Mittwoch, Oktober 22, 2008

Die Uhr spricht soziale Zeit 
Bei meinem lohnenden Besuch im Uhrenmuseum Furtwangen erklärte Professor Saluz, dass der Sonnenkönig auf Pünktlichkeit Wert legte. Der Minister benötigte eine genaue Uhr für die Politesse, Pünklichkeit. Uhren bauen damit ein Netz der sozialen Kommunikation auf, ein Netz in dem Metcalfe's law des quadratischen Nutzens gilt. Schon lange vor dem ersten Computernetz, vielleicht sogar das erste seiner Art, das auf verteilter Technologie beruht. 
Die Innovation der Vernetzung in der Dimension der Zeit ist der Verbreitungsmotor der Uhr.

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Freitag, Oktober 17, 2008

Brüssel, kein Preis 
Eben wollte ich mal mit dem Zug in die "Europäische" Hauptstadt kurz hinter der deutschen Grenze fahren. Bei Bahn.de erhalte ich, wenn ich die Fahrkarte online kaufen will, die nette Auskunft: 
"Die Preisermittlung unter Einbezug aller Sparangebote kann erst im Servicecenter erfolgen"
Spannende Frage, auf welche Sparangebote die Mitarbeiter im Servicecenter zurückgreifen? Werden auch diese Daten harmonisiert online verfügbar und Europa zusammenwachsen? 
Teure Versteigerung 
Da hat man Englische und Holländische Versteigerungen gesehen und natürlich ebay, aber das ist nicht das Ende der Innovationen. Jetzt gibt es ja swoopo, da zahlt der Bieter für das Gebot! Und das ist für die Versteigerungs-
plattform so ertragreich, dass sie selbst die hochwertigen Artikel einstellt. 

Der Dumme ist der frühe Bieter, aber wie ist die optimale Bietstrategie? Eine schöne Aufgabe für die Spieltheorie. Und mehr als ein Glückspiel ist es auch nicht.

Montag, Oktober 13, 2008

Gesichter fotografieren


Pablo Picasso, 1958 Porträt einer Frau

Immer wieder fällt mir auf, dass es sehr schwer ist Gesichter zu fotografieren. Nicht nur dass oft die Augen geschlossen, der Mund verzogen, das Gesicht zu rot und die Nase zu groß ist, sie sehen einfach nicht optimal aus. 
Betrachtet man hingegen selbst holzschnittartige Bilder von Künstlern, so wirken diese intensiver. Was mag der Grund sein? Vielleicht ist es einfach unnatürlich, was ein Foto zeigt. Unser Gehirn sieht nicht ein Pixelfeld in Zentralperspektive wenn es in ein Gesicht schaut. Es sieht ein lebendiges, bewegtes unterschiedlich beleuchtetes Gesicht. Und das wird vielleicht überhaupt nicht optimal durch ein Foto wiedergegeben sondern durch ein Gemälde. 


Wir brauchen Fotoapparate, die Gemälde erzeugen, die unser neuronales Empfinden besser anregen als bisher. Wenn wir die Transformationen des Gehirns verstehen und die inverse Funktion auf Bilder anwenden, könnten schöne Portraits entstehen. Und ich bin sicher, das wird gebaut werden, eine Innovation die noch fehlt. 

Samstag, Oktober 11, 2008

Wo liegt die Donauquelle?

Aller Anfang ist schwer (zu bestimmen) 
Wo liegt eigentlich die Donauquelle? In der Schule lernt man "Brigach und Breg bringen die Donau zuweg". Die Bregquelle könnte also die wahre Donauquelle sein. Das wird dort auch auf einer Tafel behauptet. Wandert man ein Stück weiter, findet man eine Quelle, deren Wasser eigentlich in die Elz fließen müßte, da sie jenseits der Wasserscheide entspringt.

Bild: Donauquelle?
Tut es aber nicht, da vor vielen Jahren das Wasser umgeleitet wurde und heute der Donau zugute kommt. Somit ist es der mündungsfernste Punkt der Donau, erstaunlicherweise in keiner Karte vermerkt. Etwas unterhalb dann die Elzquelle. 
Bild: Elzquelle, eher ein trauriger Anblick
Wie bei allen Dingen ist es nicht einfach den wahren Anfang zu finden, nicht nur Innovationen haben viele Väter, auch Flüsse oft viele Quellen. 

Mittwoch, Oktober 08, 2008

Automatischer Fahrradverleih
In Toulouse gibt es fast in jeder Straße in der Innenstadt einen automatischen Fahrradverleih!


Schlechte Nutzerführung
So gut die Idee ist, so schlecht ist das Interface für den User. Eine promovierte, französisch sprechende Informatikerin hat nach 20 Minuten gerade mal einen Systemabsturz erreicht, nicht aber ein Fahrrad bekommen. 

Bei einer weiteren Säule, gibt es, wie gesagt, fast an jeder Straßenecke, hat es mit Unterstützung von zwei Einheimischen nochmals fünf Minuten gedauert. Unglaublich wie kompliziert man das machen kann, langsam verstehe ich, warum manche gewaltsam das Fahrrad aus seiner Halterung gerissen haben.
Innovation ist das Fahrrad, das mit jeder Kreditkarte fährt, etwas Optimierungspotential vorhanden.

Montag, Oktober 06, 2008

Airbus A380 Werk Toulouse
In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, die A380 Produktion in Toulouse zu besichtigen. Das Flugzeug ist wirklich groß, auch wenn man das nur begrenzt wahrnimmt, da alles im Umfeld auch sehr groß ist, etwa die Produktionshalle. Die Halle besteht aus vier Segmenten, eines, in dem die 10 Einzelteile, die aus ganz Europa unter großem Aufwand angeliefert werden, zusammengeschraubt werden, was eine Woche dauert, und drei Segmente, in denen die grün lackierten Riesen drei Wochen lange vermessen und getestet werden. Danach werden sie in die frische Luft gebracht und mit Triebwerken versehen. Nochmals etwa drei Wochen getestet und nach Hamburg zum Lackieren und zur Kundenübergabe geflogen.
Was auffällt, fast keine Produktionstiefe in Toulouse, und mehr Testen als produzieren, fast wie in der Softwareindustrie.
Was ist Innovativ? Ein Flugzeug, das nur 2,9 Liter auf 100km pro Passagier benötigt.
Was fällt noch auf? Die Besichtigung ist sehr virtuell, fast nur LCD Screen Filme und die Halle hinter Glas. Die echte Produktionshalle wird nicht gezeigt! Und für die Luftfahrt unglaublich, der Testflug mit französisch sprechendem Cockpit, da wird der Verkauf in den USA noch etwas auf sich warten lassen. Das Visitorcenter wirkt provinziell und lieblos, ein paar Container, nur französische Bücher, für das Vorzeigeprojekt eines vereinten Europas traurig. Insbesondere wenn man bedenkt, dass bereits vier weitere Produktionshallen gebaut wurden, für den Fall, dass man mehr als 44 Stück pro Jahr liefert.