Montag, September 30, 2013

Warum Stromkonzerne keine Solarzellen bauen

Stromkonzerne liefern Strom

Wir kennen den Spruch: "Die Sonne schickt keine Rechnung"
Das müsste eigentlich in den Ohren der Stromkonzerne eine Alarmmeldung sein. Stromkonzerne liefern gegen Geld Strom. Bisher haben sie das dadurch erreicht, dass sie Kohle oder Kernenergie in großen Kraftwerken mit komplexer Technik eingesetzt haben, die sich kein Privatmensch leisten konnte. Doch da kommt eine disruptive Innovation, die Photovoltaik (PV), ins Spiel.

Photovoltaik als disruptive Innovation 

Nach der Theorie von Clayton M Christensen [1] gibt es disruptive Innovationen die von den bestehenden Marktführern nicht verstanden werden.
Disruptive Produkte haben dabei folgende Eigenschaften:

  • einfacher
  • billiger
  • zuverlässiger
  • benutzerfreundlicher
als etablierte Produkt.
Betrachtet man die PV, so hat sie genau diese Eigenschaften. Sie ist einfach, zum Betrieb einer PV-Anlage benötigt man keinen Ingenieur oder Meister, völlig anders bei den bisherigen Kraftwerken.
Eine PV-Anlage ist billiger, nicht pro kW, aber pro Anlage, das ist gemeint wenn Christensen von billiger spricht.
Eine PV-Anlage ist außerordentlich zuverlässig, wenn die Wechselrichter nicht nach zehn Jahren einen Ausfall haben, hat man keinerlei Wartungsbedarf. 
Sie ist benutzerfreundlich, genau gesagt muss man nichts tun um sie zu betreiben, welch ein Unterschied zu all den anderen Kraftwerken.
Dieser Teil der Argumentation ist sehr zwingend und dürfte kaum Widerspruch auslösen

Ein schlechtes Produkt?


Aufgrund des hohen Strompreises und der unzuverlässigen Verfügbarkeit (Nacht!), hat eine PV-Anlage grundlegende Mängel, die den Einsatz zuerst nur in einigen kleinen Nischenmärkten zuließen. Daraus folgerten die etablierten Stromunternehmen, dass PV nicht für ihre strategische Firmenentwicklung relevant ist. Für die Stromunternehmen ist (war?) eine Photovoltaikzelle nur für einen Nischenmarkt geeignet. Etwa für Parkautomaten oder Taschenrechner mit vernachlässigbaren Umsatz. Zudem ist die Solarzelle nicht zuverlässig, da sie nur bei Sonnenschein Strom liefert.

Entwicklung aus der Nische

Viele vermeintliche Nischenprodukte mit disruptiven Eigenschaften haben aber eine höhere Entwicklungsgeschwindigkeit als die bestehenden Technologien. Als Beispiele nennt Christensen den MP3 Player gegenüber der CD-Player, den Personal Computer gegenüber der Mainframe, den Hydraulikbagger gegenüber den Seilbagger und viele weitere Beispiele.
Damit kann das disruptive Produkt immer mehr Märkte erobern, in unserem Fall PV: Zunächst nur für sehr kleine Nischen wie Netzunabhängige Systeme mit wenig Strombedarf, etwa Parkautomaten. Sinkt der Preis, wird PV für den Endkunden, der teuren Netzstrom bezieht, interessant, häufig als "Grid parity" bezeichnet.
Nach weiterem Preisverfall kann PV Diesel in Inselanlagen ersetzen.
Gridparity und Speicher+Gridparity in Japan, Quelle: Kiray
Inzwischen ist der Preis so weit gesunken, dass in sonnenreichen Gegenden, Kalifornien, der PV Strom günstiger ist als der Strom aus Gasturbinen, die "Production parity" ist damit erreicht.
Die letzte Stufe ist, dass PV inklusive der notwendigen Speicherung, günstiger als Strom aus einem Kohlekraftwerk ist, das ist noch nicht gelungen.
Hinweis: Ich habe bewusst alle Subventionen, EEG etc. nicht betrachtet.

Wo bleiben die Stromkonzerne?

Eigentlich sollten die Stromkonzerne, die Strom liefern schnell beginnen, den Kunden PV-Anlagen zu verkaufen oder zumindest zu vermieten. Aber keine spur davon, mir ist kein einziger Stromkonzern bekannt, der massiv in die Produktion von PV-Produktionsanlagen investiert hat. Obwohl ausreichend Mittel vorhanden waren und die Investition in eine PV Produktionslinie deutlich weniger kostet als ein Kernkraftwerk!
Hat allerdings die etablierte Industrie den rechtzeitigen Einstieg versäumt, dann wird es sehr schwierig. Die Gewinnmargen sinken wegen der Konkurrenz, hier PV-Anlagen, die neue Industrie hat schon sehr viel Erfahrung, die man kaum aufholen kann, das Management hat wieder einmal einen Megatrend verschlafen.

Chance Speicher

Es gibt noch eine letzte Chance, wie erwähnt ist PV-Strom plus Speicher gegenüber einem Kohlekraftwerk noch nicht wettbewerbsfähig. Damit könnten die Stromunternehmen in das Speichergeschäft einsteigen, etwa dem Lageenergiespeicher. Damit würden sie allerdings ihr eigenes Geschäftsmodell (Thermische Kraftwerke) kannibalisieren. Dies werden die Manager nicht wollen, somit bleibt nur: Ausscheiden aus dem Markt. 
Ich kann den Managern der Stromkonzerne nur wärmstens empfehlen, das Buch von C. Christensen zu lesen und intensiv nachzudenken! Hier der Link zu amazon.

Empfehlung:



Quellen:
[1] Clayton M. Christensen, The Innovators Dilemma: Warum etablierte Unternehmen den Wettbewerb um bahnbrechende Innovationen verlieren, ASIN: B0069YNVWU (e-book)

Sonntag, Juli 07, 2013

Datenanalyse aus den USA

Wie man Daten nicht analysieren sollte

In letzter Zeit wurde viel über die Datensammelwut der US Geheimdienste berichtet. Für mich stellt sich die Frage, wie gut können diese Daten ausgewertet werden. 
Da ich leider keinen direkten Zugang zur NSA habe, muss ich mich auf Vergleiche beziehen. Und da gibt es den Vorteil, dass in den USA Daten von Regierungsbehörden offen zugänglich sind.

Beispiel Stromverbrauch

Die US Energie Information Administration EIA, offensichtlich eine Behörde, die den wichtigen US Energiemarkt analysiert, findet für den zukünftigen Stromverbrauch der USA bis 2040 folgendes:
Abb. 1: Zuwachs des US Stromverbrauchs und zukünftige Entwicklung
 Ein Blick auf die Graphik zeigt, dass die USA seit 1950 einen Rückgang beim Wachstum des Stromverbrauchs hatten. Und in Zukunft soll der Verbrauch wieder etwas stärker wachsen. 
Was ist daran merkwürdig? Die Methode der Datenanalyse! 
Hier nochmals die tatsächlichen Daten [1] in einer weniger suggestiven Grafik:
Abb. 2: Wachstum des US Stromverbrauchs seit 1950 und lineare Näherung
Man erkennt, dass eine lineare Näherung den Trend in den letzten 60 Jahren erstaunlich gut wiedergibt. Inzwischen ist das Wachstum exakt bei Null angekommen, das bedeutet, der Stromverbrauch ändert sich nicht mehr. Aber das darf natürlich eine Regierungsbehörde nicht zugeben, daher wir ein Polynom (Trendline in Orange, 1. Abbildung) eingefügt, diese deutet zumindest ein leichtes Wachstum in Zukunft an. Es gibt dafür keinerlei logische Erklärung, denn eine Polynom ist für die Beschreibung eines Wachstumsprozesses nicht sinnvoll. 
Sinnvoll wäre eine exponentielle Entwicklung, die gegen eine Grenze läuft und durch eine logistische Funktion beschrieben werden kann. Das ist aber sicher etwas zu komplex für ein "schönes" Resultat.
Ich habe die einzelnen Fälle untersucht, es gibt kein besseres Resultat, als die einfache Annahme:
Der Stromverbrauch in den USA nimmt nicht mehr zu!
So weit diese erste Analyse.

Die Nutzung von Solarenergie in den USA

Zuerst werfen wir einen Blick auf den jährlichen Zubau an Solaranlagen in den USA:
Abb. 3: Bemerkenswertes Wachstum bei Solaranlagen in der USA
Aus Abbildung 3 erkennt man, dass auch in den USA massiv die Solarenergie ausgebaut wird, jetzt muss das US Energy Information Department eine Prognose für die Zukunft liefern, am Besten exakt für jedes der nächsten 30 Jahre. Kein Problem, kurze Rücksprache mit der Gas und Ölindustrie, etwas Würfelglück und schon hat man die Zahlen:
Abb. 4: Entwicklung der Zubauzahlen für Solarenergie in den USA bis 2040 laut EIA
Wir lernen, so viel Zubau wie 2012 wird es nie wieder geben, ab 2017 liegen die Werte wieder bei 0,11GW pro Jahr, erst ab 2030 wird es ein langsames Wachstum geben und 2040 könnte der Wert von 2013 wieder erreicht werden. 
Für mich ist es unfassbar, dass eine derart unlogische Analyse von einer Regierungsbehörde im Internet publiziert wird und niemand dies bemerkt. Nochmals der Hinweis, jeder kann die Zahlen unter dem unter [1] angegebenen Link abrufen.

Beispiel Windenergie

Auch die Prognose für die Installation von Windkraftwerken ist ähnlich unlogisch wie bei der Solarenergie, dort gibt es sogar Jahre ohne jeglicher Installation, z.B. die Jahre 2017 und 2018, mal sehen.
Prognose des Zubaus Windenergie bis 2040 (Daten EIA [1])

Beispiel Öl und Erdgas

Und wäre da nicht das Erdgas, die USA würden in Zukunft ohne Strom dastehen, hier die Zubauprognose, auch mit einer etwas merkwürdigen Lücke zwischen 2014 und 2021:
Prognose der EIA für den Zubau von Öl- und Gaskraftwerken (Daten [1])
Am Besten macht sich jeder selbst Gedanken, wer die Studie finanziert haben könnte.

Anmerkung:

Es sei aber festgehalten, dass es von anderen Institutionen, auch in der USA, bessere Studien gibt. Ich empfehle für alle, die es genau wissen wollen, die Sun Shot Vision Studie [2], nicht methodisch perfekt, aber auf jeden Fall nicht so absurd wie die EAI Studie. Dort wird gezeigt, dass ein massiver Zubau von Solarenergie möglich ist, allerdings steht im Vorwort "Dies ist keine Prognose, nur eine theoretische Rechnung", um sich abzusichern.

Letztendlich ist das Innovationen verhindern durch falsche Analysen.

Vermutlich auch von Interesse:


Quellen:
[2]Sun Shot Vision Studie, US Department of Energy 2012

Montag, Juli 01, 2013

Alternative für Deutschland, eine innovative Partei?

Frischer Wind AfD und die Piraten

Es kommt nicht sehr oft vor, dass innerhalb von wenigen Jahren zwei Parteien gegründet werden, die eine ernsthafte Chance haben, in den Bundestag einzuziehen, das gab es zuletzt Anfang der 1980 Jahre, als die Grünen gegründet wurden.

Warum gibt es neue Parteien

Unser Parteisystem ist im Kern über hundert Jahre alt, es gibt Links und Rechts, Arbeiter und Bürger, eine Struktur, die mit der modernen gesellschaftlichen Wirklichkeit nur begrenzt übereinstimmt. Diese klassischen Parteien, SPD, CDU, und ihre Partner GRÜNE und FDP bilden in unterschiedlicher Konstellation seit über 60 Jahren die Regierung der Bundesrepublik. Die Abgeordneten sind immer länger im Parlament:
Die Dauer der Abgeordnetentätigkeit nimmt zu[1]!
Ein durchschnittlicher Abgeordneter war bereits 7 Jahre im Parlament, als er 2009 gewählt wurde. Inzwischen sind unsere Abgeordneten bereits 13 Jahre im Parlament und haben gelernt Parlamentarier zu sein.
Menschen werden von ihrem Umfeld geprägt, wer über 10 Jahre in einer Firma arbeitet ist der Firma und insbesondere der Firmenleitung sehr treu. Bei Parlamentariern führt das zu unglaublichen Zustimmungswerten gegenüber der Regierung, auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung völlig anders denkt, wird zugestimmt. Der Abgeordnete ist nicht der Regierung verpflichtet, sondern den Wählern.
Da offensichtlich die bestehenden Parteistrukturen messbar verkrusten, bei der ältesten Partei, der SPD sind die Abgeordneten (im Mittel!) inzwischen 13 Jahre im Bundestag, müssen neue Parteien mit neuen Politikern den Willen des Souverän repräsentieren. 
Die Situation ist ähnlich zu Unternehmen, alte Unternehmen, man denke nur an die klassische Medienbranche, sind nicht in der Lage die neuen Wünsche der Menschen zu erkennen und in Produkte umzusetzen. Innovative Unternehmen haben immer viele neue, oft junge, Mitarbeiter.

Ein Thema Parteien

Jede neue politische Bewegung greift zunächst nur ein Thema auf, das besonders ausgeprägt die Unfähigkeit der alten Strukturen aufzeigt auf geänderte Anforderungen zu reagieren.
  • Die SPD war die Arbeiterpartei, die massive soziale Missstände am Ende des 19. Jahrhundert aufgriff, andere Themen kamen erst später dazu.
  • Die Grünen sind aus der Anti-Atom Bewegung entstanden, sie bekamen früher meine Stimme, weil sie als einzige Partei gegen die Aufrüstung mit Atomraketen waren!
  • Die Piraten haben das Thema Internet aufgegriffen, leider aber den Fokus verloren, ich kann nicht mehr sagen wofür und wogegen sie sind. Das ändert sich aufgrund der liquid Democracy Technik auch schnell.
  • Die AfD ist gegen die Vertragsbrüche bei der Währung Euro. Übergeordnet ist es das Prinzip, dass wir Frieden nur durch das Einhalten von Verträgen erreichen können.
Damit eine Partei längerfristig mehrheitsfähig ist, wird sie zunächst eine Mehrheitsmeinung zu einem bestimmten Thema aufgreifen müssen, anders ist eine Neuentwicklung nicht möglich. Dieses Phänomen kennt man auch bei anderen Innovationen, zunächst ist das Produkt nicht perfekt, aber es hat eine wichtige und wesentliche Eigenschaft, damit man es kauft. 

Warum ich die Alternative für Deutschland wähle

Ich habe in den letzten Jahren einfach nicht verstanden, warum in der EU klare vertragliche Regeln, insbesondere die "no Bailout" Klausel der Euroverträge nicht eingehalten werden. Manche Vertragsbrüche mögen überschaubaren Schaden anrichten, hier besteht aber die Gefahr, dass der Frieden gefährdet wird, denn auch bei internationaler Freundschaft gilt:
Beim Geld hört die Freundschaft auf
Es ist wunderbar, dass es heute ein vereintes Europa gibt, das von Helsinki bis Lissabon reicht, davon haben wir in unserer Jugend geträumt. Es ist schrecklich, wenn heute 60% der Jugendlichen in Griechenland arbeitslos sind, nur damit Banken nicht pleite gehen. 
Die Jugendarbeitslosigkeit in den "Geretteten" Ländern des Euro ist schlimm.

Nach der Meinung ungezählter Professoren der Volkswirtschaft ist der Euro in der jetzigen Form die Ursache der Misere. Ich sehe das auch so, daher wähle ich die Partei AfD, die im Moment von einem Volkswirtschaftsprofessor, Bernd Lucke, geleitet wird. 

Ich hoffe, dass die Innovation AfD eine innovative Partei beleibt.


Quellen:

Sonntag, April 07, 2013

War der Mondflug echt?

Apollo 11 und die Wissenschaft

Im Internet findet man 22 Millionen Seiten die der Frage nachgehen, ob Apollo 11 mit Neil Amstrong und Buzz Aldrin wirklich auf dem Mond gelandet sind. Eigentlich genug Information für alle, aber ich will meine Ansicht trotzdem hinzufügen.
Wo sind die Beweise für die Mondlandung?

Wissenschaft ist nämlich ein Unterfangen, das immer mit der Frage der Belege für Informationen konfrontiert wird. Und hier haben wir einen sehr interessanten Fall vor uns, der zum Einem allgemein bekannt ist, andererseits durch seine spezielle Struktur Raum für Diskussionen lässt.

Historisches Ereignis

Die Mondlandung ist ein historisches Ereignis, das bedeutet, wie alle historischen Ereignisse bieten sie keine direkte Anschauung. Anders als physikalische Gesetze, die man jederzeit durch ein Experiment überprüfen kann oder geographische Gegebenheiten die der unmittelbaren Anschauung zugänglich sind. 
Newtons Behauptung, der Apfel fällt nach unten, kann jeder überprüfen und niemand hat bisher reproduzierbar das Gegenteil gesehen. 
Der Bericht von Columbus, er habe die Küste von Indien entdeckt und nicht die eines neuen Kontinents, kann wiederlegt werden, wenn man eine entsprechende Reise durchführt.
Die Behauptung, man hat ein UFO gesehen muss als vergangenes Ereignis belegt werden, da erstaunlicherweise niemand bisher verkündet hat, ein UFO parkt seit Tagen im Garten. 
Historische Ereignisse unterliegen dem Verfall des Wissens. Bis heute können wir nicht verstehen warum in Stonehenge ein Steinkreis steht, obwohl das für die Menschen zu jener Zeit sicher leicht erklärbar war. Aber die Information ist nicht tradiert, aufgeschrieben oder gar gefilmt worden. Auch in der näheren Vergangenheit liegende Fakten, wer war etwa Shakespeare, lassen sich nur begrenzt sicher belegen.

Entferntes Ereignis

Die Sache mit dem Mondflug hat aber eine spezielle Wendung. Die Tatsache, dass der Ort des Geschehens im Gegensatz zu allen bisherigen historischen Ereignissen nicht auf der Erde liegt, verbietet es den Interessierten durch direkten Augenschein primäre Belege, etwa die Fußabdrücke auf dem Mond, anzusehen.
Damit haben wir eine doppelte Problematik, das Ereignis liegt in der Vergangenheit und die Spuren sind nicht zugänglich. Eine solche Konstellation ist bei anderen Ereignissen, die von einigen angezweifelt werden, nicht vorhanden, man denke nur an das Leugnen des Holocaust oder die Verschwörungstheorien im Umfeld des 11. Septembers. In diesen Fällen kann man alle Belege direkt auf der Erde finden. Seien es die Gebeine der Ermordeten oder, im Fall des World Trade Centers, zudem unzählige Augenzeugen, die noch leben.

Ebenen der Belege

Im Fall von Apollo 11 gibt es zunächst viele Menschen, die das Ereignis erinnern, aber Vorsicht, im Gegensatz zu nahen historischen Ereignissen erinnern die Augenzeugen, abgesehen die Astronauten, nicht das Ereignis sondern die mediale Aufbereitung des Ereignisses. 

Direkte Zeugen

Die Zahl der Astronauten die den Mond betreten haben, liegt bei zwölf, zufällig die Zahl der Apostel die mit Jesus beim Abendmahl saßen. Inzwischen (2013) sind vier davon verstorben und in einigen Jahren gibt es keine lebenden, direkten Zeugen mehr. Und einige Jahre später wird es auch keine Menschen geben, die das Ereignis direkt medial verfolgt haben. Aber im Gegensatz zum Untergang der Titanic, ein jüngeres Ereignis dem alle Augenzeugen verloren gegangen sind, gibt es keine direkten Belege auf der Erdoberfläche. Die Titanic liegt zwar auf der Erdoberfläche, genauer auf dem Ozeanboden in 4000m Tiefe, ebenfalls schwer zugänglich, vielleicht auch daher derart mystifiziert.

Materielle Belege

Wenn es keine Zeugen gibt, dann wird immer die Beweislage zuerst von den materiellen Belegen abhängen. Davon gibt es nur das Mondgestein. Alle technischen Geräte, die auf dem Mond gelandet sind, sind entweder dort verblieben oder in der Erdatmosphäre verglüht. Die Wiedereintritts-Kapsel existiert noch, jedoch kam sie nicht in Berührung mit dem Mond. Mondgestein kann man aufgrund seiner Zusammensetzung  in entsprechend ausgestatteten Labors eindeutig als solches identifizieren. Eigentlich ein Beweis erster Klasse, wäre da nicht eine russische Mission gewesen, die mit einem Automaten Mondgestein zur Erde geholt hat. Es gibt damit nur einen Beleg, dass Gestein vom Mond geholt wurde, aber nicht, dass es von Menschen vom Mond geholt wurde. Allerdings ist die schiere Menge an Mondgestein, das die Astronauten eingesammelt haben (sollen?), etwa 382 kg gegenüber 326 g, die automatische Missionen geholt haben, beeindruckend.

Spuren auf dem Mond

Die Landung der Apollo Landefähren auf dem Mond haben zahllose Spuren auf dem Mond hinterlassen. Zum einem all das technische Gerät, das auf der Oberfläche verblieben ist, unter anderem mehrere Mondautos, bis bin zu den Abdrücken der Stiefel der Astronauten. Leider haben diese Belege die unpraktische Eigenschaft, dass sie nicht von der Erde aus beobachtet werden können. Die Atmosphäre der Erde erlaubt es nur, Objekte ab etwa 100 m auf der Mondoberfläche aufzulösen. Mithin kann man keine direkte Spur von der Erde aus erkennen.
Inzwischen sind allerdings mehrere Raumsonden zum Mond geflogen, die mit hochauflösenden Kameras die Spuren der Astronauten zur Erde gefunkt haben. Obwohl man selbstverständlich mit digitalen optischen Belegen immer vorsichtig sein sollte, jedem sind inzwischen Fälschungen durch Bildbearbeitung bekannt, liegt hier doch ein sehr starker Beweis vor. Es ist zum einem sehr schwierig eine perfekte Bildbearbeitung durchzuführen, die auf alle physikalischen Nebeneffekte Rücksicht nimmt, zum anderen wurden die Sonden von unterschiedlichen Nationen, USA und Japan, in die Mondumlaufbahn befördert.
Und es steht inzwischen jeden hinreichend finanziell ausgestattetem Unternehmen, Menschen, Land, frei, eine vergleichbare Sonde zum Mond zur Überprüfung der Spuren auszusenden.

Wo liegen die Grenzen

Im Fall der Mondlandung können letztendlich immer noch Beweise herbeigeschafft werden, die die Landung eindeutig belegen. Dass diese Beweise nicht jeden Überzeugen, liegt dann eher an mangelndem naturwissenschaftlichen Wissen über die Herbeibringung der Belege als an unmittelbaren Beweisdefiziten. Doch wird das in Zukunft auch immer gelten? Wer kann heute belegen, dass auf dem Saturnmond Titan die europäische Sonde Huygens [1] gelandet ist? In diesem Fall ist der Ort derart unzugänglich, dass kaum jemand die Mittel für eine entsprechende Mission aufbringen kann.
Einmal ausgesendete Information an Ausserirdische

Aber es gibt noch schwerer zu beweisende Ereignisse: Am 16 November 1974 wurden gezielt eine Nachricht an Ausserirdische versendet [2]. Diese Nachricht bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg und kann daher nicht gemessen werden[3]. Problemlos kann man anzweifeln, dass die Nachricht jemals versendet wurde, denn ein definitiver Beweis ist nicht zu erbringen. Dagegen ist die Mondlandung noch ein sehr leicht belegbares Ereignis.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Motive Ereignisse anzuzweifeln. Und es gibt sicherlich viele unwahre Geschichten. Erst das Wissen um wesentliche naturwissenschaftliche Gesetze und die Fähigkeit Wahrscheinlichkeiten richtig einzuschätzen erlaubt es einen kritischen Menschen das tatsächliche Geschehen richtig zu beurteilen. Mögen in Zukunft immer mehr Menschen diese Fähigkeiten erlangen, denn der Glaube an gefälschte Geschichten kann schreckliche Konsequenzen haben, man denke nur an den Beginn des 2. Weltkriegs[4]!

Über Kommentare freue ich mich immer!

Hier eine interessante Argumentationsweise, wenn jemand das Thema "Mondlandung war Fake" anspricht!

Zum Weiterlesen

Nächste Mondlandung?

[1]www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Cassini-Huygens/Titan_first_images_-_slideshow
[2]en.wikipedia.org/wiki/Arecibo_message
[3]Die Nachricht kann nur von außerhalb gemessen werden, theoretisch könnte sie dann wieder an die Erde zurückgesendet werden, wenn es denn entsprechende Zivilisationen gibt.
[4]de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz

Samstag, April 06, 2013

E-Mail Statistik mit Google Mail

E-Mails als Verhaltensmuster

Wer eine E-Mail versendet, der hat immer auch eine Mitteilung zu machen, aber die will ich heute nicht betrachten. Interessant ist, dass wir alle ein bestimmtes Verhalten beim Schreiben und Beantworten von E-Mails zeigen. Nur bisher war es sehr schwer, sein eigenes Verhalten zu messen, obwohl wir alle ahnen, dass Google das längst weis. Jetzt bin ich allerdings auf eine sehr interessante Software gestoßen, von der ich berichten will:

Gmail Meter

Die Software Gmail Meter erlaubt es, einfach eine Statistik über die eigenen Verhaltensweisen bei der E-Mail-Nutzung zu erstellen.

Wöchentliche Aktivität

Meine erste erstaunliche Erkenntnis war, dass an einem Samstag extrem wenig E-Mails eingehen. Ich hatte mich zwar schon mehrmals gewundert, warum ich an einem Samstag relativ wenig mit E-Mail zu tun habe, aber der Unterschied überraschte mich doch:
Wöchentliche Mail-Aktivität
 An einem Samstag bekomme ich weniger als ein Viertel der Mails von einem normalen Arbeitstag, und noch erstaunlicher, ich schreibe wohl fast nie E-Mails am Samstag. Dies zeigt, wir werden oft von den eintreffenden E-Mails getrieben, viele Eingangsmails aktivieren uns, so schreibe ich am Mittwoch sogar mehr (relativ) Mails als ich erhalte.

Länge der Threads

E-Mail-Schreiben ist ja immer ein bisschen wie Ping-Pong, da der Aufwand zu antworten nicht sehr groß ist, gehen oft viele E-Mails hin und her, die Überraschung ist, wie regelmäßig das in der Statistik aussieht.
Länge der E-Mail "Ketten" (Threads)
Offensichtlich liegen die Werte, bei doppelt logarithmischer Darstellung, auf einer Geraden. Es gibt also ein Gesetz, dass man mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit antwortet, egal, wie oft man schon geantwortet hat. 

Länge der E-Mails

Es gibt sicher Menschen, die schreiben nur lange oder kurze Mails, bei mir ist das sehr unterschiedlich:
Länge der E-Mails in Worten
Empfangene E-Mails tendieren dazu sehr lang zu sein, selbst geschriebene sind zumeist kurz, 25% aller Mails die ich schreibe haben weniger als 10 Worte, das hat mich etwas überrascht, aber in letzter Zeit bin ich aufgrund der vielen Anfragen dazu übergegangen oft nur sehr kurz zu antworten, ich hoffe es wird mir verzeihen, dafür antworte ich wohl sehr schnell:
Antwortzeit für E-Mails
Fünf Prozent aller Mails beantworte ich bereits innerhalb von 5 Minuten und nach vier Stunden haben fast alle eine Antwort. Nur zwölf Prozent müssen länger als einen Tag warten, das liegt sicher oft am Inhalt, der in diesen Fällen eine sofortige Antwort nicht erlaubt. Damit erreicht man aber auch, dass man nicht einen schrecklichen Berg unbeantworteter Mails hat, was ich bei manchen Menschen beobachtet habe, analog zum vollen Schreibtisch. 
Bemerkenswert ist natürlich, dass mir andere Menschen mir schneller antworten, als ich selbst, dafür darf ich mich an dieser Stelle bedanken!

Zugang zu den eingenen Verhaltensdaten

Interessant werden die Statistiken natürlich erst, wenn man das über einen längeren Zeitraum verfolgt. Werden alle Mails immer kürzer, antworten die Menschen schneller? Für mich ist es faszinierend, endlich wenigstens über mein eigenes Verhalten mehr zu wissen. Ähnliche Statistiken könnte es ja auch in anderen Lebensbereichen geben, wie und was kaufe ich ein, Aldi hat in Verbindung mit meiner EC-Karte da sicher mehr Wissen als ich. Das gleiche gilt für die Bahn, die Tankstellen, usw. 
Ehrlich gesagt, fände ich es gut, wenn nicht nur andere genau über mein Verhalten bescheid wissen, sondern wenn ich selbst meine Daten auswerten kann. Dann habe ich keine Probleme mit dem Datenschutz.

Vielleicht auch von Interesse: Lesen macht klug, Schreiben klüger

Verwendete Software für die E-Mail Statistik: http://www.gmailmeter.com/

Samstag, März 02, 2013

Nexus 10 leben mit dem Pad

Seit einigen Wochen habe ich einen nexus 10 Pad Computer. Was ändert sich in den Nutzergewohnheiten wenn man nicht nur einen Laptop mit Zusatzmonitor nutzt?
nexus 10, Bild: Wikipedia

Der Arbeitsplatz 

Der Arbeitsplatz, an dem man den Rechner nutzt wandert zum Sessel oder zur Couch. Diese Plätze hatte ich bisher für das Lesen optimiert. Das bedeutet eine helle Lampe war immer an. Jetzt läßt man die ausgeschaltet, da es nur unnötig blenden würde. Sollten das sehr viele Menschen so machen, könnte es sogar zu einer gewissen Energieeinsparung führen.

Die Benutzerfeundlichkeit

Die Oberfläche ist so intuitiv zu bedienen, dass sogar meine Schwiegermutter, völlig Computernovize, den Pad nutzt um die Heimatnachrichten online zu lesen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass man die Schrift beliebig zoomen kann. Weiterhin ist das Pad so gut im erkennen der Finger, dass die Interaktion gelingt. Mein vierjähriger Sohn hat dem Ding auch schon einen Namen gegeben: Brettcomputer. 

Orientierung 

Eine alte Frage bei Rechnern ist, soll der Monitor hoch oder Querformat haben. Bei der täglichen Nutzung fällt mir auf, dass ich im Internet Hochformat bevorzuge. Allerdings drehe ich oft bei Bildern., Grafik oder Film in das Querformat. Dies ist mit einem Laptop unmöglich. Auch die Haltung des Brettcomputer auf dem angewinkelten Bein ist anders als mit Laptop auf dem "lap". 

Zoom

Ein sehr wichtiger Vorteil ist das einfache zoomen mit zwei Finger. Auf vielen Webseiten ziehe ich den Satzspiegel heran, so dass ich nicht von der ablenkenden Werbung gestört werde. Zudem zoome ich öfter in Grafiken, speziell bei wissenschaftlichen Artikeln im PDF Format.

Blättern oder scrollen 

Eine weitere Frage ist, blättert man besser durch ein langes Dokument oder soll man scrollen? Ich bevorzuge momentan noch das scrollen, das könnte aber auch an der Gewohnheit mit Webseiten liegen. Auf jeden Fall ist es bequemer als in einem Buch zu lesen! Und damit sehe ich für das Papierbuch definitiv das Ende kommen. 

Schreiben 

Zumindest diesen Beitrag habe ich jetzt am Pad geschrieben. Das war nur möglich mit der Software SwiftKey, die sofort errät was man eingeben will und damit erreicht man mit zwei Finger fast 10–Finger Geschwindigkeit, zumindest ich, der kein guter 10–Finger Schreiber ist. 
Alternativ kann man auch diktieren. die Diktierfunktion ist besser als bei früheren Systemen, allerdings fühle ich mich wohler wenn ich tippe. 

Handling 

Die Batterie reicht mühelos den ganzen Tag, Nachts wird immer aufgeladen. Da der nexus 10 nicht wie ein Laptop zugeklappt werden muss kann man ihn einfach weglegen etwa auf das Bücherregal. Nach zwei Minuten geht er bei mir in den Standby-Modus, eine Minute ist zu kurz da geht er manchmal beim Lesen aus. Wiedereinschalten geht in Sekunden, kein Vergleich zum Festplattenrechner. 

Wirklich toll 

Zusammengefasst ist der nexus 10 eine echte Bereicherung, ich hätte nicht gedacht, dass ich so oft das Brett nutze. Also eine echte Innovation. 

Dienstag, Februar 12, 2013

Die stille Revolution

Tsch Tsch so sagt mein Sohn

Und mit Tsch Tsch ist die Dampflok gemeint, die es eigentlich nicht mehr gibt. Die industrielle Revolution hat uns ein charakteristisches Geräusch hinterlassen, das in unseren Köpfen weiterlebt. Es ist das eigenartige Stöhnen der Maschine.

Brum Brum das Auto

Hundert Jahre später hat das Auto mit seinem Motorgeräusch nur noch Lärm geliefert. Fast jeder wünscht sich diesen Lärm weg, ob das der Elektromobilität gelingt ist aber noch ungewiss. Es gibt sogar Ideen, dass ein Elektroauto gezielt Geräusche verursachen soll, damit man es bemerkt.

Stille Nacht, Stille Solarenergie

Erstaunlicherweise ist die nächste Revolution still!
Noch nie wurde eine Technik entwickelt, die eine derartige Größenordnung wie die Photovoltaik erreicht, 100 GW Solarzellen produzieren heute Strom, die völlig still ist.

Computer kamen mit lauten Festplatten und legendär lauten Lüftern,
Mühlen klapperten am rauschenden Bach,
Windkraftwerke müssen die Lärmschutzverordnung einhalten,
Düsenflugzeuge sind der Inbegriff von Lautstärke geworden, zumindest endet die Lautstärkeskala zumeist dort.

Still und heimlich

Möglicherweise bemerken viele Menschen die Revolution der Photovoltaik nicht, weil sie so Leise erfolgt. Inzwischen gibt es für jeden Erdenbürger 15 Watt Solarzellen, das reicht schon für eine Lesebeleuchtung.

Dankbar für Stille

Ich bin für die neue Stille sehr dankbar, ich bin wirklich froh, dass diese technische Revolution auf leisen Sohlen kommt und es gibt Hoffnung dass das ein Trend wird.
Mein Nexus 10 hat weder einen Lüfter noch eine Festplatte,
Eine LED Lampe surrt nicht wie eine Leuchtstoffröhre,
Das Elektrofahrrad ist leiser als der Fahrer,
Wenn jetzt noch die Motorräder mangels Nachwuchs verschwinden, dann beginnt vielleicht die neue Stille.
Innovationen können geräuschlos kommen. 

Montag, Januar 21, 2013

Lesen macht klug, schreiben klüger

Buch=Lesen

Seit Erfindung des Buchdrucks sind Bücher so billig geworden, dass die Zeit (umgerechnet in Arbeitszeit) ein Buch zu lesen immer teurer ist, als der Preis des Buches. Dadurch, und durch die Einführung günstiger Beleuchtung, haben viele Menschen das Lesen angefangen und damit eine Menge gelernt.
Die Zahl der Bücher ist zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert um das Hundertfache gestiegen. (Bild:Wikipedia)
Die Entwicklung der Industriegesellschaft ist wesentlich durch das Lesen angetrieben worden.
Die Menschen haben sicherlich auch das Schreiben gelernt, aber vermutlich nur begrenzt genutzt. Geschrieben haben immer die "Gelehrten", die Autoren der Bücher. Schreiben ist aber ein sehr wertvoller Vorgang, durch die Reflexion beginnt man die Gegenstände besser zu verstehen. Ganz nach dem Motto, das, was ich einem anderem erkläre, habe ich selbst am besten verstanden.

Web 1.0=Lesen 

Mit dem aufkommen des Internets begann der Lesestoff plötzlich eine völlig neue Form anzunehmen.
Es gibt keine letzte Seite mehr, das Internet ist ein unendlicher Lesestoff. Es ist sicher auch eine unendliche Film, Audio und Bilderwelt, aber das ist ein anderes Thema. 
In der ersten Phase des Internets, vielleicht in den ersten 10 Jahren bis 2005, war der Internetnutzer im wesentlichen ein Rezipient der Information. Das lag zum einem an der Mühe, HTML zu lernen und an vielen weiteren Problemen bei der aktiven Internetnutzung auftreten, Stichworte wie FTP, Webserver, Schreibrechte usw., verdeutlichen dies.

Web 2.0=Schreiben und Lesen

Mit dem Web2.0, mit seinen neuen Formen des sozialen Netzes, Wikis, Blogs, Kommentaren, Leserbriefen, Beiträgen aller Art, haben sich viele Nutzer zu Autoren gewandelt. Nicht nur lesend sondern auch schreibend das Internet nutzend.
Die Anzahl der Blogger hat sich in  den fünf Jahren von 2006 bis 2011 um den Faktor 5 vergrößert! (Gefunden auf dem Blog XITE)
Sicherlich sind sehr viele Texte nicht von höchster literarischer Güte, aber das müssen sie nicht sein. Für den Autor ist jede Zeile nützlich, die er schreibt, denn Schreiben macht klüger. Oft auch durch die andere Wahrnehmung, das Abrufen von Wissen und das Zitieren von anderen Quellen.
Letztendlich bin ich der festen Überzeugung, dass das Web2.0 die Menschen weiter bildet, als man auf den ersten Blick vermuten mag. 
Nicht die scheinbar geringe Qualität der Texte ist entscheidend, die Vielzahl der Autoren verändert die Gesellschaft. Damit wird der berühmte Flynn Effekt, das merkwürdige Ansteigen der Intelligenz der Menschen, wieder einen Schub erhalten.
Dies steht sehr im Gegensatz zu der Meinung, die Manfred Spitzer unter dem Stichwort "Digitale Demenz" vertritt.
Ich bin zuversichtlich, dass viele neue Ideen, Innovationen, durch das Web2.0 erst möglich werden. 

Samstag, Dezember 15, 2012

Die Erfindung Gott

Alle Jahre wieder

Sieht man in den Kalender, dann sticht der 24. Dezember heraus, Weihnachten. Die Geburt eines Gottes?
Das sollte man genauer betrachten.
Wir Menschen leben auf einem Planeten, den wir in jedem Winkel erforscht und fotografiert haben, das war vor 2012 Jahren noch anders, niemand hatte die Welt bereist. Doch auch in diesen Tagen haben Menschen über ihr Dasein nachgedacht. Woher kommen sie, wohin gehen sie, jenseits der kleinen bekannten Welt.

Kennen wir die Welt

Unser kleiner Planet wurde von Kopernikus aus der Mitte der Welt gerückt, die himmlischen Sphären, aufgespannt von den Planetenbahnen, wurden etwas umsortiert.
Die Sonne ist Teil der Milchstraße, Hubbel hat das im 20. Jahrhundert für uns entdeckt, eine Sonne von 100 Milliarden Sonnen in unserer Milchstraße, und unsere Milchstraße eine Galaxie unter 100 Milliarden Galaxien. Keiner von uns ist je durch die intergalaktischen Räume gereist. Und keiner wird je so weit reisen, unsere Naturgesetze erlauben es nicht.

Unsere Naturgesetze?

Unsere Naturgesetze sind die Gesetze, die wir durch mühsames Beobachten entschlüsselt haben. Noch nicht vollständig, aber eine gewisse Vorstellung was in unserem Universum Gesetz ist haben wir vermutlich schon. Unser Universum hat eine merkwürdige Eigenschaft, es erlaubt Leben und es erlaubt Lebewesen mit Selbstreflektion. Dabei würden kleine Änderungen der Gesetze und der Naturkonstanten schnell zu Universen führen, die kaum die Chance einer selbstorganisierten Informationsverarbeitung erlauben. Und damit wären es auch nicht mehr unsere Gesetze.
Die Tatsache, dass es wohl bereits in unserem Universum selten zu Leben kommt, kann uns vermuten lassen dass es in anderen Universen wesentlich stiller ist, "Stille Nacht".

Anthropozentrischer Gott

Für die Entwicklung der Kultur ist der Kult wichtig. Nur wer nicht nur an die eigene Ernährung und Vermehrung denkt, denkt an anderes. Kult ist ein Speicher für Information, der kulturelle Informationsspeicher hebt die Kultur die Kult betreibt auf eine Stufe höherer Organisationsfähigkeit, damit verbesserter Ernährung und letztendlich Vermehrung.
Diese eigenartige Rückkopplung ist die tieferliegende Ursache, dass ein Gott in unserer Kultur ernst genommen wird, obwohl er offensichtlich selten gesehen wird. Dieser Gott ist ein Abbild unserer Kultur, bis hinein in die Kunst, die Gott dem Menschen ähnlich darstellt, damit auch Ursache der Kultur. 
Aber in unserer Zeit, der Zeit der elektronischen Bilder wird Sein Bild nicht aufgezeichnet, Gott wird Abstrakt, er hat Fähigkeiten, Gefühle aber wir haben kein Bild mehr von Ihm.

Der wissenschaftliche Gott

Wer hat unser Universum erschaffen, offensichtlich ist unser Universum für uns Menschen gemacht, wie das Paradies, wenn auch nicht ganz so nett. 
Eine Argumentationskette geht in diese Richtung, alle Naturkonstanten optimal, also ist das Universum präzise für uns gebaut, erstaunlich genau, Wunder!
Doch diese Kette hat eine sehr schwaches Glied. Der große Kreator muss sich das ausgedacht haben. Damit hat er eine Möglichkeit zur Informationsverarbeitung, die unser Gehirn sicher übertrifft. Wir haben unser Gehirn im Lauf der Evolution erworben und mit Wissen im Lauf unseres Lebens gefüllt. Beides Prämissen, ohne die das nicht funktionieren kann. Jeder weiß, wie mühsam der Wissenserwerb geht, insbesondere benötigt man dafür Sinne für die Welt, wer keine Welt hat kann kein Wissen erwerben, und ohne Wissen ist ein Gehirn nutzlos. 

Allwissende Eltern

Setzt man Gott an den Anfang, dann hat man einen weiteren menschlichen Fehler gemacht, wir haben nie bemerkt, wie wir bewusste, denkende Menschen wurden, daher haben wir das als gegeben vorausgesetzt. Insbesondere haben wir immer unseren klugen, nahezu allwissenden Vater (oder/und Mutter) gesehen. Dieser Irrtum ist allen Menschen zutiefst eingeprägt, unsere Umgebung suggeriert uns, jeder Mensch ist klug, niemand ist ein totaler "Kasper Hauser". Doch der von uns gedachte Gott ist der totale Kasper Hauser, totaler als man sich das je vorzustellen wagt.

Wunder der Welt

Das Universum ist im wahrstem Sinn ein Wunder, ich wundere mich, wie es in die Welt kam, aber ich versuche es zu verstehen. Eine Erklärung muss zumindest im Grundsatz nachvollziehbar sein, die Hypothese Gott ist es für mich nicht.
Und bald erzähle ich meinen Söhnen wieder die schöne Geschichte, die so gut zu uns Menschen passt und meinen Sohn glauben lässt, dass es ein Wunder gibt, bis er sich wundern wird, warum das alles doch nicht so einfach ist, wie man auf den ersten Blick glauben will.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!  



  

Samstag, Dezember 01, 2012

Die 2. Neolithische Revolution

1. Neolithische Revolution

Die Menschheit durchlebte vor 10.000 Jahren eine grundlegenden Wandel. Zu dieser Zeit begannen die Menschen Vieh zu züchten und Ackerbau zu betreiben.
Dies führte zu einer grundlegenden Umstellung der Ernährung und zu einem massiven kulturellen Wandel. Wer Viehzucht betreibt, muss nicht mehr dem Wild folgen, er kann sesshaft werden. Wer Ackerbau betreibt, benötigt Getreidespeicher. Ackerbau ist viel Arbeit und das Wort "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.." aus der Bibel (Moses, der Sündenfall) könnte als Hinweis auf die Erinnerung an eine "bessere Zeit" im Paradies gedeutet werden.
Vertreibung aus dem Paradies, Giovanni di Paolo (1445)
Blicken wir jetzt in unsere Zeit.

Die 2. Neolithische Revolution

Wir jagen nach Energie, fast wörtlich sucht die Zivilisation nach Lagerstätten von Öl, Gas und Kohle, so wie dereinst die Menschen dem Wild gefolgt sind. Bis an die Eisgrenze, bis in die Wüste und trotzdem sind die Ressourcen endlich.
Wir sind gezwungen, nach dem Peak Oil, selbst Energie anzubauen. Nein ich will hier nicht von Maisfeldern berichten, die unter ökologisch fragwürdigen Umständen, zur Ethanol oder Methangewinnung verwendet werden.
Es geht um das Ernten von Energie ganz allgemein. Die Mammuts der Energieversorgung, sprudelnde Ölquellen, müssen durch Energieernteflächen wie Solarfelder oder Windparks ersetzt werden. Energie kommt nur in geringer Dichte von der Sonne bei uns an, ein Liter Öl pro Quadratmeter und Tag. Nicht wirklich eine sprudelnde Quelle aber ein steter Tropfen.
Erstaunlicherweise sind die Zahlen für Wind sehr ähnlich, aber beide kommen leider eben nicht in Form von Öl, sondern können mit viel Aufwand, der Pflug und der Schweiß lassen grüßen, in Strom umgewandelt werden.
Kaum gewonnen schon verloren, von Mäusen gefressen, von Pilzen zerstört, von Bakterien vergiftet, war das Korn das in der Scheuer landete. Jenem Speicher, der zwingend ist, will man dauerhaft vom Ackerbau leben.
Und genau so ist es mit dem Strom, wir können ihn nicht gut Speichern, wir haben uns damit auch nie wirklich beschäftigt, da wir die nächste Ölquelle erbeutet haben, sozusagen als Steinzeitjäger im energie hungerigem Industriezeitalter.

Fläche Und Speicher

Die Neolithische Revolution hat zwei Wesensmerkmale, Fläche ist wertvoll, Speicher müssen geschützt werden. Der Wert von Fläche hat zur Grenze geführt, letztendlich zum Staat. Speicher können ausgeraubt werden, der Schutz hat zur Stadt, zu Eigentumsgesetzen und letztendlich auch zum Staat geführt.
Gewinnt man Energie aus Flächen, dann bekommt alles was Fläche hat einen Wert, erstaunlicherweise genügen bereits die Dachflächen um ausreichend Energie zu ernten. Doch diese Flächen sind meist im individuellen Privatbesitz, kein Konzern hat darauf Zugriff. Völlig anders als bei dem Mammut, das vom Häuptling verteilt wurde, ist die Kartoffel, das Korn, im eigenem Feld und wurde nicht verteilt.
Speicher, Bildquelle: Wikipedia
Doch der Speicher erfordert viel Aufwand, ein trockenes Gebäude, je größer um so besser, denn damit sinkt der relative Aufwand für die Bewachung vor Ungeziefer und Dieben. Alle bringen in die Kornkammer, in den Haberkasten, in das Kornhaus, den Fruchtkasten, das Getreide. Nach Abzug des Zehnten wird es wieder zurückgegeben, ein erheblicher Verwaltungsaufwand, aber auch Sicherheit vor Hunger.
Und wie lösen wir heute das Problem des Speichers für unsere Energie, wir haben den Hunger noch nicht gespürt, der Blackout genannt wird, wenn die Stromquelle nicht liefert. Eine Lösung wäre der Fruchtkasten für Strom, der von allen Strombauern den Überschuss aufnimmt und ihn dann wieder verteilt. Jede Kultur hat eine andere Form der Speicherorganisation hervorgebracht, doch es wurde immer organisiert, da andernfalls alle gelitten hätten.

Folgen

Die Verschiebung der Energieproduktion in die Fläche und damit zum Bürger hat einschneidende Auswirkungen auf die Struktur der Stromversorger. Die Energieversorger sind nicht mehr die Eigentümer der Energiequellen. Doch die Versorger könnten sich um die Speicherung sorgen, das haben diese jedoch noch nicht bemerkt. Weil sie noch nicht den tiefgreifenden Wandel in der Energieversorgung wahrgenommen haben oder wahrnehmen wollten. Aber sie, oder andere, die schneller sind, werden die Lösung der Speicherorganisation übernehmen.
Am Ende des Weges wird es die Legenden von einem Paradies geben, aber alle werden feststellen, dass die Menschheit noch an jedem Problem gewachsen ist.

mehr zur Energiespeicherung im eigenem Energiespeicher-Blog.

Sonntag, November 18, 2012

Abfallprodukt Solarenergie

Technische Abfallprodukte

Angeblich ist die Teflonpfanne ein Abfallprodukt der Weltraumfahrt, auch wenn es nicht stimmt, ist das eine schöne Legende.
Solarzellen der ISS (Quelle: Wikipedia)

Solarzellen

Richtig ist, die ersten Solarzellen sind ein Produkt für die Raumfahrt gewesen, da im Weltraum immer die Sonne scheint und nirgends eine Steckdose ist. Zudem spielt Geld dort oben anscheinend keine Rolle. Tatsächlich machen die Kosten der Solarzellen eines Satelliten weniger als ein Prozent der Kosten aus. Nebenbei bemerkt ist aber der Energieaufwand, um eine Solarzelle in eine Umlaufbahn zu befördern oft höher, als die Energie die die Solarzelle dort oben produziert.

Mikroelektronik

Ein weiteres Abfallprodukt der Raumfahrt ist das Smartphone. Diese funktioniert nur aufgrund weit optimierter Mikroelektronik. Zunächst hat nur die Raumfahrt derart kleine Computerchips benötigt. Als dann die ersten PCs auf den Markt kamen, kam es zu einem selbst-verstärkenden Trend der Miniaturisierung, unabhängig von der Weltraumfahrt.
Interessant ist dabei, dass der Anstoß der Miniaturisierung nicht aus der gleichen Quelle kam, als die spätere tatsächliche Anwendung.

Paradox CO2

Ein weiteres Beispiel mit einem verblüffenden Ausgang ist die weitere Entwicklung der Solarzellen. Alle kennen das CO2 Problem, in der Wissenschaft ist es Konsens, dass dieses Treibhausgas zu einer Erderwärmung führt.
Eine Folge dieser Erkenntnis ist, dass in Deutschland ein Programm zur massiven Förderung von Solarenergie aufgelegt wurde. Dieses Programm hat zwei Effekte: 
  1. In Deutschland werden bereits 4% des Stroms mit Solarzellen erzeugt und damit ein klein wenig CO2 eingespart. (Das sind 0,05% des weltweiten CO2 Ausstoß, eigentlich nicht nennenswert*)
  2. Durch die starke Förderung der Photovoltaik ist der Preis um mehr als den Faktor Zehn gesunken, damit wird PV für viele ökonomisch nützlich.
Der zweite Effekt ist sozusagen das Abfallprodukt des EEG Programms, das die Photovoltaik gefördert hat. Damit ist aber eine Industrie entstanden, die aktuell, 2012, 40 GW Solarmodule pro Jahr zu sensationell günstigen Preisen liefern kann. Und die Folge: 
Der Ausstoß von CO2 wird dadurch wesentlich stärker reduziert, möglicherweise ist damit sogar das CO2 Problem bereits gelöst.

Sinn von Förderung?

In all den genannten Fällen wurde viel staatliches Geld für die Entwicklung neuer Technologien eingesetzt. Glücklicherweise war es jedesmal erfolgreich, nicht direkt, sondern indirekt. Dies sollte man bei der Förderung von Innovationen berücksichtigen. Schön wäre, wenn es dazu genauere Zahlen gäbe, da meine Analyse nur qualitativer Natur ist.

Anmerkung:
* In Deutschland wurden 2011: 19000 GWh Solarstrom erzeugt, damit konnten ~0,019 Mrd. Tonnen CO2 Emissionen vermieden werden im Vergleich dazu, weltweit wurden 2010: 37 Mrd Tonnen CO2 von Menschen verursacht. (Das sind also tatsächlich nur 0,05% Reduktion)

Montag, Oktober 15, 2012

Atomzeitalter

Das Atomzeitalter ist am Ende!

In Deutschland denkt man da sofort an das Jahr 2011, in dem der Atomausstieg endgültig beschlossen wurde. Aber völlig falsch, der Atomausstieg begann bereits 50 Jahre früher, 1961!
Häufigkeit des Wortes "Atom" in englischen Büchern.
Google hat bekanntlich alle Bücher gescannt und jetzt kann man in allen Büchern der letzten zweihundert Jahre elektronisch lesen und das Wort Atom zählen. Seit 1920 beginnt das Wort überproportional oft in Büchern aufzutauchen, ab 1940 bekommt es nochmals einen Schub, um dann um 1961 dem Maximum zu erklimmen. Danach folgt ein außergewöhnlicher Rückgang, der exponentiell gedämpft, dazu führt, dass das Wort Atom inzwischen wieder ein Niveau erreicht hat, als vor den großen Entdeckungen um 1920!

Ursache Raumfahrt?

Aber was hat zu diesen starken Rückgang in der Wahrnehmung geführt. Zunächst einmal vermute ich, dass letztendlich die Häufigkeit, mit der Worte in Büchern erscheinen ein Abbild der gesellschaftlichen Themenwahl ist.
"Spaceflight" als Indikator für Weltraumzeitalter.
Mit Beginn der 1960er Jahre gewinnt das Wort "spaceflight" fast schlagartig an Bedeutung. Durch den Wettlauf zum Mond war plötzlich der Weltraum ein zentrales Thema für die Gesellschaft. Das Thema ist angenehmer, der Weltraum liegt weit weg, praktisch niemand hat Zugang, und trotzdem regt er die Phantasie an. Wie viel schlechter steht da das Atom da, durch die Atombombe, die oberirdischen Kernwaffentests und den Fallout, nur negative Inspiration. Auch die "atoms for peace" konnten das nicht retten, zumindest haben sie das Wort nicht nachhaltig verteidigt.

Was wäre ohne Yuri Gagarin geschehen 

1961 erhob sich Yuri Gagarin in einer russischen Weltraumkapsel erstmals in das Weltall, das Zeitalter der Weltraumfahrt was eröffnet, drei Wochen später fliegt der Amerikaner Alan Shepard als erster Amerikaner ins All.
Stellen wir uns vor, die zeitliche Abfolge wäre umgekehrt gewesen, kein Kennedy, der den Flug zum Mond ankündigt, weiter viele Worte zum Atom.
Ich will nicht ausschließen, dass es zu einer grundlegend anderen Entwicklung im Bereich der Kernenergie gekommen wäre. Möglicherweise wären die "atoms for peace" beflügelt worden, insbesondere wenn man bedenkt, dass die oberirdischen Kernwaffentests eingestellt wurden. Die Jugend hätte nicht den Mann auf dem Mond bejubelt, sondern neue Spitzenleistungen der Kernenergie?

Der Schmetterling

Wir können das Rad der Geschichte natürlich nicht zurückdrehen, aber die Geschichte war hier an einer einzigen Lötstelle verzweigt. Da im US Weltraumprogramm vor dem Start eines Menschen erst ein Affe ins Weltall fliegen durfte, kam es zu folgender denkwürdigen Verzögerung: Der Affe sollte einen simplen Test mit zwei Schaltern im All ausführen um zu sehen, ob das Gehirn im All richtig arbeitet. Ein simpler Fehler in der Verdrahtung führte zu einem falschen Resultat, der Affe hat immer Stromschlag statt Orangensaft gewählt. Nach der Landung wurde das ausführlich untersucht und es kam zu sechs Wochen Verzögerung für Shepards Flug.
Da die Russen nun mit dem ersten Satelliten, dem ersten Lebewesen und dem ersten Menschen im Weltall zu oft erste waren, kam es zu dieser denkwürdigen Rede von Kennedy, in der er den Mondflug ankündigt.

Der Rest ist Geschichte.

Zum Weiterlesen:
Kernfusion mit ITER, eine Kritik

Sonntag, September 30, 2012

Netzwerk der Funktionen


Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich 1973 meine erste Digitaluhr bekommen, die hatte eine rote LED Anzeige, immer wenn man die Zeit wissen wollte, drückte man einen kleinen Knopf und war zwei Sekunden lang informiert.
1974 Gab es den ersten programmierbaren Taschenrechner, 199 DM und keine Möglichkeit zu speichern, aber immerhin 10 Speicherplätze und 72 Programmzeilen. 1980 erreichte mich dann ein Computer namens Sinclair ZX80, das Display war ein umgebauter schwarzweiß Fernseher. 1995 das erste Handy von Siemens, schwer, NiCa-Batterien, ausziehbare Antenne aber schon mit SMS Funktion. 1996 kam die erste Digitalkamera von Kodak, 320*240 Pixel und 799 Euro.  Mit der Zeit kam noch ein Navi, ein GPS-Tracker von i-gotU, ein Sony-Digitalrecorder, ein Flachbildschirm, ein WLAN-Router, ein Bildtelefon über Laptop (GoogleTalk), eine Videokamera, ein Scanner und ein Langenscheid Übersetzungsstift, eine Taschenlampe und eine UKW-Scanradio, hinzu.

2013 Ein Samsung Galaxy S3

Der Preis des Smartphone ist kleiner als der meiner ersten Digitalkamera, aber es ist eben ein Gerät, das mühelos alle beschriebenen Geräte „in die Tasche“ steckt. Wenn ich den Knopf drücke, sehe ich sofort die UhrzeitJ.

Nein das Wunder dieser Technik liegt in der Vernetzung der Eigenschaften. Die Kombination der Funktionen Kamera, Bildschirm, Datenfunk, GPS, Prozessor, addieren sich nicht einfach, sie multiplizieren sich. Plötzlich kann man für fast jedes erdenkliche Problem eine App schreiben. 

Dieser Effekt ist unter dem Metcalfe´s Law bekannt, der Ethernet-Erfinder hat als erstes erkannt, dass der Nutzen eines Netzwerks mit der Teilnehmerzahl quadratisch wächst. Dabei ging er aber von Menschen aus. Heute sehen wir die Vernetzung von sehr vielen Funktionen mit einem extrem leistungsfähigen Prozessor. Genaugenommen entspricht die Rechenleistung des verbauten Quadcore etwa dem was 1994 auf der Liste der Supercomputer auf Platz 1 stand!

Weiter gedacht

Zukünftig werden sicher einige weitere Funktionen in das Smartphone integriert, aber vermutlich ist es entscheidender, den neuen Funktionsraum erst einmal hinreichend abzutasten. Ich denke, dass noch nicht ein Prozent der möglichen Apps geschrieben sind, und es sind schon einige hunderttausend geschrieben.
Weiterhin wird mit solch einem Gerät, das fast beliebig günstig in Serie hergestellt werden kann, die Möglichkeit eröffnet, fast alle anderen Funktionen die heute mit verschiedensten Spezialcomputern gelöst werden im Kern mit solch einem Gerät abzudecken. Es liegt nur an der Schnittstelle.

 Zuerst geht es natürlich dem Laptop an den Kragen, der eigentlich neben Tastatur und Bildschirm nur solch ein Smartphone benötigt. Ich denke aber auch an so komplexe Geräte wie ein Auto oder LKW, deren Steuerung heute mit einer Unzahl von Spezialrechnern abgedeckt wird, auch die Steuerung einer Windkraftanlage oder einer Solaranlage benötigt nicht mehr Rechen- und Kommunikationsleistung.  
Und all die anderen Geräte im Haus, vom Fernseher über Musikanlage bis hin zum Kühlschrank oder Staubsauger.

Sehen wir also den Übergang zu einer nächsten Stufe der Innovation, die vom Mikroprozessor angestoßen wurde?

Montag, September 03, 2012

Hyperplace U-Bahn

Seit ich mich erinnern kann, wird in München ein U-Bahnnetz ausgebaut. Innerhalb von 50 Jahren sind 100 km Schienen in den Untergrund verlegt worden. Für jeden Münchner wurden acht Zentimeter U-Bahnstrecke gebaut. Eine Investition von vier Milliarden Euro, die sich gelohnt hat.

Weltweites Wachstum

Doch nicht nur in München wurde eine U-Bahn gebaut, das Prinzip U-Bahn, 1863 in London noch mit kohlebefeuerten Dampflokomotiven gestartet, ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die einer näheren Betrachtung bedarf.
Seit der Einführung von elektrischen U-Bahnen ist der Einsatz in jeder sehr großen Stadt sinnvoll. Aber U-Bahnen sind teuer und eine enorm große Investition für eine Stadt. Damit sind U-Bahnen aber auch ein guter Indikator für Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Das bemerkt man schon bei der Betrachtung, in welchen Jahren eine U-Bahn eröffnet wurde. Zwischen 1896 und dem Ersten Weltkrieg (WKI) ist fast jedes Jahr eine U-Bahn eröffnet worden. Jedoch zwischen 1913 und 1919 keine einzige. Danach hat der U-Bahnbau wieder Fahrt aufgenommen, wurde aber von der Weltwirtschaftskrise gedämpft. Zwischen 1936 und 1950 wurde keine einzige neue U-Bahn eröffnet! 
Inzwischen gibt es ein enormes Wachstum, allein im Jahr 2002 sind in fünf Städten neue U-Bahnen eröffnet worden, das letzte Jahr ohne einer U-Bahneröffnung war 1992.
Der weltweite jährliche Zubau an U-Bahnstrecken wächst seit 60 Jahren kontinuierlich an. Zur Vergrößerung anklicken.

Wachstumskurve

Ich habe versucht, das Wachstum der U-Bahnen grafisch aufzubereiten. Dabei flossen die sehr guten Daten von Wikipedia ein, die alle U-Bahnen aufgelistet haben. Der genaue jährliche Zubau an Gleisen ist zwar nicht bekannt, aber in erster Näherung nehme ich einfach an, dass jede Stadt seit Eröffnung der U-Bahn kontinuierlich neue Gleise verlegt. Das mag zu einigen Fehlern führen, liefert aber über viele Städte gemittelt ein brauchbares Resultat.
Seit 60 Jahren wächst also der Ausbau der U-Bahnnetze um 4% pro Jahr. Das erscheint zunächst als kleine Zahl, aber die Stetigkeit des Wachstums ist das Entscheidende. Inzwischen werden pro Jahr 350 km neue Strecken gebaut, soviel wie weltweit 1921 an U-Bahnstrecken vorhanden war, auch zur Freude der Tunnelbauunternehmen. (Heute gibt es weltweit 9000 km U-Bahnstrecke)

Bedeutung von U-Bahnen

U-Bahnen sind eine Art von Hypermobilität. Man steigt an einem Ort in die Tiefe und wird, ohne Erfahrung der Reisestrecke, zehn Minuten später am Ziel ausgespuckt. Etwas ähnlich zum Fliegen in Düsenjets, nur schneller und praktischer.
Dieser Transport macht Millionenstädte erst produktiv, ohne U-Bahn wären die entscheidenden Vorteile einer Stadt, viele Arbeitgeber, viele Ideen, viele Geschäfte, nicht nutzbar. Jeder U-Bahnmeter erhöht also die Produktivität auf der Welt und ist vielleicht ein besserer Maßstab als die Zahl der Internetanschlüsse oder Autos auf der Erde. Und es ist auch offensichtlich, dass die Städte mit den meisten U-Bahn-Kilometern auch oft die reichsten Großstädte der Welt sind, man denke an Shanghai (425km), London (402km) NewYork (337km).
U-Bahnen sind also nicht nur eine großartige Innovation, sie schaffen auch Neues, da sich in Städten mit U-Bahnen die Menschen schneller austauschen können. Diese Städte werden zu Hyperplaces.

Mittwoch, August 29, 2012

Der Regenbogen

Jeder hat sich schon einmal an einem Regenbogen erfreut!
Aber erstaunlich wenig haben sich Gedanken gemacht, was sie eigentlich dabei sehen.
Obwohl schon die Alten Griechen bemerkten, dass zum Regenbogen Regen und Sonne gehören, hat erst Rene Descartes den Regenbogen als optische Erscheinung richtig erklärt. Anhand des folgenden, wundervollen Regenbogenfotos von Ottohall will ich einige Aspekte erläutern.
Regenbogen bei Tübingen, links der Sekundärbogen mit Rot endend, dann eine dunkle Zone, danach der Hauptbogen mit Rot beginnend und nach dem blauen Bogen eine hellere innere Zone.
Die Situation vereinfacht dargestellt:
Von der Sonne kommen parallele Lichtstrahlen, die von den Regentropfen auf unterschiedlichen Wegen über Reflexion und Brechung zum Beobachter gelangen. (Bildquelle: Wikipedia)


Für die Erklärung beginne ich in der Mitte des Regenbogens (Im Bild rechts). Licht von der Sonne trifft auf den Wassertropfen und wird in der Mitte der Tropfenrückseite reflektiert und gelangt direkt zum Beobachte. Etwas weiter vom Mittelpunkt tritt das Licht etwas links von der Mitte in den Tropfen, wird von der Hinterseite reflektiert und zum Beobachter zurückgeworfen.

Farben

Im Bereich der Farben, beim Primären Regenbogen, kommt das Licht in streifendem Einfall auf den Tropfen, wird deutlich abgelenkt und zum Beobachter geworfen. Dabei hängt dieser Grenzwinkel etwas von der Farbe ab, so dass es zum Aufbau eines Spektrums kommt. Mathematisch ist das eine Nullstelle in der Ableitung, aber so genau will ich das nicht erläutern.
Jetzt kommt eine Zone, wo es keinen Strahlengang im Tropfen gibt, der beim Beobachter endet, daher die dunkle Zone. Noch weiter Außen gibt es einen weiteren Regenbogen, den man bei guten Lichtverhältnissen sieht, dabei tritt das Licht rechts streifend in den Tropfen und nach Reflexion an den Beobachter zurückgeworfen. Noch weiter Außen und auch Innerhalb des Hauptbogens kann es noch weiter Bögen geben, die auf komplexe Beugungsprozesse beruhen.
Letztendlich ist der Regenbogen ein sehr kompliziertes Naturphänomen, das zur Erklärung die gesamten Kenntnisse der modernen Optik benötigt. Und zugleich ist er ein wundervolles Symbol für Sonne, Wind Regen die unsere Energie und Lebensmittelversorgung zentral bestimmen.

Montag, August 13, 2012

Der 4. Kern

Der vierte Kern

Betrachtet man unser Universum, dann findet man sehr viele Strukturen auf jeder Ebene. Das bekannte Universum erscheint unerwartet stark stark strukturiert. Eigentlich würde man ja ein sehr einfaches Universum erwarten, etwas Raum und einen Elementarteilchentyp. Aber wir sind natürlich in einem Universum, das Komplexität erlaubt und daher will ich vier Ebenen der Komplexität betrachten.
Die Kerne erster Ordnung unseres Universums

Die Elemente

Obwohl es nur sehr wenige Elementarteilchen gibt, nennenswert sind die Elektronen, Protonen und Neutronen[1], gibt es eine Struktur, die auf diesen Teilchen aufbaut, und das sind die Atomkerne. Zufällig sind die Kräfte der elektrischen Abstoßung und der nuklearen Anziehung gerade so groß, dass einige tausend verschiedene Atomkerne existieren, dabei gibt es 92 unterschiedliche Kernladungen, das was man normalerweise als die 92 Elemente bezeichnet. (Mehr zu solchen grundlegenden Fragen)
Jedes Atom hat einen Kern und eine Hülle mit merkwürdigen Eigenschaften, die es erlaubt, dass mehrere Atome zusammen Moleküle oder Kristalle bilden, keineswegs selbstverständlich, aber so ist eben unser Universum aufgebaut. 
  • Jedes Atom hat einen Kern, der mit seiner Ladung vorgibt, wie das Atom sich in seiner Umgebung verhält.

Die Zellen

Geht man eine Komplexitätsebene nach oben, findet man in der Natur Zellen. Zellen sind die kleinsten, selbstständigen Einheiten des Lebens. Erstaunlicherweise bestehen Sie ebenfalls aus einem Kern, in dem das Erbgut liegt, und einer Hülle. Die Hülle kann mit der Umwelt reagieren und es gibt sogar Zellverbände und "Zellkristalle" die man gemeinhin als Vielzeller oder höhere Lebewesen beschreibt.
Das Erbgut, die DNA, im Kern ist in jeder Zelle eines bestimmten Art nahezu identisch. Und ohne besondere Übertreibung kann man die Zellen als die Atome der Lebewesen bezeichnen. 
  • Der Zellkern ist damit ein Kern zweiter Ordnung, da er aus Atomen mit Kernen erster Ordnung besteht.

Der Mensch

Alle höheren Lebewesen, und insbesondere der Mensch, haben ein zentrales Nervensystem. Das zentrale Nervensystem, Gehirn, ist für die Handlungen des Organismus verantwortlich. Es steuert seine Aktivitäten in der Umwelt. Zwei Menschen können sich zu einem "Menschenmolekül" zusammenlagern, auch Ehe oder Partnerschaft genannt. Viele Menschen können einen "Menschenkristall" bilden, der dann als Staat, Nation oder ähnlich bezeichnet wird.
  • Das Gehirn ist ein Kern der dritten Ebene, da alle Mitglieder einer Art im wesentlichen gleiche Gehirne haben.

Die Menschheit

Die Menschheit bildet gerade einen Kern aus, den wir heute Internet nennen. Dieses System, das den Organismus Menschheit auszeichnet ist noch nicht ganz fertig, so wie wohl in der Ursuppe die Zellkerne noch nicht so eindeutig zu identifizieren waren oder bei niedrigen Tieren kein klar abgetrenntes Gehirn existiert.
  • Aber der Trend ist erkennbar, die vierte Ebene der Kernbildung hat begonnen. 
  • Unklar ist, ob wir damit die letzte Ebene der Komplexität erreicht haben.
Bei Innovationen ist aber nie das Ende erreicht.

Nicht nur die Kerne erreichen neue Ebenen, auch die bearbeiteten Dimensionen, wie ich in einem weiteren Post dargestellt habe

Da ich bisher noch nirgends eine vergleichbare Betrachtung gefunden habe, würde ich mich über Hinweise zu diesem Problem freuen!

[1]Hinweis: Protonen und Neutronen sind keine echten Elementarteilchen sondern aus Quarks aufgebaut, das ist hier aber nicht relevant.

Donnerstag, August 09, 2012

Mars macht mobil

Marsmobil Curiosity ist sinnvoll

Vor wenigen Tagen ist ein wissenschaftliches Labor auf Rädern auf dem Mars gelandet. Eine beachtliche Leistung der NASA, die dafür nur einen Bruchteil der Kosten als bei der Apollo-Mission 1969 hatte. Genaugenommen hat die Mondlandung bei heutigen Preisen 150 Mrd. $ gekostet, Curiosity nur 2 Mrd $.



Aber nicht der Preis allein ist entscheidend, es wird immer Menschen geben, die sagen, was haben wir von einem Marsflug, wenn wir jeden Monat den gleichen Geldbetrag auch nach Griechenland senden können.

Der entscheidende Punkt ist, jedes Projekt, das junge Wissenschaftler begeistert und zu Höchstleistungen animiert, ist ein gutes Projekt. Das liegt einerseits daran, dass die hoch motivierten Menschen lernen, auch schwere Probleme kann man lösen, wenn man sich darauf konzentriert. Weiterhin lernen die Menschen, dass man mit Zusammenarbeit gewaltiges leisten kann.

Die Ernte besteht dann aus einer Erweiterung unseres Weltbildes, wie sieht es auf anderen Planeten aus, insbesondere warum ist es nur bei uns so schön. Zudem könnte die spannende Frage nach Leben außerhalb unserer Biosphäre wieder eine weitere Antwort, welcher Art auch immer, bekommen.

Längerfristig sind, neben den technischen Abfallprodukten, die hochqualifizierten Menschen das wichtigste. Ich kenne einige Physiker, die viele Jahre intensiv über schwarze Löcher, Röntgensatelliten und viele andere astronomischen Probleme gearbeitet haben und danach außerordentlich erfolgreiche Unternehmer und Programmierer wurden. 

Die Ausbeute von Monumental-Projekten wie Pyramiden (Mathematik), Kathedralen (Universitäten), Mondflug (Mikroelektronik) und Teilchenbeschleunigern (Internet) liegt also nicht direkt im Projektergebnis sondern im Abfallprodukt, das ich jeweils in Klammer angegeben habe. Zudem in gut funktionierenden Gesellschaften die gemeinsame, nicht militärische Ziele verfolgen und hochqualifizierte Menschen bilden.

Ich wünsche mir daher viele weitere Projekte die dem Frieden dienen.

Wer genau wissen will, wo Curiosity in den nächsten 800 Tagen hinfährt findet im Vortrag von Ryan Anderson eine Menge mehr Informationen.

Sonntag, August 05, 2012

PV - die beste Geldanlage?

Photovoltaik, die beste Geldanlage?

In Zeiten der Währungskrise suchen die Menschen nach einer Anlageform die das ersparte Geld sicher in die Zukunft transferiert. Früher war es relativ einfach, wer nicht all zuviel Geld hatte und sicher sein wollte, dass er es in zehn oder zwanzig Jahren noch etwas davon hat, der hat sogenannte "Bundesschatzbriefe" gekauft. Da war die Verzinsung nicht berauschend, aber nach vielen Jahren war das Geld noch da.

Zwei wichtige Forderungen für Geldanlagen: Sicherheit und Ertrag

Sicherheit bedeutet, dass man am Ende des Anlagezeitraums auf jeden Fall das Geld, oder genaugenommen den Wert noch vorhanden ist. Noch allgemeiner: Wenn ich heute 100 Stunden Arbeite und eine sichere Anlage wähle, dann erwarte ich, dass ich am Ende des Anlagezeitraums mir etwas kaufen kann für das ich dann 100 (oder mehr) Stunden arbeiten müsste!

Es gibt keine wirklich sichere Anlage, da alles verloren gehen kann, zuletzt natürlich auch das eigene Leben. Geld ist immer nur so sicher, wie das Vertrauen in denjenigen, der das Geld druckt. Hier hat in den letzten Jahren ein gewaltiger Erosionsprozess eingesetzt. Offenbar ist völlig offen, wie viel Euros in den nächsten Jahre gedruckt werden, sollten es wesentlich mehr sein, als die Werte, die er repräsentiert, dann verliert der Euro seinen Wert, oder in anderen Worten für die hundert Stunden, die wir gearbeitet haben, bekommen wir in Zukunft nur noch einen Wert, der 50 Stunden oder weniger entspricht.

Objekte kaufen

Eine Alternative ist es, Objekte zu kaufen, da diese nicht der Inflation unterliegen können. Sehr verbreitet sind Immobilien. Immobilien haben aber die natürliche Eigenschaft, einerseits dem Zerfall zu unterliegen, eine Heizung geht kaputt, das Dach muss neu gemacht werden, andererseits wird offensichtlich der Anspruch der Mieter immer höher, Wärmeisolation, große Räume, Klimatisierung und viele andere Wünsche lassen Altbauten oft alt aussehen. 
Zudem sind Immobilien sehr teuer, so dass man nicht eben mal 5000 Euro in Immobilien anlegen kann.
Daher weichen andere auf Objekte aus, die offensichtlich schon seit langer Zeit einen gewissen Wert haben, an erster Stelle sei hier Gold genannt. Tatsächlich hat Gold im großen und ganzen über Jahrhunderte seinen Wert erhalten, nur gibt es ein Problem, Gold ist unproduktiv und wirft weder "Miete" noch Zinsen ab. Zudem   bekommt man für 100 Stunden Arbeit nur die Goldmenge, für die man vor zehn Jahren 20 Stunden arbeiten musste. Es ist also nicht auszuschließen, dass man in zehn Jahren erhebliche Wertverluste hinnehmen muss. Und damit ist keine echte Werthaltigkeit geschaffen.

Photovoltaik kaufen

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom aus Sonnenenergie. Strom ist die wertvollste Energieform, die es gibt, da man aus Strom jede andere Energieform erzeugen kann. Aktuell kostet eine Solaranlage inklusive Installation pro kW peak, das bedeutet, eine Anlage, die in einer Stunde maximal eine kWh Strom erzeugen kann, etwa 1700 Euro. In Deutschland erzeugt diese Anlage im Lauf eines Jahre etwa 1000 kWh Strom. Da wir von unserer Stromrechnung wissen, dass eine kWh etwa 0,20 Euro kostet, kann man leicht ausrechnen, dass die Anlage im Lauf von 9 Jahren mindestens ihren Einkaufspreis als Strom erzeugt hat. Ähnliche Rechnungen gibt es auch für viele Immobilien oder andere Investitionen. Ungewöhnlich sind aber folgende Eigenschaften einer Photovoltaikanlage:
  • nahezu keine Wartungskosten
  • Strom ist immer wertvoll
  • Sehr langlebig
Im Gegensatz zu vielen anderen Maschinen muss man an einer Solarzelle keine Wartung vornehmen. Gerade Wartungskosten können eine Investition längerfristig sehr teuer machen, wie der Autor erfahren hat, der einen Anteil an einem Windkraftwerk besitzt. Plötzlich ist das Getriebe kaputt oder das Bioöl von Bakterien zerfressen. Insbesondere bedeutet Wartung immer den Einsatz von Arbeitskraft und Arbeitskraft wird immer teurer!

Strom brauch jeder, selbst wenn in Zukunft der Strompreis sinken sollte, weis man zumindest mit einer Solaranlage, dass man keine Kosten für den eigenen Strom hat. Es ist ähnlich zur Situation, wenn man eine kleine Ölquelle im Garten hat, mit der man das eigene Auto betanken kann. Der Benzinpreis interessiert dann nicht mehr, oder genaugenommen ein bestimmter Anteil der Lebenshaltungskosten ist verschwunden.

Wie lange Solarzellen funktionieren ist nicht ganz exakt bekannt, aber wir haben bei uns an der Hochschule Zellen, die 28 Jahre in der Sonne Strom produziert haben untersucht, die Leistung der monokristallinen Zellen war nur um weniger als zehn Prozent abgefallen.

Es macht also durchaus Sinn, einen Teil seines Vermögens in Photovoltaik anzulegen, unabhängig von aktuellen Förderprogrammen, weil Energie auch in zehn Jahren wertvoll sein wird. Sollte Energie bis dahin sehr billig werden, dann können wir uns alle auf die Zukunft freuen, den dort wo Energie billig ist, ist der Wohlstand groß!