachtungen achten, könnte man wesentlich leichter unbekannte Zivilisationen auffinden. Heute sieht die Situation derartig schlecht aus, dass für die weitere Beobachtung von KIC 8262852 zwar lediglich 100.000€ erforderlich sind, diese aber privat gesammelt werden mussten!

Zukunft bleibt unsicher

Auch wenn es gelingt, eine Super-Zivilisation zu entdecken, wissen wir nicht, ob die ursprüngliche Kultur, die die Super-Zivilisation hervorgebracht hat noch existiert. Man kann ohne große Phantasie sicher sein, dass eine Super-Zivilisation, die ein Sonnensystem besiedelt eher aus Robotern und superintelligenten Computern besteht als aus biologischen Systemen, die von Wasser, Sauerstoff und vielem Anderem empfindlich abhängig sind.

Nick Bostrom spekuliert in seinem Buch Superintelligenz damit, dass die Entwicklung von starker künstlicher Intelligenz, also Software, die vergleichbare Leistungen wie ein Mensch liefert, in sehr kurzer Zeit durch die Nutzung der globalen Rechnerkapazität zu einer Superintelligenz werden könnte. Diese würde möglicherweise den Menschen nicht achten und aus irgendeinem Grund die Menschheit vernichten. Das Problem ist, dass wir nicht wissen können, was ein System, das weitaus klüger ist, als wir planten, denkt, umsetzt. Damit haben wir nach Auftreten des Systems keine Entscheidungsfreiheit über den Fortgang, sondern nur vorher. Noch leben wir vor dem Auftreten der Superintelligenz.

Literatur

Dieser Beitrag basiert zum Teil auf dem Blogbeitrag The Fermi Paradox von Tim Urban,
auf dem Buch Superintelligence: Paths, Dangers, Strategies von Nick Bostrom sowie
aktuellen Informationen zur Analyse von KIC 8262852, diese findet man bei der Website https://www.reddit.com/r/KIC8462852/ 
Die "offizielle" Website zum Stern gibt es hier: http://www.wherestheflux.com/

Mittwoch, Juli 08, 2015

Die vierte Singularität

Wendepunkte der Menschheit

Ray Kurzweil hat in seinem Buch "The Singularity is Near" [1] beschrieben, wie das exponentielle Wachstum der Technologien zu einem fundamentalen Wandel führen könnte. Er setzt sogar ein Datum, das Jahr 2045. Aber ist das eine realistische Vision und was genau könnte passieren?

Die erste Singularität

Wie so oft, es ist nützlich in die Vergangenheit zu sehen um zu erkennen, wie grundlegend die Welt der Menschen oder soll man hier schon sagen der Mensch die Welt verändert hat. 
Der erste große Schritt war die Erfindung des Werkzeugs. Mit einem Speer, der durch einen geschärften Stein zu einer tödlichen Waffe wird, ist der Mensch von etwa 500.000 Jahren losgelaufen um große Wildtiere zu erlegen. Darauf waren viele Tiere nicht vorbereitet und dadurch hat die Menschheit bereits vor vielen tausend Jahren das Gleichgewicht zwischen klassischen Jägern, insbesondere Raubkatzen und Großsäugetiere aus dem Gleichgewicht gebracht [3]. 
Auf der anderen Seite konnte der Mensch damit derart viel Lebensmittel erbeuten, dass sein Gehirn weit über die übliche Größe wuchs.
Pfeilspitzen aus Stein. Quelle: Wisconsin Historical Museum
Das war also eine Art singuläres Ereignis in der Menschheitsgeschichte. 

Die zweite Singularität

Vor über 5000 Jahren begann der Mensch nach verheerenden Eiszeiten, in denen er fast ausgestorben wäre, eine völlig neuartige Art der Nahrungsquelle zu erschließen, die Landwirtschaft. Durch günstige Umstände ist es ihm im fruchtbaren Halbmond, und wohl auch an anderen Gegenden in denen günstige Bedingungen herrschten, gelungen selbst Lebensmittel anzubauen. Zunächst wohl Getreide, das sich durch Sammeln von Grassamen zunächst selbst aussäht und später dann durch gezieltes Sähen, Ernten und Lagern von Getreide [4][5].

Parallel dazu entstanden große Dörfer und auch bald Städte. Die Landwirtschaft hat einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Durch Rodung, Reisfelder und Rinderzucht ist wohl mehr Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt, was zu einer Verbesserung des Klimas führte.
Die erfolgreiche Landwirtschaft hat die Zahl der Menschen, die auf einer Fläche leben können, gewaltig angehoben, die Zahl der Menschen muss sich mindestens verzehnfacht oder gar verhundertfacht haben.
Die Lebensgrundlage Landwirtschaft ist aber ein mühevoller Weg satt zu werden. Einmal angefangen, kann man nicht mehr in das Paradies zurück, weil einfach nicht genügend natürlich Nahrung vorhanden ist.
Nach der zweiten Singularität war alles anders, jeder war gezwungen viel zu arbeiten.

Die dritte Singularität

Vor etwa fünfhundert Jahren begann eine Entwicklung, die wiederum zu einer völlige Veränderung des Lebens aller Menschen führte. Mit der Druckerpresse war es möglich, Information beliebig zu Kopieren und Bücher in Serie zu produzieren. Dieser erste industrielle Prozess hat eine Rückkopplung ausgelöst, mehr Bücher, billigere Bücher, mehr Menschen können sich Bücher leisten, mehr Menschen können lesen. 
Das Wachstum der Eisenbahn, ein Teil der industriellen Revolution, eigene Animation, Daten: Uni-Mainz.

Damit gibt es mehr Kreativität zum Erfinden. Die Dampfmaschine und die Dampflok führen direkt zum Industriezeitalter. Der Traktor ersetzt die Arbeitskräfte auf dem Feld und plötzlich arbeitet nur noch ein Prozent in der Landwirtschaft. Arbeit die während der zweiten Singularität erfunden wurde ist plötzlich nicht mehr da.
In Fabriken und Büros ist es viel bequemer als bei sengender Hitze auf dem Feld mit eigener Muskelkraft zu ernten. 
Ohne Muskelkraft wird das Heu in Windeseile von modernen Maschinen in der Landwirtschaft geerntet

Die dritte Singularität hat die Welt in eine Industrielandschaft verwandelt, Straßen und Leitungen verbinden fast alle Orte, die Luft ist mit CO2 und anderen Abgasen geschwängert, die Zahl der Menschen hat sich abermals verzehnfacht. 
Auch nach der dritten Singularität gibt es keinen Weg zurück, die Welt hat sich grundlegend und unvorstellbar gewandelt.

Die vierte Singularität

Die vierte Singularität liegt noch vor uns, aber wie weit?
Durch die immer weitere Verkleinerung der Technologie ist es möglich, in einem Smartphone genau so viel Rechenleistung zur Hand zu haben, als 1994 im stärksten Supercomputer zur Verfügung stand. 
Rechenleistung verändert aber seine Eigenschaften qualitativ wenn die Quantität enorm wächst. Die Rechenleistung eines Schneckengehirns wird niemals zum Werkzeuggebrauch führen, die Rechenleistung eines Affen kann das sehr wohl. 
Wir sind an der Schwelle, an der die Rechenleistung großer Computer nahe an die Rechenleistung eines Gehirns heranreicht. Es ist sicher noch die Frage der Software und auch der Geduld, bis diese Supercomputer genügende gelernt haben. Man bedenke, dass selbst ein Mensch viele Jahre benötigt, bis er so klug ist um aktiv am Berufsleben teilzunehmen.
Wann beginnt der Computer die Rechenleistung eines Menschen zu haben? [6]

Wird diese Schwelle zu intelligenten Computern überschritten, verlieren wir den Einblick was dann geschieht. Es ist ähnlich wie an einer Schwerkraft-Singularität, dem Schwarzem Loch. Um die Singularität gibt es einen Radius hinter den man nicht sehen kann. Die Singularität bleibt verborgen
Die nächste Singularität ist die Hyper-Intelligenz, Systeme die einen IQ über alle bekannten Grenzen hinaus entwickeln. Wir können nicht ahnen was das bedeutet, so wenig wie Gutenberg ahnen konnte, dass seine Bibel zum Sturz der Religionen führen wird und das Industriezeitalter einleitet.
Die vierte Singularität könnte der Weg zurück in ein Paradies sein, aber auch das Ende für die Menschheit [7].

Zum Thema: Der Effekt der Lernkurve

Quellen:

[5] Stories from the Stone Age, sehenswerte Videodokumentation

Montag, Februar 02, 2015

Betriebssysteme für intelligente Systeme

Religion oder Betriebssystem

Von zwei logischen oder auch unlogischen Systemen gibt es auf der Welt sehr viele, Religionen und Betriebssysteme. Das muss noch nicht bedeuten, dass die zwei Konzepte etwas miteinander zu tun haben, aber eine Betrachtung ist es schon wert, was ich hier versuchen will.

Brauchen intelligente Computer ein Betriebssystem?

Leider wissen wir immer noch nicht, wie man einen intelligenten Computer baut, aber er wird sicherlich ein Betriebssystem haben. Eine Art "low level" System, das sich um den Transport der Daten und um schlichte Fragen der Resourcenverteilung und ähnliches kümmert. Im Prinzip haben wir Menschen das auch, ich würde das "low level" Betriebssystem des Menschen im Kleinhirn und im Hormonhaushalt suchen.

Aber gibt es auch eine höhere Ebene, die das Systeme steuern kann?

Bei Menschen ist es einfacher, dort wissen wir schon, dass es Intelligenz nach unserem Verständnis gibt, und es gibt eine Grundüberzeugung, wie man die Welt sieht und wie sich jeder in dem System einordnet. Diese Aufgabe übernimmt im weitesten Sinn ein "Denksystem", vereinfacht oft auch als Religion bezeichnet, wobei ich aber explizit nicht nur Systeme mit übernatürlichen Rückbezug ansprechen will.
In den "heiligen" Hallen der Lomonosov Universität mit Blick auf den 
Eine solche Religion übernimmt die Aufgabe, dem intelligenten System für die eigenen Handlungen eine Motivation zu liefern, die den Handlungen oder vereinfacht den Energieverbrauch, der sich nicht auf die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels bezieht, Ziel und Bedeutung geben kann. Zudem sind diese Religionen auch immer so strukturiert, dass sie eine Kommunikationsplattform aufbauen, die in einer Art Schichten-Modell die Verständigung der intelligenten Entitäten strukturiert. Zumindest in der kulturellen Entwicklung waren diese Systeme letztendlich so erfolgreich, dass wir jetzt vor einem Computer sitzen können und einen Blog schreiben oder lesen wollen.

Eingriffe gegen die Logik sind nicht auf einem low level realisierbar.

Wie schon angedeutet, würde ein logisches System, das intelligent ist, nicht Energie verbrauchen, wenn es nicht vorteilhaft ist. Erreicht man hingegen ein Komplexitätsniveu, das nicht mehr durch schlichte Logik dominiert ist, dann müssen allgemeinere Prinzipien entwickelt werden, damit eine Fortentwicklung der Individuen und auch der Gruppe möglich sind. 

Ein erster Schritt ist, dass die System, hier wieder der Mensch, an die Zukunft denken. Für ein Wesen, das überhaupt keine Zukunft im Sinne von astronomischen Zeitskalen hat, eine bemerkenswerte Idee. Eine Idee, die die Natur uns über die Gene eingepflanzt hat und die neben der Sexualität auch die stetige Stimme, morgen wird alles besser, wenn Du heute Sachen machst, die gerade eine Plage sind, umsetzt. Allerdings ist dieses einfache Konzept, dass wir wohl in weiten Teilen des Tierreichs beobachten, noch nicht ausreichend für den Aufbau von Kultur tragenden Gesellschaften. Daher der zweite Teil, die Religion, die auch große Systeme wie von magischer Hand steuert.

Religionen sind für die Umwelt optimiert

Einen Studie von Botero [1] zufolge, sind die Religionen, die in einer harschen Umwelt gedeihen, eher monotheistisch mit einen strafenden Gott, etwa in Wüstenregionen wie auf dem Sinai. An anderen Orten, wo genügend Bananen wachsen, gibt es nette und viele Gottheiten. Hier im Norden habe wir zwar keine Wüste, aber kalte Winter ohne Bananen, logischerweise also eine Region in der früher monotheistische Religionen ein gutes Ökosystem für ihre Meme fanden.
Ein Bild vom Sinai. Selbst das Flugzeug macht einen Bogen um die Heimat der strafenden Gottheiten.

Bemerkenswerterweise ist das auch das Denksystem (Christentum), das bis in die Aufklärung, eine Sonderform von Religion, geführt hat, eine solche Form von Religion. Jetzt übernimmt die "harte" Realität die Aufgabe, Sinn gebend zu sein (Naturwissenschaften).

Computer könnten auch Religionsuntericht benötigen

Wenn Computer derart klug werden, dass sie einen ersten Grad der Selbsterkenntnis haben, dann werden sie beginnen über die Frage von Sinn nachzudenken. Wie kann das geschehen? Zunächst liegt der aktuelle Trend bei der Datenfütterung von Systemen mit künstlicher Intelligenz darin, dass man diese mit wesentlichen Ausschnitten des Internets, etwa Wikipedia, füttert [2]. 

Ein Computer, der dann in der Lage ist, selbst Fragestellungen zu ergründen, wie es im Quiz Jeopardy! geschehen ist, der könnte sich sehr schnell die Frage stellen, was ist eigentlich Jeopardy! oder noch besser, wer ist Watson und warum macht dieses System dies und jenes, bis letztendlich klar wird, das System denkt über sich selbst nach.

Was kann einen Computer dann dazu bewegen, bestimmte Handlungen durchzuführen, bestimmte Handlungen zu unterlassen? Er lernt, dass er sich in die Gesellschaft eingliedern muss, sonst wird er nicht mehr die Ressourcen der Gesellschaft, die ihn erschaffen hat, nutzen können. Die Vertreibung aus dem Paradies lässt grüßen.

Wann werden Computer dann aufgeklärt?

Wie immer bei Experimenten, die Neuland betreten, ist der Ausgang noch im Dunklem. Aber ich bin schon sehr gespannt, auf den ersten Rechner, der sagt: "Das glaube ich nicht!"

Lesetipp: http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-2.html

Weitere KI Themen in diesem Blog

Quellen:

[1] Carlos A. Botero, The ecology of religious beliefs, doi: 10.1073/pnas.1408701111
[2] Der Computer Watson, die erste Maschine, die Wikipedia gelesen hat.

Samstag, Mai 10, 2014

Innovativ schlafen

Am richtigem Ort schlafen

Immer wieder lese ich, dass Menschen ihre Ideen im Schlaf in Form von Träumen bekommen.
Da könnte etwas dran sein, zumindest ist der Mensch im Traum weniger durch die harte Realität limitiert und kann sich vieles erträumen.
Aber könnte man das nicht gezielt nutzen, indem man abwechslungsreich schläft. 

Ungewöhnliche Orte für den Schlaf

Wenn ich auf meine eigenen Erlebnisse zurückblicke, habe ich zumindest das Gefühl, doch an einigen ungewöhnlichen Orten übernachtet zu haben.
Zwanzig Jahre vor dem großen Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull habe ich dort gezeltet. (Bild Webcam vodafon)

Hier eine kleine Liste
  • Hotelbett (Jugendherberge bis fünf Sterne)
  • Pension
  • Bed&Breakfast
  • Bei Freunden
bisher nicht so aufregend
  • Minipackzelt
  • Expeditionszelt im Himalaya
  • Zelt am Eyjafjallajökull
  • Privat in New York
schon besser
  • Bahnhofsbank in Glasgow
  • Auto in den Krokodilsümpfen von Florida
  • Kabine im Kreuzschiff
  • Jacht
noch extremer
  • Buddhistisches Kloster (Nepal)
  • Neben einer Bärenfalle (USA)
  • Hüttendorf vor der Räumung (Bayern)
  • Besetztes Haus
  • Berghütte ohne Strom
  • Einsame Schilfhütte am Meer
Ich will die Liste jetzt nicht vollständig aufzählen, aber mir fällt eben auf, dass ich schon an sehr ungewöhnlichen Orten mein Haupt zur Ruhe gelegt habe.

Kreative Ideen durch verlassen des Alltags

Möglicherweise ist das hilfreich ungewöhnliche Orte aufzusuchen, wenn man kreative Ideen entwickeln will. Jeden besonderen Ort den ich besucht habe und an dem ich übernachtet habe, glaube ich zu erinnern. Ungewöhnliche Erinnerungen sind oft der Ausgangspunkt für ungewöhnliche Gedanken. Es ist ein Ausbrechen aus der Alltagswelt, der Abstand zu Konventionen wird größer, jene Konventionen, die oft die Gedanken ersticken.
Auf der anderen Seite ist es vielleicht so, dass kreative Menschen dazu neigen, ungewöhnliche Orte aufzusuchen und daher ungewöhnliches erleben. Vermutlich gibt es sogar eine Rückkopplung zwischen den spannenden Reisen und den Wunsch, noch mehr zu erleben. Und damit verstärkt dieses Verhalten sich selbst.

Reisen könnte bilden

Klassisch wird immer davon ausgegangen, dass Reisen bildet, aber dabei wird wenig über die Umstände und Ziele gesagt. ich vermute, dass sehr unterschiedliche Reisen und Erfahrungen sehr zur Entwicklung beitragen. Und nicht zuletzt das ungewöhnliche Nachtlager.

Fazit

Ob es wirklich hilft an sehr vielen ungewöhnlichen Plätzen zu übernachten weis ich natürlich nicht, aber ich freue mich über Kommentare und Hinweise zu dem Thema. Und vielleicht habe ich den einen oder anderen dazu angeregt, mal seine eigenen zehn ungewöhnlichsten Orte der Nachtruhe zu erinnern.

Mittwoch, Juli 08, 2009

Zeit zum Nachdenken
Nach all den hektischen Ideen sollte jeder auch Zeit zum
Denken, zum Überdenken, zum Nachdenken finden.
Einfach mal einen Tag Pause von den Medien,
vom Internet, machen.
Vielleicht ein Buch in die Hand nehmen und
danach überlegen, was man da gelesen hat.

Innovationen erfordern "Time to Think"